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Weil die Baulandpreise explodiert sind, hat die Rechtsaufsicht den Verkauf von fünf Grundstücken in Moosinning untersagt. Die Bauwerber sind enttäuscht, Bürgermeisterin Kruppa ist „entsetzt“ (Symbolbild).

Baulandpreise explodiert

Rechtsaufsicht untersagt Grundstücksverkauf in Moosinning: Platzt der Traum vom Eigenheim?

Weil die Baulandpreise explodiert sind, hat die Rechtsaufsicht den Verkauf von fünf Grundstücken in Moosinning untersagt. Die Bauwerber sind enttäuscht, Bürgermeisterin Kruppa ist „entsetzt“.

Moosinning – „Entsetzt“: So hat Moosinnings Bürgermeisterin Pamela Kruppa (CSU) eigenen Worten zufolge auf eine für alle Beteiligten „unschöne Entwicklung“ reagiert, die sich die letzten zwei Wochen abgezeichnet habe: „Die Rechtsaufsicht hat ein Grundstücksgeschäft gestoppt.“ Fünf Parzellen im Baugebiet am Fasanenweg können den Bewerbern nicht, wie geplant, notariell übereignet werden. Die Hiobsbotschaft überbrachte Kruppa den Betroffenen am Donnerstagabend.

„Ich kann die Enttäuschung gut verstehen“

„Ich kann die Enttäuschung gut verstehen“, meinte die Bürgermeisterin im Gespräch mit unserer Zeitung und berichtet; „Es war Verbitterung da mit Diskussionen und Gesprächen.“ Doch sei das Treffen „den schwierigen Umständen entsprechend angemessen abgelaufen“.

Wegen der immensen Preissteigerung des Baulands von 500 Euro pro Quadratmeter auf 800 Euro plus komme das Grundstücksgeschäft nicht zustande. Der Gesamtwert des Areals sei inzwischen von rund einer Million auf etwa 1,6 Millionen Euro angestiegen. Die gemeindliche Rechtsvertretung habe auf das Dilemma hingewiesen, dass eine sogenannte Unterwertveräußerung juristisch nicht zulässig sei. Das würde den Straftatbestand der Untreue bedeuten und das Rechtsgeschäft wäre nichtig, informierte Kruppa.

Rechtsaufsicht hat Grundstücksgeschäft zum alten Preis untersagt

Die Rechtsaufsicht wurde eingeschaltet, habe das Grundstücksgeschäft zum alten Preis untersagt und empfehle aus Gründen der Transparenz eine neue Ausschreibung. „Mein Ziel war es, mit der Rechtsaufsicht das Grundstücksgeschäft abzustecken und auf den Weg zu bringen“, versicherte die Gemeindechefin.

Das geplatzte Geschäft hat eine längere Vorgeschichte: Die fünf Grundstücke in Gemeindebesitz sind auf dem ehemaligen Standort des Recyclinghofs platziert und wurden auf dem freien Markt angeboten, als das gesamte Baugebiet Gestalt annahm. Eine Bebauung wurde wegen der Verlegung des Wertstoffhofs nach einem „unverbindlichen Zeitplan“ voraussichtlich 2020 in Aussicht gestellt, was man den Bewerbern im Juli 2018 schriftlich mitgeteilt habe, so Kruppa.

„Notarverträge können erst später beurkundet werden“

Sie hatten, wie alle Bauwilligen der neuen Siedlung, im Januar 2016 ihre Grundstücke ausgesucht – allerdings unter anderen Bedingungen. Für den Bereich des damaligen Wertstoffhofgeländes sei bereits da festgestanden, „dass Notarverträge erst später beurkundet werden können“, so Kruppa. Seitens der Gemeinde sei schriftlich kommuniziert worden, dass man erst dann „zur notariellen Übereignung bereit ist, wenn der Recyclinghof verlegt ist“ und dass man vorher keinen rechtsverbindlichen Anspruch einräumen könne.

Gemeinde übernimmt keine Haftung

Die Gemeinde habe die Betroffenen auch schriftlich darauf hingewiesen, dass sie keine Haftung übernehme, falls vor einer notariellen Beurkundung Aufwendungen für die bauliche Vorbereitung der Grundstücke in Auftrag gegeben würden.

Man versucht, mit juristischem Beistand eine Lösung zu finden

Die Verlegung des Recyclinghofs habe sich zeitlich hingezogen, bedauerte Kruppa. „Wir hatten gedacht, dass das Ganze in einem Jahr über die Bühne geht.“ Ob es für die betroffenen Bauwerber jetzt überhaupt noch eine gute Entscheidung geben kann, steht in den Sternen. Man versuche mit juristischem Beistand, eine Lösung zu finden, könne jedoch nichts in Aussicht stellen, so Kruppa.

Vroni Vogel

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