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In ihrem Element: Bürgermeisterin Pamela Kruppa als Hausherrin beim Merkur CUP-Bezirksfinale 2019 in Eichenried.

Interview

Moosinnings Ex-Bürgermeisterin Pamela Kruppa: „Ich werde jetzt mein Leben genießen“

  • Wolfgang Krzizok
    vonWolfgang Krzizok
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Nach zwölf Jahren im Amt hatte Pamela Kruppa am Donnerstag ihren letzten Arbeitstag als Bürgermeisterin der Gemeinde Moosinning. Eigentlich wollte die 44-Jährige nach zwei Amtszeiten noch einmal kandidieren, verlor aber bei der internen Kandidatenaufstellung der CSU im November gegen Manfred Lex. Der wiederum musste sich bei der Bürgermeisterwahl im März Georg Nagler von der SPD geschlagen geben. Im Interview zieht Kruppe Bilanz.

Moosinning – Frau Kruppa, wie haben Sie die letzten Wochen als Bürgermeisterin verbracht?

Vorwiegend mit Urlaub. Ich hatte noch sehr viel Resturlaub, den ich aus gegebenem Anlass daheim verbracht habe. Ein paar Tage war ich aber zuletzt schon noch im Rathaus.

Wie sind Sie als Bürgermeisterin bisher mit der Corona-Krise umgegangen?

Beim Lockdown war ich noch in Urlaub. Und dann trifft man Maßnahmen, die notwendig sind, beziehungsweise setzt sie entsprechend um. Wichtig ist, dass die Mitarbeiter geschützt werden.

Eine entsprechende Verabschiedung war da wohl kaum möglich, oder?

Nein, leider nicht. Ich wollte mich persönlich von meinen Mitarbeitern verabschieden und hatte auch eine entsprechende Feierlichkeit geplant. Das ist jetzt nicht möglich, was ich sehr schade finde. Gerne hätte ich mich mit einem speziellen Dank und persönlichen Worten verabschiedet. Das war jetzt nur im Einzelfall möglich. Zum Teil habe ich mich schriftlich verabschiedet.

Erinnern Sie sich noch
an Ihre Anfänge als
Bürgermeisterin?

Oh ja, daran kann ich mich noch gut erinnern. Ich war da ganz schnell im Hamsterrad drin. Eine Veranstaltung hat die nächste gejagt, ich habe viele Seminare besucht. Viele Bürger sind auch gleich mit Anliegen zu mir gekommen. Die Einarbeitung war sehr anstrengend, aber auch sehr spannend. Man wird mit vielen Themen konfrontiert, die es in anderen Berufen nicht gibt.

Haben Sie das Rathaus an Ihrem letzten Arbeitstag mit einem lachenden oder einem weinenden Auge verlassen?

Mit zwei lachenden, denn ich blicke immer mit lachenden Augen in die Zukunft. Es waren spannende Jahre mit vielen Projekten. Jetzt kommt eine neue Zeit, und darauf freue ich mich wahnsinnig.

Was waren die
wichtigsten Projekte
in Ihrer Amtszeit?

Das wichtigste Projekt überhaupt war die Moosinninger Ortsumfahrung. Es ist mir gelungen, das Projekt in den vordringlichen Bedarf zu kriegen und so anzuschieben, dass es jetzt in die Planungsphase geht – alle Hindernisse sind weg. Andere wichtige Projekte waren der Ausbau der Kinderbetreuung mit Kindergarten und Krippe, die Schulerweiterung, dass die Grundschule jetzt zukunftsfähig ist, und dass das Gewerbegebiet auf den Weg gebracht worden ist.

Gibt es Entscheidungen, die Sie heute anders treffen würden?

Im Moment nicht. Im Nachhinein ist man immer klüger. Aber ich stehe zu allen meinen Entscheidungen und habe unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen und Umstände immer das Beste rausgeholt.

Was würden Sie als
größten Erfolg in Ihrer zwölfjährigen Amtszeit bezeichnen?

Neben den vorher schon erwähnten Dingen wie Kindergartenbau und Schulerweiterung war es auf alle Fälle die Ortsumfahrung. Das war in der Gemeinde in den letzten Jahren immer das wichtigste Thema. Das wird sehr interessant, wenn es jetzt dann an die Umsetzung geht. Da ist der neue Gemeinderat voll gefordert. Ebenso die Sicherung der Nahversorgung durch einen Vollsortimenter. Der neue Standort des Rewe-Marktes an der B 388 war entscheidend.

Was war Ihre
größte Niederlage
als Bürgermeisterin?

Da fällt mir nichts ein. Die Schließung des Eichenrieder Schulhauses war jedoch sehr enttäuschend.

Was war das schönste Erlebnis in Ihrer Amtszeit?

Ein schönstes Erlebnis gab es nicht. Es waren viele kleine Erlebnisse, die mir in Erinnerung geblieben sind, wie zum Beispiel Trauungen, die ganz besonders waren, Vereinsaktivitäten und natürlich das auf den Weg bringen der Ortsumgehung. Ganz besonders schön waren auch Gespräche mit Kindern und Familien, das Lächeln und die Dankbarkeit, wenn man zum Beispiel beim Vermitteln eines Kindergartenplatzes helfen konnte.

In letzter Zeit wird von vielen Bürgermeistern beklagt, dass der Umgangston, vor allem in den sozialen Medien, rauer und der Respekt weniger geworden ist. Wie waren da Ihre Erfahrungen?

Also zunächst mal habe ich in keinem sozialen Netzwerk einen Account und verfolge diese auch nicht. In der Politik ist es generell so, dass im Hintergrund aggressive Töne und Beleidigungen herrschen, auch mal unter vier Augen, und dass da die Öffentlichkeit meist wenig mitbekommt. Insgesamt habe ich aber schon einen mangelnden Respekt im Umgang miteinander festgestellt, allerdings nicht nur in der Politik.

Sie sind von der Mehrheit der CSU-Mitglieder nicht mehr als Bürgermeisterkandidatin nominiert worden. Dass mit Georg Nagler ein SPD-Mann die Bürgermeisterwahl dann gegen Manfred Lex von der CSU gewonnen hat, macht Sie das nicht ein wenig schadenfroh?

Nein, denn ich bin mit Leib und Seele CSUlerin. Aber überrascht hat mich das Ergebnis letztlich nicht. Das hat mir die Stimmung in den Tagen nach der CSU-Versammlung im November gezeigt. Viele Leute wollten meinen Weg gehen und meine Position unterstützen, konnten das dann aber letztlich nicht mehr. Für die CSU ist das Ergebnis natürlich äußerst bedauerlich.

Konnte denn in Zeiten der Corona-Krise überhaupt eine ordentliche Amtsübergabe zu Ihrem Nachfolger stattfinden?

Ja, natürlich. Wir sind alle Themen durchgegangen. Herr Nagler hatte in den letzten Tagen schon freie Hand, um sich mit den Mitarbeitern im Rathaus auszutauschen, damit es einen fließenden Übergang gibt. Eigentlich wollte ich ihn bei einigen öffentlichen Veranstaltungen noch vorstellen, aber das hat wegen Corona leider nicht funktioniert.

Welche Tipps haben Sie Ihrem Nachfolger gegeben?

Dass er immer bei seiner Linie bleibt und seinen Weg geht.

Und wie geht es
bei Ihnen weiter?

Ich werde jetzt mein Leben abseits der Öffentlichkeit genießen.

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