1. Startseite
  2. Lokales
  3. Erding
  4. Moosinning

Die billige Taktik der AfD

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Hans Moritz

Kommentare

null
Hans Moritz, Redaktionsleiter des Erdinger/Dorfener Anzeiger. © Vroni Macht

Bei ihrer Kundgebung in Eichenried spielte sich die AfD als Reformer der EU auf. Ein schlechtes Spiel mit leicht zu durchschauender Taktik, meint Redaktionsleiter Hans Moritz in seinem Kommentar.

Es gibt politisch taktische Spielchen, die sind so billig, dass man sich für sie nur (fremd)schämen kann. Die der AfD vor der Europawahl gehören zweifelsfrei dazu.

Im Stangl-Saal in Eichenried sprachen neben AfD-Bundeschef Alexander Gauland der oberbayerische Spitzenkandidat Bernhard Zimniok und der Bundestagsabgeordnete Gottfried Curio. Sie schossen aus allen Rohren gegen die Europäische Union, schickten aber gleich hinterher, dass sie natürlich gegen die Auflösung der EU oder den Dexit, den Austritt Deutschlands aus dem Staatenverbund, seien. Ihr Credo: Die EU und ihr Parlament nicht auflösen, sondern von innen verändern.

Doch wer der Rechtspartei das abnimmt, glaubt auch an den Osterhasen. Denn vor den 350 Zuhörern, die aus ganz Oberbayern gekommen waren, kam kein ernst zu nehmender Reformvorschlag. Der AfD geht es um etwas ganz anderes: Sie will – und das dürfte ihr am 26. Mai gelingen – in ein weiteres Parlament. Aber nicht, um dort etwas zu verändern.

Das passt auch gar nicht zu den Rechten. Im Kreistag ist die AfD eine schweigende Randerscheinung. Im Landtag ist die AfD bereits im Begriff des Zerfalls. Und im Bundestag geht es ihr nur um ein Maximum an Provokation.

Der Wahlkampfgipfel in Eichenried hat gezeigt: Die AfD ist keine Alternative für Deutschland – und ebenso wenig für Europa.

Auch interessant

Kommentare