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Die Mitarbeiter der Gemeinde Moosinning bekommen mehr Geld. Der Gemeinderat hat die Einführung der München-Zulage beschlossen. Allerdings gab es daran auch Kritik (Symbolbild).

Gemeinde beschließt Zulage für ihre Mitarbeiter

München-Zulage: Moosinning will am Arbeitsmarkt mithalten

Die Mitarbeiter der Gemeinde Moosinning bekommen mehr Geld. Der Gemeinderat hat die Einführung der München-Zulage beschlossen. Allerdings gab es daran auch Kritik.

Moosinning– Der Gemeinderat Moosinning hat beschlossen, dass die Tarif-Beschäftigten der Gemeinde rückwirkend ab dem 1. Januar 2020 die Großraumzulage München nach Maßgabe der Bestimmungen der örtlichen Tarifvereinbarung (ÖTV A 35) erhalten. Allerdings gab es einige Gegenstimmen.

Kruppa: Eklatanter Fachkräftemangel auch im öffentlichen Dienst

Die Gemeinde Moosinning ist in der Verordnung über das Landesentwicklungsprogramm (LEP) nicht mehr als Verdichtungsraum definiert. Damit ist auch die bis dahin geltende Ballungsraumzulage für neu eingestellte Mitarbeiter weggefallen. Bereits vor 2013 beschäftigtes Personal erhält die Zulage im Zuge des Bestandsschutzes dagegen weiter.

Bürgermeisterin Pamela Kruppa (CSU) berichtete in der Sitzung, dass im öffentlichen Dienst ein eklatanter Fachkräftemangel herrsche, den auch die Gemeinde Moosinning bei der Personalsuche deutlich spüre. Im Wettbewerb mit anderen öffentlichen Arbeitgebern in der Region könne man aufgrund des Wegfalls der Ballungsraumzulage derzeit kaum mithalten.

Manfred Lex: „Ich fühle mich etwas unwohl“

Der Hauptausschuss des Kommunalen Arbeitgeberverbands Bayern (KAV) hatte beschlossen, dass im Großraum München eine „Großraumzulage München“ bezahlt werden dürfe. Das sollte Moosinning nun machen.

„Ich fühle mich etwas unwohl“, bekannte Vize-Bürgermeister Manfred Lex (CSU). „Ich würde mich erst mit den Nachbargemeinden wie Neuching oder Finsing abstimmen. Wollen wir die ÖTV-Zulage oder die abgewandelte Zulage, wie es der Landkreis Erding macht?“ Geschäftsleiter Bernd Göhler erklärte, dass Finsing seine Zulage auf Basis des KAV-Vorschlags mache: „Das ist eine solide Grundlage.“ 

Kruppa: „Wir müssen uns am Markt behaupten“

Die Bürgermeisterin war gegen ein vorheriges Abstimmen mit den Nachbargemeinden. „Wir müssen uns am Markt behaupten. Wir stehen in Konkurrenz mit Garching und Ismaning, die stimmen sich auch nicht mit uns ab“, argumentierte sie. „Wir müssen auf uns schauen.“ Georg Nagler (SPD) stimmte ihr zu: „Ich würde nach dem Beschlussvorschlag abstimmen, denn es geht ja nicht um Beamte, sondern um Angestellte.“ In die gleiche Kerber schlug Werner Fleischer (BE): „Wir müssen schauen, dass wir unser Personal halten.“

Sechs Stimmen gegen die Zulage

Für Georg Humplmair (BB) war die Entscheidung dagegen „etwas überhastet“. Er sei für ein vorheriges Abstimmen mit den Nachbargemeinden, „und entscheiden soll es dann der neue Gemeinderat“.

Dieser Meinung widersprach Bürgermeisterin Kruppa. „Ich denke, dass der jetzige Gemeinderat lange genug im Amt ist, um das entscheiden zu können. Wir müssen ja auch den Haushalt beschließen“, stellte sie fest und ließ abstimmen. Bei sechs Gegenstimmen wurde der Beschlussvorschlag schließlich angenommen.

wk

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