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Raus in die Natur: Die Gemeinde Moosinning plant einen Wald- oder Naturkindergarten und schafft dafür nun die Voraussetzungen. 

Moosinning plant Naturkindergarten

Gespielt und gelernt wird draußen

  • Wolfgang Krzizok
    vonWolfgang Krzizok
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In Moosinning soll es bald einen Wald- beziehungsweise Naturkindergarten geben. Das hat der Gemeinderat beschlossen. Träger soll die Kinderland plus gGmbH aus Poing werden.

Moosinning– „Die Gemeinde ist für die Bereitstellung von Kinderbetreuungsplätzen zuständig“, erklärte Bürgermeister Georg Nagler (SPD). „Das bedeutet, dass die Gemeinde im eigenen Wirkungskreis verpflichtet ist, für alle Kinder bis zur Vollendung des 14. Lebensjahrs ausreichend Kinderbetreuungsplätze zur Verfügung zu stellen.“

Aktuell werde der Kindergarten St. Joseph Eichenried um insgesamt drei Gruppen erweitert. Angedacht sei gewesen, die Einrichtung um eine Kindergartengruppe mit 25 Plätzen und zwei Krippengruppen mit je zwölf Plätzen zu erweitern. „Aufgrund der aktuellen Wartelisten ist jedoch vorgesehen, den Betrieb voraussichtlich im Herbst 2020 stattdessen mit zwei Kindergartengruppen und einer Krippengruppe aufzunehmen“, berichtete der Bürgermeister. Voraussetzung hierfür sei unter anderem, dass durch den Träger das benötigte Betreuungspersonal eingestellt werden könne.

„Insgesamt ist die Betreuungssituation in der Gemeinde angespannt“, gab Nagler zu. „Auch aufgrund der Elternbefragung im November 2019 ist ersichtlich, dass die Nachfrage nach Betreuungsplätzen höher als das Angebot in der Gemeinde ist.“

Aktuell werden 33 Kinder (davon 22 Kindergartenkinder) in auswärtigen Einrichtungen betreut. „In Einzelfällen auf Wunsch der Eltern, vielfach aber, weil die benötigten Plätze in der Gemeinde fehlen“, erklärte der Rathauschef. Es sei daher nach verschiedenen Lösungsmöglichkeiten gesucht worden.

Eine Überlegung sei, im Gemeindebereich einen Natur- beziehungsweise Waldkindergarten einzurichten, was relativ kurzfristig geschehen könne, da dieser nicht zwingend gebäudebezogen sein müsse. Zum Wohl der Kinder müsse jedoch eine Schutzhütte oder ein Bauwagen zur Verfügung stehen.

Bei der Elternbefragung sei unter anderem der Wunsch nach dieser Betreuungsform angegeben worden, zudem werde im Landkreis allgemein die Betreuung in einem Naturkindergarten von Eltern gut angenommen. Für den Bürgermeister „ist ein vielfältiges Angebot unterschiedlicher Betreuungsformen in einer Gemeinde durchaus positiv“. Zum potenziellen Träger Kinderland plus gGmbH bestehe bereits Kontakt. Sie betreibt mehrere Naturkindergärten, auch im Landkreis Erding.

Nagler schlug vor, mit Kinderland eine solche Einrichtung aufzubauen und einen entsprechenden Vertrag über die Betriebsträgerschaft zu schließen. „Auch das Landratsamt Erding als Genehmigungs- und Aufsichtsbehörde, steht dem Vorhaben positiv gegenüber“, berichtete Nagler.

Zusätzlich zum Bauwagen beziehungsweise der Schutzhütte werde ein geeignetes Grundstück benötigt. „Die Gemeinde verfügt über einige Waldgrundstücke“, teilte der Bürgermeister mit. Mit Fachpersonal werde eine möglicher Standort ausgewählt. Parallel dazu würden bereits Angebote für einen Bauwagen eingeholt. Ziel sei es, den Naturkindergarten zeitnah zu errichten.

„Im Haushaltsplan 2020 sind keine Mittel berücksichtigt, die benötigten Mittel können allerdings durch Einsparungen im Vermögenshaushalt gedeckt werden“, erklärte Nagler zur Finanzierung. Über die Höhe und die Deckung werde der Gemeinderat in einer seiner nächsten Sitzungen genauer informiert. „Dann wird sich auch der Träger vorstellen“, kündigte Nagler an. Er sprach von veranschlagten Kosten in Höhe von rund 60 000 Euro und fragte in die Runde: „Sollen wir den Plan weiterverfolgen?“

„Ich bin dafür“, sagte Helmut Scharlach (BB), während Anneliese Ways (SPD) vorschlug, „erst einmal eine Umfrage bei den Eltern zu machen“. Es sei ein Angebot an ein spezielles Klientel, stellte Nagler fest, „ein interessantes On-Top-Angebot“. 17 Kinder müssten mindestens angemeldet werden. Der Gemeinderat beschloss einstimmig, die Voraussetzungen für einen Naturkindergarten zu schaffen und die Beschaffung eines Bauwagens einzuleiten. In einer der nächsten Sitzungen wird sich dann der Träger vorstellen.

wk

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