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Kruppa oder Lex? In der Bürgerversammlung am Mittwoc h zeichnete die Bürgermeisterin ihren Vize für 40 Jahre aktiven Dienst bei der Feuerwehr. Nächsten Donnerstag werden die gut 150 Mitglieder des CSU-Ortsverbands Moosinning-Eichenried entscheiden, wer für ihre Partei als Bürgermeister kandidiert. 

Ortsverband will Vize-Bürgermeister ins Rennen nominieren

Lex gegen Kruppa: Moosinnings CSU steht vor einer Kampfabstimmung

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Jetzt ist die Katze aus dem Sack: Die CSU Moosinning schickt Manfred Lex ins Rennen ums Bürgermeisteramt. Auch die amtierende Pamela Kruppa will kandidieren. In der Aufstellungsversammlung dürfte es zu einer Kampfabstimmung kommen.

Moosinning– Insgesamt eineinhalb Jahre lang hat Moosinnings Vize-Bürgermeister Manfred Lex Pamela Kruppa im Amt vertreten. Jetzt möchte der 63-Jährige offiziell Gemeindechef werden – und dürfte mit dieser Ankündigung eine CSU-interne Kampfabstimmung auslösen. Bei der Aufstellungsversammlung am Donnerstag, 21. November, wird es wohl zwei Kandidaten geben, die ins Rennen gehen wollen.

„Jetzt ist das Geheimnis gelüftet“

Lex war lange als potenzieller Bewerber gehandelt worden, hatte sich bis zuletzt aber bedeckt gehalten. „Jetzt ist das Geheimnis gelüftet“, eröffnete CSU-Ortsvorsitzende Manuela Marheineke am Freitag ein Pressegespräch, in dem sie Lex als „favorisierten Bürgermeisterkandidaten von Vorstand und Fraktion“ präsentierte. Der 63-Jährige wiederum freut sich über diese Unterstützung: „Das stärkt mir den Rücken.“

„Es wird sicher ein knappes Rennen“

In der Aufstellungsversammlung am Donnerstag (19 Uhr, Oberwirt) dürfte es damit zu einer Kampfabstimmung kommen. Längst bekannt ist, dass Kruppa wieder antreten möchte. Seit Monaten wirbt sie neue Mitglieder, mobilisiert ihre Unterstützer. Das tut auch der Ortsvorstand für seinen Kandidaten. Doch: „Es wird sicher ein knappes Rennen. Wir wissen nicht, wie es ausgeht – oder was passiert, wenn es nicht so ausgeht, wie wir uns das wünschen“, sagte Marheineke. Auf der Liste stehen nämlich auch Bewerber, die nur mit Lex als Bürgermeisterkandidat antreten wollen. Zugleich wisse man nicht, ob nicht auch Kruppa am Donnerstag eigene Anwärter aufs Gemeinderatsmandat aus dem Hut zaubert.

„Wir wollen keine schmutzige Wäsche waschen“

Lex und Marheineke betonten einhellig, dass man auch in Zukunft „keine schmutzige Wäsche waschen wolle“. Man werde zwar für seine Ziele kämpfen, aber sicherlich niemanden persönlich angreifen. Beide hoffen deshalb, dass die Versammlung möglichst sachlich und ohne Emotionen abläuft. „Es ist eine demokratische Wahl, da soll es fair zugehen“, so Lex.

„Mir liegt die Gemeinde am Herzen“

Er lebt seit 43 Jahren ist Moosinning, ist ebenso lange verheiratet und hat drei Kinder sowie sieben Enkel. Bis zur Rente war der Kfz-Meister Abteilungsleiter in der Produktion bei BMW, war dort nach eigenen Worten für 1300 Mitarbeiter verantwortlich. Er gibt zu, dass er lange mit sich gerungen habe, ob er kandidieren solle. „Aber mir liegt die Gemeinde am Herzen, und ich will für die Bürger da sein“, erklärt er seine Motivation.

Erfahrung in diesem Amt hat er genug. Seit 2007 ist Lex im Gemeinderat, seit Dezember 2015 Zweiter Bürgermeister. Kruppa hat er monateweise immer wieder vertreten, insgesamt eineinhalb Jahre lang. In dieser Zeit habe es stets eine „gute und ehrliche Zusammenarbeit“ mit den Rathausmitarbeitern gegeben, er habe sich wohlgefühlt, seine Tür sei immer offen gewesen. Als harmonisch beschreibt Lex auch die Zusammenarbeit im Gremium, für seine Arbeit als Bürgermeister sei er auch von anderen Fraktionen gelobt worden. „Das hat mich besonders gefreut“, gibt Lex zu, der mit seinen 63 Jahren höchstens eine Periode im Amt bleiben kann. „Uns war aber wichtig, dass wir jemanden haben, der Erfahrung hat – gerade bei den vielen aktuell laufenden Projekten“, erklärte Marheineke.

„Ich stehe für eine moderne, ehrliche Kommunalpolititk“

Gleichwohl denke man an die Zukunft und wolle deshalb in der Aufstellungsversammlung speziell einen Bewerber präsentieren, den man als Bürgermeisterkandidat für die Wahlen in sechs Jahren aufbauen möchte – so er denn ins Gremium gewählt wird. Mit Lex als Rathauschef setze man so auf einen „nahtlosen Übergang, um das Amt, wenn es uns gelingt, in sechs Jahren in jüngere Hände zu geben“.

„Ich stehe für eine moderne, ehrliche und bürgernahe Kommunalpolitik“, sagte Lex. In der Vertretung habe er sich um die kleinen oder großen Probleme der Bürger gekümmert, habe sich persönlich vor Ort angeschaut, wo der Schuh drückt („Ich bin kein Bürositzer“). Um ein Problem zu lösen, gebe es immer einen Weg. „Und wenn nicht, dann machen wir einen Weg.“ Als Beispiel dafür nannte Lex die Bauwünsche zahlreicher Bürger, die er persönlich unterstützt habe. Der persönliche, ehrliche und sachliche Kontakt mit den Behörden habe hier viel bewirken können.

Plan 2030 für wichtige Zukunftsprojekte

„Die Gemeinde lebt ein wenig in der Vergangenheit, wir robben bei vielem hinterher“, sagte Lex. Deshalb wolle er, sollte er Bürgermeister werden, mehr in die Zukunft schnauen und Themen auch abarbeiten, statt sie nur anzusprechen. Ihm schwebt dazu ein „Plan 2030“ vor, um wichtige Projekte voranzutreiben – der Breitbandausbau, eine Einrichtung für Senioren oder auch das Sorgenkind Gewerbe zum Beispiel.

„Das ist eigentlich traurig in Moosinning, denn wir haben hier einen Rückwärtsgang eingelegt“, meinte Lex. Im Gewerbegebiet stünden Gebäude leer, ein großer Getränkemarkt ziehe weg, weil die Gemeinde ihm nichts bieten könne, ebenso ein großer Konzern mit türkischen Lebensmitteln. „Da müssen wir uns mehr engagieren. Andernorts, wie in Finsing, Neuching oder Erding, blüht das Gewerbe.“

vam

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