Kreishandwerkerschaft Erding 

9200 Beschäftigte im Handwerk

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Das Handwerk im Landkreis ist im Aufschwung. Die Betriebe werden mit nunmehr 2487 immer mehr – und die Beschäftigten mit 9200 auch.

Moosinning– Diese Zahlen präsentierte Rudi Waxenberger in der Jahreshauptversammlung der Kreishandwerkerschaft beim Oberwirt in Moosinning. „Das mag am großen Zuzug in den Landkreis und an der in weiten Teilen guten Auftragslage liegen“, erklärte der Kreishandwerksmeister. Bedenklich sei jedoch, dass darunter nur 1464 Meisterbetriebe seien. Der Rest setze sich aus zulassungsfreien (593) und handwerksähnlichen Betrieben (430) zusammen.

Aktuell absolvieren 761 Lehrlinge ihre Ausbildung im Erdinger Handwerk, davon seien 251 zum jüngsten Lehrjahresbeginn neu hinzugekommen. „Das ist ein Minus zum Vorjahr, weil wir da so viele hatten wie schon lange nicht mehr“, bilanzierte Waxenberger. „Unsere Werbung in Schulen und auf Veranstaltungen scheint zu wirken. Was man ganz gut verfolgen kann, ist, dass immer ein Jahr nach den Ausbildungstagen an der Berufsschule die Zahlen steigen und im nächsten Jahr wieder abflachen.“

Apropos: Im vorigen Oktober hatte die Kreishandwerkerschaf zum 6. Ausbildungstag geladen. „Das war ein ganz guter Erfolg, die Aussteller lassen sich aber betteln“, blickte Waxenberger zurück. Er erwähnte auch die Freisprechungsfeier in Lengdorf mit 47 Junggehilfen, den Handwerkerball und den Handwerkerempfang.

Daneben fand Waxenberger vor rund 25 Mitgliedern klare Worte zum Thema CO2- und Feinstaubausstoß bei Lastwagen. „Am umweltfreundlichsten fahren wir, weil wir unsere Lkw bald gar nicht mehr bewegen können. Durch die Verteuerung des Lkw-Führescheins sowie die Abschaffung der Wehrpflicht und somit der Bundeswehrführerscheine, gibt es keine Lkw-Fahrer mehr“, sagte Waxenberger. Die Folgen des Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetzes, das vor mehr als sechs Jahren eingeführt wurde, seien „in keiner Weise“ bedacht worden.

Ein weiteres solches „Gesetz ohne Folgenabschätzung“ sei das Produkthaftungsgesetz. „Hier geht es darum, dass derjenige, der eine Sache einbaut, auch für das, was er einbaut, mit allen Nebenwirkungen verantwortlich ist.“ Waxenberger nannte ein Beispiel: Wenn ein Bäcker eine Zutat verwende, die gesundheitliche Schäden verursacht, wäre er für alle Folgen finanziell verantwortlich, ohne den Hersteller einbeziehen zu können. „Ein Gesetz, das Handwerker arg gebeutelt und etliche sogar in deren Existenz bedroht hat“, resümierte der Kreishandwerksmeister.

Er habe sich deswegen bereits vor fast zwei Jahren an Umweltministerin Ulrike Scharf gewandt. Mit Erfolg: „Sie hat sich sehr für uns eingesetzt. Dieses ungerechte und unsägliche Gesetz wurde vor kurzem reformiert, sodass nun der Hersteller auch wieder im Boot ist.“ Nach wie vor sei es der Industrie aber erlaubt, diesen Regress in AGB-Klauseln auszuschließen.

Kritik wurde Waxenberger dann auch in Richtung Landesverbände los: „Ich frage mich, was sie machen, wenn wir solche Sachen selber anschieben müssen.“ 

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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