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Aus kleinen Gartenhäusern können schnell große Hütten werden. Moosinning will Schwarzbauten schon seit Jahren bekä mpfen. Vor allem geht es um Freizeithütten, Gewächshäuser und Campingwagen - hier ein Archivfoto.

Freizeithütten, Gewächshäuser und Campingwagen in Moosinning

Schwarzbauten droht die Abrissbirne

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Moosinning nimmt die Schwarzbauten im Gemeindegebiet unter die Lupe. Auch Zäune und Bienenhäuser sind im Visier.

Moosinning – Den Schwarzbauten im Gemeindegebiet Moosinning soll es endgültig an den Kragen gehen. Seit Jahren schon versuchen die Kommune und der Gemeinderat der teils unübersichtlichen Lage Herr zu werden. Zu diesem Zweck hat er eine Auflistung der nicht genehmigten Bauten erstellt und im Juli 2018 dem Landratsamt zur Kenntnisnahme und Überprüfung ausgehändigt. Georg Wendlinger, Leiter Fachbereich Bauen im Landratsamt, hat den Gemeinderäten in der Sitzung den Sachstand erläutert.

Zunächst sei zu prüfen, „welche Dinge einer Beseitigung zugeführt werden sollen“, erklärte Wendlinger. Vor allem handle es sich um Freizeithütten, Gewächshäuser und Campingwagen, die unerlaubt gebaut worden seien. Ziel sei freilich die Beseitigung von allen Schwarzbauten („Ein einheitliches Vorgehen ist wichtig“), gleichzeitig gebe es aber auch „einige Fallstricke“.

So ist es zum Beispiel „bei baulichen Anlagen, die vor mehr als 20 Jahren errichtet worden sind, nicht mehr so leicht“. Hier sei es so, dass normalerweise zwar eine Beseitigungsanordnung erlassen werde, allerdings dazu eine „Zusicherungsanordnung bis zum baulichen Verfall erteilt wird“. Eine Komplettbeseitigung zu erreichen, sei aus verschiedenen Gründen unmöglich, erklärte der Fachbereichsleiter. Zum Beispiel könne eine Bienenzucht auch nachträglich eine Baugenehmigung erhalten.

„Wir meinen, dass wir schon Erfolge erzielt haben“, resümierte Wendlinger. „Zumindest haben wir bei den Leuten das Bewusstsein geschärft, dass sie unter Beobachtung stehen und sich nicht mehr alles leisten können.“

Beim Thema Imkerei hakte Georg Brummer ein. „Auf mehreren Grundstücken sieht man Bienenhäuser stehen“, meinte der CSU-Gemeinderat. „Und daneben stehen Gartenhäuser mit Türen.“ Es sei durchaus erlaubt, dass an einen Bienenstock ein Schleuderraum und auch ein WC angebaut werde, erläuterte Wendlinger. „Die Genehmigung geht einher mit der Nutzungsdauer.“ Auf Brummers Frage, ob diese auch überprüft werde, entgegnete Wendlinger: „Das liegt alle ein bis zwei Jahre auf Wiedervorlage und wird kontrolliert.“

Brummer kritisierte auch noch einen anderen Bau, „mit einem Zaun, dass keiner mehr ins Grundstück schauen kann, und einem Gartentor von fünf auf drei Metern“. Und er fragte: „Das bringt Unruhe bei den Leuten, warum wird so was geduldet?“ Vizebürgermeister Manfred Lex (CSU) ergänzte, dass auch die Maibaumhütte an der Eicherloher Straße noch stehe: „Da sind Fundamente gegossen worden, und die Hütte steht drauf.“ Wendlinger versprach, dass sich das Landratsamt darum kümmern werde.

Richard Döllel (SPD) sprach noch einen Fall an, bei dem es um feste Zäune in freiem Gelände geht, bei einem Reiterhof Richtung Eicherloh. „Zäune im freien Gelände sind grundsätzlich verboten“, erklärte Wendlinger. „Das dürfen nur privilegierte Landwirte, und die Zäune müssen sockellos sein.“ Im von Döllel angesprochenen Fall könne es sein, „dass hier das Amt für Landwirtschaft entgegen der Auffassung des Landratsamts eine Genehmigung erteilt hat“. Der Fachbereichsleiter sagte zu, dass er auch hier noch einmal nachhaken werde.

Letztlich sei der jeweilige Erbauer in der Bringschuld, stellte Wendlinger abschließend im Gemeinderat fest: „Er muss beweisen, dass der Bau seit mehr als 20 Jahren steht, und nichts verändert worden ist. Ansonsten muss der Bau beseitigt werden.“

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