Einen neuen Vorsitzenden hat der Pfarrverbandsrat St. Anna im Moosrain seit dem Sommer. Thomas Speyerer (l.) trat die Nachfolge von Georg Nagler an, der Moosinninger Bürgermeister wurde. Kreisdekan Michael Bayer gratulierte Speyerer.
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Einen neuen Vorsitzenden hat der Pfarrverbandsrat St. Anna im Moosrain seit dem Sommer. Thomas Speyerer (l.) trat die Nachfolge von Georg Nagler an, der Moosinninger Bürgermeister wurde. Kreisdekan Michael Bayer gratulierte Speyerer.

Pfarrverbandsrat St. Anna im Moosrain plant auch schon Außengottesdienste für Weihnachten

Ja zu Gräbersegnungen an Allerheiligen

Im Pfarrverband St. Anna im Moosrain wird es heuer an Allerheiligen Gräbersegnungen geben. Dies beschloss der Pfarrverbandsrat. Und er plant schon weiter.

Eichenried – Den perfekten Zeitpunkt für seine Versammlung hatte der Pfarrverbandsrat St. Anna im Moosrain gewählt. Nur wenige Stunden vor der Sitzung waren neue Regelungen über Besuchergrenzen bei Außengottesdiensten bekannt geworden. Der Pfarrverbandsrat hat nun entschieden, die Gräbersegnungen an Allerheiligen in allen Gemeindegebieten von Moosinning, Ottenhofen, Neuching sowie in Eicherloh durchzuführen. Auch die Planungen für Weihnachten laufen bereits. Die Katholiken müssen sich heuer allerdings auf ganz andere Christmetten einstellen.

Die Sitzung im Pfarrheim Eichenried begann mit einer Personalie. Nach seiner Wahl zum Moosinninger Bürgermeister ist Georg Nagler als Vorsitzender des Pfarrverbandsrates (PVR) St. Anna im Moosrain und des Pfarrgemeinderates (PGR) Moosinning zurückgetreten. Als sein Nachfolger in beiden Ämtern wurde Ende Juli in einer internen Sitzung Thomas Speyerer gewählt. Der 42-Jährige ist seit 2018 PGR-Mitglied und lebt erst seit 2015 in Moosinning.

Im Fokus der Versammlung stand die Planung der nächsten kirchlichen Veranstaltungen. Pfarrverbandsleiter und Kreisdekan Michael Bayer berichtete von den politischen Vorgaben. Für Gottesdienste in der Kirche gibt es demnach keine Neuerungen. Der Abstand von 1,5 Metern bleibt, Singen ist nur mit Maske erlaubt. Neu ist, dass es für Außengottesdienste nicht mehr die Begrenzung auf 200 Personen gibt. Dies ist vor allem für Allerheiligen eine wichtige Angabe.

„Es ist zwar schön, dass nun wieder viele kommen dürfen, aber ich habe dabei schon noch ein paar Fragezeichen“, sagte Bayer. Eine Pflicht der Besucher-Dokumentation werde in den neuen Regelungen nicht genannt. „Das wäre auch illusorisch“, meinte Pastoralreferent Thomas Ullmann, der die aktuellen Vorgaben als dürftig bezeichnete. Dem stimmte Gemeindereferentin Bettina Ruhland zu. „Sie lassen die Entscheidungen in der Pfarrei, und das ist genau das Problematische.“

Schnell wurde aber deutlich, dass es in allen Kirchen im Pfarrverband Gräbersegnungen geben soll. Eine große Fürsprecherin war Eicherlohs PGR-Vorsitzende Regina Haßelbeck: „Die Leute sind ausgehungert und wollen wieder eine Präsenz in der Kirche.“ Voraussetzung sei für sie aber eine Mund-Nasen-Schutz-Pflicht auf den Friedhöfen, was letztlich alle PVR-Mitglieder befürworteten.

„Der schlechteste Ratgeber ist die Angst“, ermutigte auch Diakon Thomas Zaminer zur Durchführung der Gräbersegnung. Der PVR sprach sich dagegen aus, die Personenzahl pro Grab zu begrenzen und baut auf die Vernunft der Besucher. An den Friedhofseingängen sollen außerdem – vermutlich gegen eine kleine Spende – Masken verteilt werden für Besucher, die sie vergessen haben.

Bayer informierte zudem, dass St.-Martins-Umzüge erlaubt seien. Im PVR-Gebiet wurden sie aber bereits in einigen Kitas abgesagt. Auch der Volkstrauertag soll ermöglicht werden. Bayer hat hier schon Zusagen aus Ottenhofen, Moosinning, Eichenried, Oberneuching und Eicherloh.

Zwar gebe es für die Adventszeit noch keine Vorgaben, in allen Pfarreien werden aber schon Pläne für Christmetten im Freien geschmiedet. Haßelbeck regte als Standort in Eicherloh den Park am Jagdhaus an. Für Eichenried käme die traditionelle Waldweihnacht oder der Fußballplatz in Frage, erklärte Tobias Zinth. Möglicherweise gibt es auch eine Kooperation mit Moosinning.

In Oberneuching könnte der Gottesdienst am Kirchplatz und in Niederneuching bei der Schule stattfinden, sagte Max Wittmann. Für Ottenhofen, Siggenhofen und Unterschwillach gibt es ebenfalls Ideen, wie den Pfarrgarten oder eine große Wiese.

Regelmäßige Gottesdienste gibt es derzeit nur in Eichenried, Moosinning und Oberneuching. Bayer zeigte Verständnis, dass die Nachfrage auch in den anderen Kirchen groß sei. Möglichweise könne man dort im neuen Jahr wieder mehr anbieten, vielleicht auch an Werktagen.

Mit veränderten Konzepten gab es heuer auch Firmungen und Kommunionfeiern. 2021 soll die Firmung aus internen organisatorischen Gründen ausgesetzt werden, kündigte Kaplan Thomas Belitzer an. Sie werde mit dem darauffolgenden Jahrgang auf 2022 verschoben. Zudem informierte Gemeindereferentin Ruhland, dass Sternsinger unter besonderen Vorschriften erlaubt seien. Der Neujahrssegen solle aber am Besten nicht gesungen, sondern in gesprochener Form und mit Maske erfolgen.

MARKUS OSTERMAIER

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