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Anbau, Neubau oder Auslagerung? Das Moosinninger Rathaus – links daneben befindet sich eine Sparkassen-Filiale – platzt nach den Worten von Bürgermeisterin Pamela Kruppa aus allen Nähten. 

Erweiterung, Auslagerung oder Neubau?

Kruppa überrascht ihren Gemeinderat: Moosinnings Rathaus ist zu klein

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Für überraschte Gesichter im Moosinninger Gemeinderat sorgte Bürgermeisterin Pamela Kruppa (CSU). Das Rathaus sei „platzmäßig am Anschlag“. Man komme um eine Vergrößerung nicht herum – sei es nun in Form eines Anbaus, einer Auslagerung von Büros oder eines kompletten Neubaus. Dem Gremium war dies völlig neu.

Moosinning– Nach dem Haushalt fürs laufende Jahr (Bericht folgt) stand im Rahmen des Finanzplans 2020 bis 2022 ein Antrag der Bürgerschaft Eichenried zur Diskussion. Wie berichtet, hatte die Fraktion beantragt, das Rathaus barrierefrei umzubauen: Es gebe zwar einen Lift zum Eingang des Gebäudes, nicht aber in den erstem Stock. Helmut Scherzl (BE) berichtete, dass man bei der Hochzeit seines Sohnes zwei Gäste im Rollstuhl nach oben habe tragen müssen. Ein Zustand, der so nicht länger tragbar sei.

Die Verwaltung schlug einen Außenaufzug neben dem Personaleingang bei den Parkplätzen vor. Dort befinden sich bereits zwei getrennte Eingänge ins Obergeschoss und eine Fluchttreppe mit Gitterpodest. Ein erstes mündliches Angebot geht von geschätzten Kosten von rund 200 000 Euro aus.

„Wir sollten bedenken, dass wir platzmäßig im Rathaus am Anschlag sind“, merkte Kruppa an und ließ die Bombe platzen: Die Kapazitäten von Verwaltungs- und Nebenräumen im Rathaus seien ausgeschöpft, mittelfristig werde man um eine Erweiterung, wie auch immer diese aussehen werde, nicht herumkommen.

Von dieser Nachricht zeigte sich das Gremium höchst überrascht. „Ich bin jetzt schon irritiert. Ich höre heute zum ersten Mal, dass das Rathaus zu klein sein soll. Das hat mich völlig überfahren“, sagte etwa Josef Romir (SPD). Peter Stangl (CSU) fand es „sonderbar, dass jetzt auf einmal von einem neuen Rathaus“ die Rede sei. „Wir hatten so viele Sitzungen mit Haushaltsvorberatungen, und nie wurde die Möglichkeit eines Neubaus angesprochen“, monierte auch Anneliese Ways (SPD).

Kruppa erklärte, dass rathausintern schon längere Zeit über die Platzprobleme gesprochen werde. Irgendwann müsse sie das Thema im Gemeinderat ansprechen – und jetzt sei es eben so weit, dass man nicht mehr drum herum komme. Sie plädierte dafür, wenigstens erste Planungskosten in den Haushalt einzustellen, um die verschiedenen Möglichkeiten einer Vergrößerung ermitteln zu können.

Vizebürgermeister Manfred Lex (CSU) sprach sich ganz klar für einen barrierefreien Zugang zum ersten Stock aus. „Aber wir können doch nicht für 200 000 Euro etwas bauen, das wir dann eventuell in ein paar Jahren wieder wegreißen müssen.“ Das sah auch Romir so. Man könne keinen Lift für 200 000 Euro errichten, ohne zu wissen, ob dort nicht vielleicht der einzig mögliche Standort für einen Anbau wäre. Scherzl wollte keinen Aufschub des barrierefreien Zugangs gelten lassen. Und auch Kruppa meinte: „Dieses Thema dürfen wir nicht verschieben. Wir sollten das anpacken, denn egal was mit dem Rathaus passiert – das dauert noch viele Jahre“, merkte sie an. Man wisse noch nicht einmal, ob ein Anbau überhaupt in Frage komme, ob Räume ausgelagert werden müssten oder ob gar ein kompletter Neubau nötig sei. Man wolle alle Möglichkeiten eruieren. „Und auch bei einer Nachnutzung zum Beispiel als Gewerbebau würde ein Aufzug gebraucht“, so Kruppa.

Als Alternative nannte Ludwig Weinfurtner (CSU) einen Treppenlift. Das müsse man jedoch erst mit dem Brandschutz abklären, da das Treppenhaus Fluchtweg sei, erklärte Gabriele Müller vom Bauamt. Auch Georg Nagler (SPD) plädierte dafür, Alternativen zum Lift zu prüfen und gleichzeitig zu klären, in welcher Form eine Erweiterung möglich wäre. „Genau dafür braucht man Mittel. Diese sollten wir einstellen, wir beauftragen hier jetzt ja keinen Lift“, sagte Kruppa.

Bei fünf Gegenstimmen lehnte das Gremium es ab, 200 000 Euro für einen Außenaufzug einzuplanen. Beschlossen wurde stattdessen, 50 000 Euro für erste Planungen in den Haushalt aufzunehmen. Dagegen stimmten drei Gemeinderäte.

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