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Das Eichenrieder Schulhaus (großes Foto) wird geschlossen. Das hat der Gemeinderat mehrheitlich beschlossen. Die Grundschule in Moosinning (kleines Foto) soll hingegen um einen Anbau erweitert werden.  

Hitzige Debatte im Gemeinderat 

Eichenrieder Schulhaus wird geschlossen

Nach vielen Diskussionen steht seit Dienstagabend fest: Das Schulhaus in Eichenried wird geschlossen. Der Gemeinderat einigte sich auf einen Anbau in Moosinning.

Moosinning– Die Zukunft der Schulhäuser in Eichenried und Moosinning beschäftigt die Gemeinde seit Jahren.Nun herrscht Klarheit: Der Gemeinderat stimmte am Dienstagabend mehrheitlich dafür, das Haus in Eichenried zu schließen.

Ursprünglich sollten beide Standorte erhalten werden. Nachdem sich jedoch herausgestellt hatte, dass in Eichenried eine sehr teure Vollsanierung notwendig wäre, wurde der Beschluss aufgehoben, um sich genauer mit den Kosten und Alternativen zu befassen. Im September standen drei Varianten zur Wahl (wir berichteten): eine vollständige Sanierung in Eichenried für 2,02 Millionen Euro, eine Sanierung des Nordtrakts in Verbindung mit einem Neubau des Südtrakts für 2,83 Millionen Euro oder ein Anbau an das Haus in Moosinning für zwei Millionen Euro.

Mögliche Förderungen sind laut Bürgermeisterin Pamela Kruppa (CSU) unklar. Fakt sei jedoch, dass für die Komplettsanierung in Eichenried aufgrund der Unwirtschaftlichkeit keine Zuschüsse zu erwarten sind. Sie komme deshalb nicht in Frage.

Kruppa sei bewusst, dass es sich um keine einfache Entscheidung handle, die sicher nicht alle glücklich mache, jedoch getroffen werden müsse: „Es wird die Dreizügigkeit der Grundschule kommen. Wir müssen zukunftsfähig werden.“ Beide Varianten hätten ihren Charme. „Das ist letztlich eine politische Entscheidung, die wir anhand von finanziellen, pädagogischen, organisatorischen und gesellschaftlichen Aspekte treffen müssen.“

Damit war der Startschuss für eine lebhafte, einstündige Diskussion gefallen. Schnell wurde deutlich, dass nur die Vertreter der Bürgerschaft Eichenried (BE), Werner Fleischer, Leonhard Brenninger, Helmut Scherzl und Hubert Scherzl, für den Erhalt des ausgelagerten Schulhauses kämpften. Sie erklärten, man müsse auch die Summen beachten, die man in den vergangenen Jahren in das Haus gesteckt habe. Zudem würden eine Umnutzung sowie die notwendige Sanierung der Heizungs- und Sanitäranlagen in der Turnhalle weitere Kosten nach sich ziehen. „Eine Schließung hätte tiefe Auswirkungen auf den Ortsteil. Es wird alles in Moosinning konzentriert. Eichenried hungert aus“, betonte Fleischer und stellte den Antrag, vor der Entscheidung ein Gesamtkonzept der möglichen Folgekosten zu erarbeiten. Auch solle die Frage beantwortet werden, was aus dem Schulhaus Eichenried wird.

Richtig sei, dass bei einer Umnutzung der technische Standard hergestellt werden müsse, sagte Kruppa. „Die Turnhalle wird sehr rege von Eichenrieder Vereinen genutzt. Das kann schon aus zeitlichen Gründen nicht nach Moosinning umgelagert werden“, sagte Kruppa. Dennoch könnten die von der BE geforderten Aspekte nicht in die Entscheidung einfließen. „Die Nachnutzung wird eine längere Überlegung. Außerdem handelt es sich hier um keine substanziellen Gesichtspunkte“, so Kruppa.

Ihr Vize Manfred Lex (CSU) betonte, dass man in Anbetracht der starken Schulen in Finsing und Oberding die eigene Schule zukunftsfähig machen müsse. „Zwei Häuser zu erhalten, verursacht mehr Kosten. Moosinning könnte man auch noch ein weiteres Mal vergrößern. Das ist die richtige Variante“, war er überzeugt.

Georg Humplmair (Bürgerblock Moosinning) kritisierte Fleischers „brutal krasse Formulierung“, Eichenried würde aushungern. „Schau dir Notzing und Aufkirchen an. Da wurden auch Schulen geschlossen und es gibt keine Probleme.“ Helmut Scherzl konterte: „Ich habe das Feedback bekommen, dass es in Eichenried jetzt schon Probleme bei den Vereinen gibt.“

Georg Nagler (SPD) versuchte, der Diskussion ein Ende zu setzen: „Der Anbau ist die günstigste Methode“, betonte er und appellierte, endlich nur die Fakten sprechen zu lassen. „Die Argumente haben nichts mehr mit der Sache zu tun. Es geht um die Gemeinde und nicht um Befindlichkeiten von Eichenriedern und Moosinningern.“

Auch Josef Romir (SPD) mahnte zur Vernunft. „Wenn wir uns für Eichenried entscheiden würden, müssten wir uns in Moosinning trotzdem auf die Dreizügigkeit einstellen. Und wo nehmen wir dafür noch das Geld her?“

Letztlich wurde der Antrag der BE auf ein Gesamtkonzept abgelehnt. Lediglich die Antragsteller stimmten dafür. Sie waren auch die einzigen, die gegen den Anbau in Moosinning und die Schließung des Schulhauses in Eichenried votierten.

Von Julia Adam

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