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Auffahrunfall war keine Verkehrsgefährdung

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Von: Hans Moritz

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Akten eines Prozesses
Milde war das Urteil des Amtsgerichts. Seine Alkoholfahrt hätte den jungen Mann auch deutlich teurer kommen können. © David Ebener/dpa

Das Amtsgericht Erding hat einen betrunkenen Autofahrer (32) nur wegen Körperverletzung - nicht auch noch wegen Straßenverkehrsgefährdung. Das wäre den jungen Mann deutlich teurer gekommen.

Moosinning/Erding – Wer als Autofahrer betrunken einen Unfall verursacht, muss deswegen nicht zwangsläufig härter bestraft werden. Das zeigte ein Prozess am Amtsgericht Erding. Vor dem musste sich ein 32-Jähriger aus dem südlichen Landkreis Erding verantworten. Am Ende wurde er „nur“ wegen Körperverletzung verurteilt, nicht aber wegen Straßenverkehrsgefährdung, was den jungen Mann deutlich teurer gekommen wäre.

Staatsanwältin Antonia Gordon-Heitmann warf dem Mechaniker vor, am Abend des 27. Januar dieses Jahres mit 0,73 Promille Alkohol im Blut auf der Neuchinger Straße in Moosinning ins Heck des Autos einer 23-Jährigen aus dem Ort geprallt zu sein. Die Annahme der Anklage: Im nüchternen Zustand wäre das nicht passiert.

Namens seines Mandanten bestätigte der Erdinger Rechtsanwalt Martin Paringer den Unfallhergang. Er wies allerdings darauf hin, dass es dunkel, die Straße feucht gewesen sei und die Unfallstelle unmittelbar hinter einer scharfen Kurve gelegen habe. Dort hatte die Moosinningerin gebremst, um auf ein Grundstück zu fahren.

Paringer erklärte, die Unfallstelle sei so schwer einsehbar gewesen, dass sein Mandant auch ohne Alkoholisierung den Unfall verursacht hätte. Allerdings sagte das Unfallopfer aus, dass der Angeklagte schon davor recht dicht aufgefahren sei. Er befand sich auf dem Heimweg von einem Spezl, mit dem er zwei, drei Bier gezischt habe.

Der Polizist, der seinerzeit den Unfall aufgenommen hatte, bestätigte, dass die Unfallstelle schwer einsehbar gewesen sei und der 32-Jährige keine alkoholbedingten Ausfallerscheinungen gezeigt habe.

Dennoch blieb Gordon-Heitmann bei dem Vorwurf der Straßenverkehrsgefährdung. Sie verlangte eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je 60 Euro, also 3600 Euro sowie ein zwölfmonatiges Fahrverbot. So hatte es auch im Strafbefehl gestanden, gegen den der Angeklagte Einspruch eingelegt hatte.

Verteidiger Paringer sagte, die Verkehrsgefährdung sei nicht beweisbar, damit bleibe nur die fahrlässige Körperverletzung. Er hielt eine Geldstrafe von 1800 Euro sowie ein nur einmonatiges Fahrverbot für angemessen.

Dieser Rechtsauffassung schloss sich Richter Björn Schindler vollumfänglich an. Zudem verwies er darauf, dass sich der 32-Jährige weder straf- noch verkehrsrechtlich bisher etwas hat zu Schulden kommen lassen. Anklage und Verteidigung nahmen das – deutlich mildere – Urteil an, damit ist es rechtskräftig.  

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