Familienmensch: Moosinnings neuer Bürgermeister Georg Nagler mit Tochter Anna, Gattin Brigitte und Sohn Georg.
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Familienmensch: Moosinnings neuer Bürgermeister Georg Nagler mit Tochter Anna, Gattin Brigitte und Sohn Georg.

Georg Nagler (41/SPD) im Interview

Moosinnings neuer Bürgermeister: „Mein erster Weg führt zur Kämmerin“

  • Wolfgang Krzizok
    vonWolfgang Krzizok
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Heute hat Georg Nagler seinen ersten Tag als Bürgermeister von Moosinning. Wir sprachen mit ihm über seine neue Aufgabe.

Moosinning – Georg Nagler ist der neue Bürgermeister von Moosinning. Der 41-jährige Lehrer, Politikwissenschaftler und SPD-Gemeinderat hat sich bei den Kommunalwahlen gegen Manfred Lex (CSU) durchgesetzt und tritt damit die Nachfolge von Pamela Kruppa (CSU) an. Seit Freitag ist der verheiratete Vater von zwei Kindern offiziell im Amt, heute ist sein erster Arbeitstag, am Dienstagabend steht die konstituierende Sitzung des Gemeinderats auf dem Programm (19.30 Uhr, Bürgersaal Eichenried). Wir sprachen mit Nagler über seine neue Aufgabe.

Herr Nagler, wegen Corona steht das öffentliche Leben weitgehend still. Haben Sie sich überhaupt richtig von Ihren ehemaligen Kollegen in München verabschieden können?

Ich bin seit zwei Jahren abgeordnet ins Referat für Bildung und Sport bei der Stadt München. Seit Fasching mussten wir wegen der Corona-Krise sehr viel koordinieren, improvisieren und hatten dauernd Kontakt zu den Schulleitern. Dann hatte ich noch eine Woche Urlaub und war immer wieder im Homeoffice, wie meine Kollegen – also ein richtiges Verabschieden war nicht möglich. Ich habe mir den Abschied von ihnen natürlich anders vorgestellt.

Ihren Wahlsieg konnten Sie ja auch nicht feiern.

Es war vor sechs Wochen natürlich ein schönes Gefühl, als ich die Wahl gewonnen hatte. Leider konnte das Unterstützerfest aufgrund der Corona-Situation nicht durchgeführt werden. Ich werde es auf jeden Fall nachholen, auch wenn sicherlich das Gefühl nicht mehr so da sein wird.

Heute ist Ihr erster Arbeitstag, morgen gleich die erste Sitzung. Freuen Sie sich darauf?

Oh ja, und wie. Die Sitzung habe ich gemeinsam mit der Verwaltung schon vorbereitet. Kurioserweise habe ich vergangene Woche schon einige Anrufe von Bürgern bekommen, die Anliegen hatten, dabei war ich da noch gar nicht Bürgermeister (lacht).

Konnten Sie sich überhaupt richtig auf Ihr neues Amt vorbereiten?

Ich war ja schon Gemeinderat, habe also ein gewisses Grundwissen, aber Bürgermeister ist halt schon was ganz anderes. Ich habe mich schon ins Kommunalrecht eingelesen. Die Bürgermeister-Seminare sind leider alle abgesagt worden und sollen jetzt im Juli stattfinden. Web-Seminare gibt es leider keine. Umso mehr bin ich froh, dass ich mit Bernd Göhler einen Geschäftsleiter habe, auf den ich mich verlassen kann und zu dem ich ein vertrauensvolles Verhältnis habe.

Was erwarten Sie vom neuen Gemeinderat?

Ich freue mich auf den neuen Gemeinderat. Da sind viele junge Leute drin, die engagiert und sachorientiert arbeiten. Da bin ich mir sicher. Sie haben einen anderen Blickwinkel. Ich bin auch sicher, wir werden ein sehr harmonisches und sachorientiertes Verhältnis haben.

Ganz ehrlich: Hatten Sie mit Ihrem Wahlsieg gerechnet?

Es kam nicht komplett überraschend für mich. Ich hatte ein gutes Gefühl und wusste, dass wir von der SPD ein gutes Angebot für die Wähler hatten. Auch war ich bei meinen Hausbesuchen viel unterwegs und habe viel positive Resonanz erhalten. Schön, dass das dann auch bestätigt wurde.

Haben Ihnen die Querelen innerhalb der CSU in die Karten gespielt?

Das ist schwer zu sagen. Wir hatten uns schon lange positioniert, und ich wusste ja lange nicht, gegen wen ich antreten werde. Was intern bei der CSU war, will ich nicht kommentieren. Nur so viel: Die Gemeinde Moosinning hat durchaus ein großes CSU-Wählerpotenzial, und Manfred Lex war auch eine gute Option.

Wie lief die Amtsübergabe mit Ihrer Vorgängerin Pamela Kruppa?

Absolut professionell. Wir hatten ein sehr vertrauensvolles Gespräch und haben auch ein paar mal miteinander telefoniert. Sie sagte, wenn ich Fragen hätte, dürfte ich mich jederzeit an sie wenden.

Welche Projekte wollen Sie zuerst angehen?

Es gibt sehr viele Sachen, die weitergeführt werden müssen. Ich nenne nur mal das Freizeitgelände Moosinning, die Erweiterung der Schule in Moosinning und des Kindergartens in Eichenried. Das sind ganz aktuell die größten Baustellen.

Kann man in der derzeitigen Situation überhaupt seriös planen?

Mein erster Weg im Rathaus an meinem ersten Arbeitstag wird der zur Kämmerin sein. Mit ihr möchte ich besprechen, wo der Weg hinführt. Wir haben favorisierte Aufgaben, die wir erledigen müssen, das sind unsere Pflichtaufgaben. Allgemein müssen wir schauen, was möglich ist.

Was steht noch auf Ihrer Agenda?

Die Grundstücksverhandlungen fürs Feuerwehrhaus müssen abgeschlossen werden, an der Ortsdurchfahrt Eichenried müssen wir dranbleiben. Und dann das leidige Thema Ortsumfahrung. Da müssen wir schauen, wie der Sachstand ist. Das Gewerbegebiet Am Bleichbach müssen wir ebenfalls vorantreiben, den Kreisverkehr am Rewe, und das Mehrgenerationenhaus beziehungsweise Seniorenangebot müssen wir alle gemeinsam auf der Agenda haben. Der Bedarf bei den Senioren ist da. Aber, und das ist jetzt ganz wichtig, wir müssen schauen, wie die finanzielle Lage ist.

Eigentlich hätten vergangene Woche in einer separaten Veranstaltung die ausscheidenden Gemeinderäte verabschiedet werden sollen. Das wurde wegen Corona abgesagt. Gibt’s schon einen neuen Termin?

Nein, leider noch nicht. Dass der Termin abgesagt werden musste, finde ich schade, denn die ausscheidenden Gemeinderäte wären hier würdevoll verabschiedet worden. Der Termin wird zwar natürlich nachgeholt, aber in ein paar Wochen oder gar Monaten wird das Gefühl nicht mehr dasselbe sein. Mir tut das leid, um die Gemeinderäte, die sich seit Jahren beziehungsweise Jahrzehnten ehrenamtlich für die Gemeinde Moosinning engagiert haben.

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