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Hans Moritz, Redaktionsleiter des Erdinger/Dorfener Anzeiger.

Kommentar zum Streit in der Moosinninger CSU.

Kruppa, von Partei und Fraktion weit entfernt

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Fünf Monate vor der Kommunalwahl geht ein tiefer Riss durch die CSU. Fehler haben Partei und Fraktion sowie Bürgermeisterin Pamela Kruppa auf beiden Seiten gemacht. Droht im März der Verlust des Chefsessels im Rathaus? fragt Redaktionsleiter Hans Moritz in seinem Kommentar zum Wochenende.

Die CSU steckt mitten im Wahlkampf – noch merkt das freilich kaum jemand. Martin Bayerstorfer will am 15. März 2020 zum vierten Mal zum Landrat gewählt werden. Jetzt gilt es, Wohltaten unters Volk zu bringen oder die Weichen dafür zu stellen. Die Bildungsakademie für Gesundheitsberufe hat er schon vor einem Jahr eröffnet. Jetzt treibt er den Kampf um eine Kinderstation am Klinikum voran, am Mittwoch macht er die Expansionsstrategie für das Kreiskrankenhaus öffentlich. Eine eigene Regionalmarke „Erdinger Land“ ist in Arbeit, die Erweiterung des Bauernhausmuseums steht in den Startlöchern.

Umso schmerzhafter muss es für ihn sein, dass die Moosinninger CSU ihren Elan vor allem für interne Auseinandersetzungen verwendet. Was sich um den Chefsessel im Rathaus abspielt, ist eine Polit-Tragikomödie. Die Hauptrolle spielt Pamela Kruppa. In ihrer zweiten Amtszeit hat sich nicht wirklich viel gerissen. Monatelang fiel sie aus, dafür mag sie persönliche Gründe haben. Aber sie hat sich noch nie geäußert, ob und wie das nach 2020 besser werden soll. Auf einmal gibt sie Gas, ist wieder präsent, zieht von Haus zu Haus, um neue Mitglieder zu werben – ungewöhnlich für einen Amtsinhaber. Sie weiß, dass es eng wird.

Wie stellt sich Kruppa einen glaubwürdigen Wahlkampf vor? Von Partei und Fraktion hat sie sich weit entfernt. Im Ortsverband bekleidet sie keinen Posten mehr. Der wartet mit einer Mitgliederversammlung ab, bis sie im Urlaub ist. Ihre Gemeinderatskollegen lassen sie regelmäßig im Regen stehen oder führen sie sogar vor. Ist das ein attraktives Angebot für eine Gemeinde, die vor großen Herausforderung steht?

Aber auch die Partei bekleckert sich nicht mit Ruhm. Wenn man Kruppa als Frontfrau nicht mehr vertraut, hätte man längst einen Plan B entwickeln, einen Ersatzkandidaten aufbauen müssen. Aber Vize-Bürgermeister Manfred Lex hat sich nach wie vor nicht erklärt. Moosinning droht für die CSU verloren zu gehen. Schon wieder.

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