Ein Spaß für Jung und Alt: Bei schönem Wetter herrscht Hochbetrieb am Moosinninger Weiher – auch ohne Badeinsel. Unser Bild stammt aus dem Sommer 2019.
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Ein Spaß für Jung und Alt: Bei schönem Wetter herrscht Hochbetrieb am Moosinninger Weiher – auch ohne Badeinsel. Unser Bild stammt aus dem Sommer 2019.

Gemeinde erstellt Sicherheitskonzept

Plattform im Weiher: Moosinning ist noch nicht reif für die Insel

  • Wolfgang Krzizok
    vonWolfgang Krzizok
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Die Badeinsel im Moosinninger Weiher bleibt vorerst auf dem Trockenen. Erst wenn ein Sicherheitskonzept erarbeitet ist, kommt sie wieder in den Weiher.

Moosinning – Wie geht es weiter mit der Badeinsel im Moosinninger Weiher? Im Juni vergangenen Jahres hatte der Gemeinderat beschlossen, sie aus Sicherheits- beziehungsweise Haftungsgründen zu entfernen. Grund war ein Urteil, das der Bundesgerichtshof (BGH) nach einem Unglücksfall im Westerwald gefällt hatte, bei dem ein zwölfjähriges Mädchen sich in einer Leine verfangen hatte, untergegangen war und bleibende Hirnschäden davongetragen hatte.

Moosinnings Bürgermeister Georg Nagler (SPD) wollte die Insel nun wieder ins Wasser setzen lassen, doch es gab in der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend eine längere Diskussion. Jetzt muss erst ein Sicherheitskonzept her. Dieses Thema hatte kürzlich auch die Gemeinden Neuching und Wörth mit ihren Badeweihern beschäftigt (wir berichteten).

„Damals war der Beschluss legitim“, betonte der Bürgermeister. „Problem ist: Es wird immer auf das BGH-Urteil hingewiesen, aber wir haben es gar nicht gelesen.“ Das habe er nun getan. Das Mädchen habe sich in einer Boje verfangen und nicht in einer Badeinsel, konstatierte er. Er wolle die Insel daher wieder im Moosinninger Weiher haben, dabei aber das Gefahrenpotenzial so gering wie möglich halten. Sie sei vom TÜV und der DLRG geprüft worden, ein Restrisiko bleibe jedoch immer. „Mein Wunsch ist es, die Insel wieder zu installieren“, stellte der Rathauschef fest.

„Mit ist das Risiko zu groß, die Gefahr zu hoch“, entgegnete Manfred Lex (CSU). „Das kann ich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren.“ In Moosinning sei nur am Wochenende eine Badeaufsicht da. Sabine Stangl (BE) meinte, dass der Badeweiher abgewertet würde, wenn alle Sachen entfernt würden, und sprach sich wie der Bürgermeister für die Insel aus.

Ähnlich die Meinung von Christian Nagler (BB): „Wenn es rechtlich darstellbar ist – drinlassen.“ Pragmatisch sah es Andreas Humplmair (CSU), denn mit der Insel habe man einen Punkt, „wo auch schwächere Schwimmer hin schwimmen können. Ich sehe mehr Sicherheitsnutzen als Schaden.“

Dass das Landratsamt, wie berichtet, ganz aktuell die Badestege im Notzinger Weiher und Thenner See gesperrt hat, brachte Josef Romir (SPD) auf die Palme. „Da bleibt mir die Luft weg“, grantelte er. „Wir haben es in der Hand, wir können es beschließen. Ich bin dafür, dass die Insel wieder reinkommt.“ Lex wies auf den Notzinger Weiher hin: „Da ist der Standard zweimal höher als bei uns.“ Und er fragte sich: „Wenn sie da sperren, dann wird das schon einen Grund haben.“

Georg Nagler sagte, dass seiner Meinung nach ein Steg viel mehr Gefahren berge als eine Badeinsel. „Aber wo höre ich auf?“, fragte er. Es sei ein heikles Thema. Dann müsse man eben eine Firma beauftragen, die eine Gefahrenanalyse anfertige – „egal was es kostet“. Für ihn gehe von der Brücke am Weiher, von der Kinder und Jugendliche runterspingen, eigentlich die größere Gefahr aus. „Dann müssten wir alles sofort raustun und den See sperren“, erwiderte Richard Döllel (SPD) sarkastisch.

Romir regte an, Schilder aufzustellen mit dem Hinweis, dass die Insel nur betreten werden dürfe, wenn die DLRG anwesend sei. „Bei Schildern ist es schön, dass sie dort sind. Aber letztlich haben sie keine rechtlichen Konsequenzen“, erklärte Georg Nagler und schlug dann vor: „Wir heben den Beschluss vom vergangenen Jahr auf und lassen ein Verkehrssicherungskonzept erstellen.“ Dann könne man später die Badeinsel wieder im See installieren. Gegen die Stimmen von Lex und Anneliese Ways (SPD) wurde dieser Beschlussvorschlag angenommen.

wk

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