Moosinnings Bürgermeister Georg Nagler (Bild links, l.) und Nachwuchskünstler Marcus Maag vor zwei Werken des 17-Jährigen.
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Beeindruckend: Moosinnings Bürgermeister Georg Nagler (Bild links, l.) und Nachwuchskünstler Marcus Maag vor zwei Werken des 17-Jährigen.

Ausstellung im Rathaus Moosinning – Realismus und Comic „zusammengeschmissen“

17-jähriger Künstler Marcus Maag: „Kunst ist ein Ventil“

  • Wolfgang Krzizok
    vonWolfgang Krzizok
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Er ist erst 17 Jahre und zweifellos künstlerisch begabt: Marcus Maag, der in Eching in der Gemeinde Moosinning lebt und jetzt 29 seiner Werke im Rathaus ausstellt.

Moosinning – Er ist erst 17 Jahre und besitzt zweifellos eine außergewöhnliche künstlerische Begabung: Marcus Maag, der in Eching in der Gemeinde Moosinning lebt und jetzt 29 seiner Werke im Rathaus ausstellt. „Seit ein paar Monaten präsentieren wir unser Rathaus als Raum für Künstler aus der Region“, sagte Moosinnings Bürgermeister Georg Nagler bei der Vernissage, die coronabedingt nur in ganz kleinem Rahmen stattfand.

Außer dem Hausherren durften nur noch Marcus Maag und seine Mutter Birgit anwesend sein. „Es ist ein ganz anderer Ansatz als zuletzt bei der Ausstellung von Sabine Penzenstadler“, stellte Nagler fest. „Für mich ist es toll, dass wir einem so jungen Künstler Raum geben können, der den Mut hat, an die Öffentlichkeit zu gehen.“

Der Bürgermeister lobte die ausdrucksstarken Bilder des 17-Jährigen, der die elfte Klasse des Franz-Marc-Gymnasiums in Markt Schwaben besucht und dort sein Abitur in Kunst ablegen möchte. „Die Werke haben mich beeindruckt“, meinte Nagler anerkennend.

Künstler Marcus Maag: Ich male schon seit meiner Grundschulzeit

Eigentlich male er schon seit seiner Grundschulzeit, berichtete Marcus Maag, der vor fünf Jahren mit seiner Mutter von Neufinsing nach Eching gezogen ist. „Ich habe viele Tutorials geschaut und Bücher gelesen“, erzählt er. „Das Interesse war immer da.“

Anfangs habe ihn der Manga-Style inspiriert, dann eher der Realismus, schließlich war es mehr ein Mix, der sich zum Comic-Style entwickelt habe, „und jetzt ist alles vermischt, ich habe alles zusammengeschmissen“.

Früher habe er Fußball gespielt bei der JFG Speichersee, aber nach einer Verletzung musste er aufhören. Danach habe er das Gitarrespielen entdeckt, was ihm sehr viel Spaß macht.

„Malen ist stimmungsabhängig“, erklärt der 17-Jährige. „Es gibt auch zwei Monate, in denen ich gar nichts male und nur Musik mache – ganz wie ich Lust habe.“ Birgit Maag fügt an: „Und dann malt er wieder exzessiv, auch mal die ganze Nacht durch.“ Für Marcus Maag ist klar: „Kunst ist ein Ventil.“

Ein Kriegsszenario beeindruckt Bürgermeister Nagler am meisten

Ein Bild habe ihn ganz besonders beeindruckt, meinte der Bürgermeister. Ein Kriegsszenario, in dessen Zentrum sich ein deutscher und ein amerikanischer Soldat die Hand reichen. „Das hat mich sehr berührt“, bekannte Nagler. „Und hat mich daran erinnert, dass auch wir in Moosinning eine bewegte NS-Geschichte haben, was nicht mehr so präsent ist, wie es sein sollte.“ Ihn erinnere die Szene an das berühmte Gemälde von Michelangelo, „Die Erschaffung Adams“. Genau daran habe er beim Malen dieses Werks gedacht, bestätigte Marcus Maag. Auslöser sei aber ein Spaß unter Spezln gewesen, als einer zu ihm scherzhaft „Du Nazi“ sagte, weil er Deutscher sei. Und dann habe er die Ideen kombiniert, „und das Ventil ganz aufgedreht“.

Oft finde man in seinen Werken „eine zerstörende Spannung“. Seine Lieblingsfarben seien Lila und Pink, verrät der 17-Jährige, was sich auch in seinem Kleidungsstil niederschlage.

Er habe bereits Auftragsarbeiten in Berlin und Stuttgart gehabt, habe für Kumpels schon Pullis und Tattoos entworfen. „Da läuft viel über Instagram.“ Was er später einmal beruflich machen wolle? „So viel Kunst, wie es geht, auf alle Fälle möchte ich nach dem Abi Kunst studieren“, meint Marcus Maag. „Vielleicht werde ich dann Kunsttherapeut oder Fotograf.“ Und Mama Birgit ergänzt lachend: „Auf alle Fälle etwas, von dem man leben kann.“

Die Ausstellung

Die Ausstellung im Moosinninger Rathaus läuft von heute an drei Monate und kann zu den üblichen Geschäftszeiten besucht werden. Allerdings ist aufgrund der Corona-Richtlinien eine vorherige Anmeldung im Rathaus notwendig.

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