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In den Kommandanten-Ruhestand verabschiedet sich Georg Humplmair (2. v. r.). Neuer Kommandant ist Stefan Nagler (M.), sein Stellvertreter Sebastian Weinzierl (2. v. l.). Kreisbrandmeister Christian Albert und Bürgermeisterin Pamela Kruppa gratulierten zur Wahl. 

Kommandantenwahl bei der Feuerwehr Moosinning

Die Ära Georg  Humplmair ist zu Ende

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Drei Jahrzehnte lang war Georg Humplmair Kommandant der Moosinninger Feuerwehr. Jetzt hat der 60-Jährige den Weg für einen jüngeren Nachfolger freigemacht. Stefan Nagler (36) führt künftig die Aktiven.

Moosinning– „Es ist soweit.“ Kurz und knapp läutete Georg Humplmair am Donnerstagabend beim Daimerwirt das Ende seiner Kommandanten-Laufbahn bei der Feuerwehr Moosinning ein. Seit gut 40 Jahren ist er bei der Wehr, die Aktiven hat er 30 Jahre lang geführt – die Hälfte seines Lebens.

„Ich hab’s immer gern gemacht und auch lang“, sagte der CNC-Fräser, der kürzlich seinen 60. Geburtstag gefeiert hat. „Und ihr habt es mir auch leicht gemacht, seid immer hinter mir gestanden. Es war über all die Jahre eine hervorragende Zusammenarbeit. Ich habe es mir lange und reiflich überlegt – aber jetzt ist Zeit für frischen Wind.“

Den soll in Zukunft Stefan Nagler in die Wehr bringen. Der 36-jährige Landwirt wurde bei einer ungültigen Stimme und einer Enthaltung von 43 Kameraden zum neuen Kommandanten gewählt. Er blickte mit einer ganz persönlichen Geschichte auf Humplmairs Anfänge als Kommandant zurück. Diesen habe nämlich einer seiner ersten Einsätze auf den elterlichen Hof Naglers geführt. Vollbrand, Tiere in Gefahr, habe es damals geheißen. „Da war ich gerade sieben Jahre alt“, erzählte Nagler.

Ihm zur Seite steht Sebastian Weinzierl (31), der bereits in den vergangenen zwei Jahren Humplmair als stellvertretender Kommandant unterstützt hat. „30 Jahre – das ist schon eine Hausnummer“, sagte der Entwicklungsingenieur. So wie die Mannschaft immer hinter ihrem Kommandanten gestanden sei, sei es umgekehrt genauso gewesen. Mit 66 Aktiven habe die Wehr heute einen Mitgliederrekord. Und der Großteil davon sei von Humplmair als Kommandant geprägt worden.

„Ich hatte in meiner gesamten Amtszeit zwei leichtverletzte Kameraden, sonst ist den Aktiven glücklicherweise nichts passiert“, blickte Humplmair zurück. Unzählige Übungen und Einsätze hat er in den vergangenen 30 Jahren mitgemacht, darunter auch solche, die nicht nur körperlich, sondern auch psychisch enorm forderten – etwa wenn Todesfälle im Spiel sind.

Aber auch die technische Entwicklung bei der Feuerwehr erlebte Humplmair hautnah mit. „Als ich zur Feuerwehr kam, hatten wir einen Opel Blitz“, der gerade so ins Feuerwehrhaus passte. Die Einsatzkleidung hatte jeder Feuerwehrler noch daheim. Und für den Funk habe man eine extra Batterie eingebaut, da die 6-Volt-Anlage im Blitz dafür nicht gereicht habe. Heute fährt die Wehr ein modernes HLF 20, das unter Humplmairs Führung voriges Jahr angeschafft wurde.

„Ich werde aktiv dabei bleiben – ganz klar, keine Frage“, versprach der 60-Jährige seinen Kameraden. Diee rief wiederum Kreisbrandmeister Christian Albert, der die Wahl geleitet hatte, dazu auf, die neuen Kommandanten tatkräftig zu unterstützen. Denn „es ist heute nicht mehr leicht, Führungskräfte zu finden“.

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