Die Sanierung der Ortsdurchfahrt Eichenried soll Anfang 2021 beginnen. Zunächst wird das Brückenbauwerk über die Gfällach (im Bild mittig) erneuert, dann Fahrbahn, Entwässerung und Gehwege. Die Bushaltestelle könnte in diesem Zuge auf die andere Seite der Gfällachstraße verlegt werden.  Foto: Vroni Macht
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Die Sanierung der Ortsdurchfahrt Eichenried soll Anfang 2021 beginnen. Zunächst wird das Brückenbauwerk über die Gfällach (im Bild mittig) erneuert, dann Fahrbahn, Entwässerung und Gehwege. Die Bushaltestelle könnte in diesem Zuge auf die andere Seite der Gfällachstraße verlegt werden.

Ortsdurchfahrt Eichenried wird 2021 saniert – Auch Brücke und Entwässerung erneuert

Nach 13 Jahren Planung kann’s losgehen

  • Veronika Macht
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Seit 13 Jahren wird geplant, jetzt geht’s los: Die Eichenrieder Ortsdurchfahrt wird nächstes Jahr saniert. Zwar werden die Gehwege an einigen Stellen breiter, jedoch nicht überall – der Wunsch nach einem kombinierten Geh- und Radweg ist am Grunderwerb gescheitert.

Moosinning – Wie die Arbeiten ab Februar 2021 genau aussehen, erklärten im Gemeinderat Sven Bonecke und Felix Krötz vom Staatlichen Bauamt Freising sowie Ergun Dost vom gleichnamigen Ingenieurbüro.

Laut Krötz werden einerseits die Fahrbahn zwischen der Landkreisgrenze und dem Ortseingang von Eichenried sowie der Geh- und Radweg begleitend zur B 388 saniert. Dies soll etwa sechs Wochen in den Sommerferien dauern. Das weitaus umfangreichere Projekt ist der zweite Bauabschnitt der Ortsdurchfahrt Eichenried vom Vierergraben bis zur Gfällachstraße auf rund einem Kilometer Länge.

Zusätzliche Fußgängerampel und verlegte Bushaltestellen

Erneuert werden die Fahrbahn, das Brückenbauwerk über die Gfällach und die Entwässerung. „Stellenweise verbreitern wir den Gehweg, installieren eine zusätzliche Bedarfsampelanlage für Fußgänger auf Höhe der Birkenstraße und erneuern beziehungsweise verlegen zwei Bushaltestellen“, ergänzte Krötz die Liste. Da für die Gehwege die Kommune zuständig sei, ergebe sich durchweg eine Gemeinschaftsmaßnahme zwischen Bund und Gemeinde. Der Antrag bei der Regierung von Oberbayern auf Förderung von Gehwegen und Entwässerung sei bereits gestellt.

Dost warf einen Blick auf die vergangenen Jahre und erklärte, es habe seit 2007 vier Vorentwürfe und zehn bis zwölf Varianten gegeben. Die meisten davon seien am Grunderwerb gescheitert – auch die jüngste Wunschlösung mit je gut zwei Meter breiten Wegen auf beiden Seiten der B 388. Also habe man sich für die Alternative entschieden, bei der die Fahrbahn 6,50 Meter und die Gehsteige zwischen 1,50 und 2,75 Meter breit sind.

Radeln auf der Bundesstraße - „eine Zumutung und fast lebensgefährlich“

Auf Nachfrage von Manfred Lex (CSU) erklärte Bonecke, dass es sich um reine Gehwege handle, auf denen man rechtlich nicht mit dem Rad fahren dürfe – wie jetzt auch schon. „Das ist schade“, meinte Lex. Dass sich Radler und Lkw auch künftig die Bundesstraße teilen müssen, sei eine „Zumutung und fast lebensgefährlich. Ich bin mit der Planung nicht zufrieden, auch wenn es nicht anders geht“, sagte Lex.

Auch Anneliese Ways (SPD/Parteifrei) meinte, dass der Fahrbahnbelag erneuert werde, die Straße an sich und somit die mangelnde Sicherheit für die Bürger aber bleibe. Für Kinder und Senioren seien Gehwege, auf denen man nicht fahren kann, nicht sicherheitsrelevant.

Die Radwegsituation kritisierte auch Otto Kellermann (AfD). Eigentlich könne man von Erding bis zur Isar wunderbar radeln – wäre da nicht Eichenried als „Engstelle, die unmöglich ist. Hätte man den Anliegern damals ein besseres Angebot machen müssen?“ Bürgermeister Georg Nagler (SPD) stimmte zu und berichtete: „Wir waren nochmals bei den Anliegern, haben aber leider von einigen die definitive Aussage bekommen, dass sie keinen Zentimeter hergeben.“

Im Februar/März 2021 sollen die Arbeiten am Brückenbauwerk beginnen

Dost erklärte, dass einige Zäune auf öffentlichem Grund stünden, die Eigentümer müssten sie versetzen. Zudem ändere sich durch die Arbeiten die Höhenlage der Straße um bis zu 15 Zentimeter. Die Zufahrten müssten entsprechend angepasst werden. Diese Kosten tragen Gemeinde beziehungsweise Bund, nicht die Anlieger.

Ludwig Weinfurtner (CSU) wollte noch wissen, ob man Leerrohre etwa für Glasfaser gleich mitverlegen könne. Laut Dost ist das kein großer Aufwand, wohl aber eine Kostenfrage für die Gemeinde.

Im Februar/März 2021 sollen die Arbeiten am Brückenbauwerk beginnen. Es werde komplett abgerissen, eine Durchfahrt sei in der Zeit nicht möglich. Etwa vier Wochen später – laut Bonecke ist das der Bauvorbereitung geschuldet – starten die Arbeiten an der Ortsdurchfahrt. Insgesamt beträgt die Bauzeit rund neun Monate.

„Neun Monate Sperrung sind für die Geschäftsleute in Eichenried sehr hart“

Christian Nagler (BB) bedauerte, dass nicht beide Maßnahmen – Brücke und Straße – parallel beginnen, sondern mit Verzögerung. Das sah auch Lex so: „Neun Monate Sperrung sind für die Geschäftsleute in Eichenried sehr hart.“ Dost versicherte: „Wir werden alles tun, dass wir so schnell wie möglich fertig werden.“

Die Gesamtkosten betragen geschätzt rund 3,6 Millionen Euro – 2,2 Millionen für den Bund, 1,4 Millionen Euro für die Gemeinde inklusive Kostenbeteiligung am Regenwasserkanal, wobei die Kommune noch mit Zuschüssen rechnen kann.

Für die Arbeiten wird es eine großräumige Umleitung geben. Wie sie aussehen wird, wie die Busse fahren werden und ob man kleinere Straßen gegen den Missbrauch als Schleichwege schützen kann, all das wird in einer Verkehrsbesprechung Ende des Jahres unter anderem mit Polizei und MVV geklärt. Auch eine Bürgerinfo ist frühzeitig geplant.

Es sei vielleicht nur die zweitbeste Lösung, „aber wir freuen uns, dass es endlich losgeht“, fasste Bürgermeister Nagler zusammen. Gegen die Stimme Kellermanns wurde die Planung zur Kenntnis genommen.

Vroni Macht

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