Der neue Vorstand der Nachbarschaftshilfe Moosinning (v. l.): Schriftführerin und kommissarische Kassierin Luca Maria Gemeinert, Vorsitzende Kristin Fischer, Kassenprüferin Edith Humplmair, Beisitzerin Anni Humplmair, 2. Vorsitzende Martina Meyer und Kassenprüferin Elfriede Kastenmaier, die zuvor mehr als 20 Jahre lang 1. Vorsitzende war. Bürgermeister Georg Nagler gratulierte.
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Der neue Vorstand der Nachbarschaftshilfe Moosinning (v. l.): Schriftführerin und kommissarische Kassierin Luca Maria Gemeinert, Vorsitzende Kristin Fischer, Kassenprüferin Edith Humplmair, Beisitzerin Anni Humplmair, 2. Vorsitzende Martina Meyer und Kassenprüferin Elfriede Kastenmaier, die zuvor mehr als 20 Jahre lang 1. Vorsitzende war. Bürgermeister Georg Nagler gratulierte.

Moosinninger Verein findet neue Vorstandsriege – Drei junge Mütter an der Spitze

Nachbarschaftshilfe ist gerettet

Die Nachbarschaftshilfe Moosinning hat einen neuen Vorstand gefunden. Drei junge Mütter stehen nun an der Spitze des Vereins.

Moosinning – Aufbruchstimmung statt Frust: Noch im vergangenen Jahr sah die Zukunft der Nachbarschaftshilfe (NBH) Moosinning düster aus. Es waren keine Kandidaten für den neuen Vorstand in Sicht. Am Samstag konnten nun die Neuwahlen stattfinden – und mit ihnen ein Generationenwechsel erfolgreich vollzogen werden. An der Spitze des Vereins stehen nun drei junge Mütter, die erst seit ein paar Jahren in der Gemeinde leben und sich hier engagieren möchten.

Anfang 2020 war dies noch nicht absehbar. Sogar die Auflösung des seit 1996 bestehenden Vereins war damals bereits im Gespräch. Elfriede Kastenmaier (69) war erst die zweite Vorsitzende, als sie im Jahr 2000 die Leitung der Nachbarschaftshilfe übernommen hatte. Seitdem als Stellvertreterin an ihrer Seite war Fini Dendl (75). Nun möchten beide sowie weitere langjährige Vorstandsmitglieder kürzer treten.

Kristin Fischer, 32-jährige Mutter dreier Kinder, ist neue Vorsitzende

„Wir haben schon seit einiger Zeit versucht, aufzuhören. Irgendwann ist die Lust einfach nicht mehr so da“, sagte Kastenmaier nach ihrem insgesamt 25-jährigen Engagement. In der Jahreshauptversammlung beim Oberwirt konnte sie verkünden: „Wir haben Nachfolger gefunden. Es freut uns sehr, dass es weitergeht. Ich bin wirklich erleichtert.“

Als neue Vorsitzende des 116 Mitglieder starken Vereins wurde Kristin Fischer gewählt. Die 32-Jährige ist Mutter von drei Kindern und lebt seit 2019 in Moosinning. Durch ihre Nachbarin wurde sie auf das drohende Aus der NBH aufmerksam – und wollte eben das verhindern.

Fischer wiederum mobilisierte Martina Meyer (30), die zur Zweiten Vorsitzenden gewählt wurde. Die Mutter zweier Kinder lebt seit 2017 in der Kommune. „Wie schade wäre es, wenn sich so eine bestehende Struktur auflösten müsste“, nannte auch Meyer ihre Beweggründe für eine Kandidatur.

Ziel: Neue Mitglieder gewinnen

Die dritte junge Frau im Bunde ist Luca Maria Gemeinert, die Barbara Barsch-Benkert als Schriftführerin ablöst. Die 21-Jährige war von Meyer angesprochen worden, hat eine Tochter und lebt seit dem Vorjahr in Moosinning. „Ich habe schon immer etwas gesucht, wo ich mich ehrenamtlich engagieren kann“, sagte Gemeinert. Für viel Zuspruch sorgte bei den Mitgliedern, dass sie kommissarisch auch noch das Amt der Kassierin übernimmt. Ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin für Sabine Geltl wurde bislang nämlich nicht gefunden. Fischer ergänzte: „Wir Drei teilen uns das erst einmal auf und wollen dann sowieso neue Mitglieder gewinnen.“

Anni Humplmair und Annemarie Zimmermann machen als Beisitzerinnen weiter. Keine Kandidaten gab es anfangs für die Kassenprüfung. Spontan erklärten sich Kastenmaier und die ausgeschiedene Beisitzerin Edith Humplmair bereit, dieses Amt zu übernehmen. „Von 100 auf null ist doch auch nichts“, motivierte die frisch gewählte Vorsitzende ihre Vorgängerin.

Vor den Neuwahlen blickte Kastenmaier auf die 25-jährige Vereinshistorie zurück. Viele Aktivitäten wurden seitdem durchgeführt, beispielsweise die 2011 gegründete Gymnastikgruppe oder die Montage und Pflege des Vertriebenenkreuzes. Einmal jährlich gibt es seit 1997 den Seniorennachmittag sowie seit 2003 Busausflüge. Zwischendurch beliebt waren außerdem Babysitting-Angebote und eine Rosenmontagsparty. Durch Corona ist es zuletzt ruhiger geworden. Die Stundenanzahl für Unterstützungsleistungen wie Fahrdienste ist gesunken. Das Einkommen des Vereins hat sich dagegen aufgrund der geringeren Aktivitäten von 5700 Euro (2019) auf 7600 Euro (Stand September 2021) etwas erhöht.

„Ich wusste gar nicht, dass hier auch Herren mit dabei sind“, sagte Bürgermeister Georg Nagler in seinem Grußwort aufgrund der deutlichen weiblichen Mehrheit. „Hut ab, ihr macht eine tolle Arbeit“, lobte er die Nachbarschaftshilfe. Dem neuen Vorstand bot Nagler seine Unterstützung an und ermutigte die Neugewählten, neue Wege zu gehen. Das haben diese auch vor. Fischer möchte die junge und ältere Generation mehr verbinden, etwa mit einem Spielenachmittag. Und Meyer ergänzte: „Wir wollen Neues aufbauen, aber auch das Bestehende aufgreifen.“

Markus Ostermaier

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