Gemeinderat Moosinning

Neue Friedhofssatzung: Fast alle Gebühren steigen

Moosinning – Deutlich mehr werden die Gemeindebürger in Zukunft für die Nutzung der Friedhöfe in Moosinning und Eichenried ausgeben müssen. Der Bayerische Kommunale Prüfungsverband ist zu dem Schluss gekommen, dass in Moosinning größtenteils zu wenig Gebühren für die Benutzung der Bestattungseinrichtungen erhoben worden waren.

Die Gemeinderäte haben deshalb die Änderung der Friedhofsgebührensatzung einstimmig beschlossen.

Im vergangenen Jahr hatte die Gemeinde Moosinning die Gebührenkalkulation für ihre Bestattungseinrichtungen an die Kommunalberatung Hurzlmeier aus Laberweinting vergeben. Der Verantwortliche für die Berechnungen, Rudolf Hurzlmeier, sagte in der Sitzung ausdrücklich, dass die Gemeinde künftig auch die Verzinsung und die Abschreibung des Anlagevermögens in die Kalkulationen einbeziehen müsse. „Da ist einfach alles drin, was anfällt, um die beiden Friedhöfe zu erhalten“, erklärt er dem Ratsgremium in vereinfachter Weise.

Hurzlmeier präsentierte den Moosinninger Gemeinderäten eine detaillierte Rechtfertigung der erheblich höheren Beträge, die in seiner Kalkulation zu Stande kommen.

Rathauschefin Pamela Kruppa weiß, dass das keine erfreuliche Nachricht ist, jedoch müsse auch sie sich an die Regeln halten. „Die Gesetze schreiben eben vor, wie wir etwas zu kalkulieren haben“, erklärte sie. Für die Bürger bedeutet das zwar eine kleine Preissenkung bei einem Einzelgrab, das künftig jährlich 18,51 Euro statt 20 Euro kostet.

Für die restlichen Bestattungsmöglichkeiten sieht es jedoch nicht so rosig aus. Rund sechs Euro mehr müssen für ein Familiengrab pro Jahr bezahlt werden. Der Preis steigt damit von 30 Euro auf 35,80 Euro, und auch ein Urnenerdgrab verteuert sich deutlich. Für ein Grab dieser Art muss man nun doppelt so viel Geld locker machen wie zuvor. Der Preis erhöht sich von 10 Euro auf 20,80 Euro. Eine ähnlich große Preisdifferenz ergibt sich bei einer Urnenkammer in einer Urnenstele, einschließlich der Verschlussplatte. Statt 30 Euro werden in Zukunft 40,85 Euro verlangt.

Neu in die Satzung aufgenommen hat man die Urnenkammer ohne Verschlussplatte. Dafür werden 19,20 Euro berechnet. Zudem ist der Preis für eine zusätzliche Urne im Erdgrab neu. Er liegt bei 9,25 Euro. Gültig sind die Veränderungen für alle Bürger, die ab Inkrafttreten in der kommenden Woche eine Ruhestätte erwerben möchten.

Jedoch müssen die Moosinninger nicht nur hinsichtlich der Grabgebühren Preiserhöhungen verkraften, auch die Nutzung des Leichenhauses wird teurer. 32,44 Euro sind pro angefangenem Tag zu bezahlen, bisher betrug der Pauschalbetrag lediglich 20 Euro. Fast gleich bleibt hingegen der Betrag für eine Verlängerung oder Umschreibung eines Grabnutzungsrechts. Der bisherige Preis von 20 Euro steigt lediglich um einen Euro.

Eine gute Auswirkung hat die Änderung der Satzung trotz der Preiserhöhungen: Der Erwerb eines Grabnutzungsrechts in Verbindung mit der Ausstellung einer Graburkunde wird um rund 70 Euro günstiger. Statt einem Pauschalbetrag von 100 Euro müssen die Bürger künftig 21 Euro für die Nutzungsrechte und 10,50 Euro für die Urkundenausstellung bezahlen.

von Julia Adam

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