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Ob Gartenhäuschen, Wohnhaus oder ehemalige Stallgebäude: Hans Fuchs, hier mit Gattin Manuela, verwandelt Jahr für Jahr sein Heim in ein Blütenmeer. „Da brauche ich nichts anderes mehr, da muss ich gar nicht in den Urlaub fahren“, sagt der 77-Jährige, zu dessen Hobbys auch zwei Hunde und ein Papagei gehören.

Porträt: Hans Fuchs und seine Blütenpracht 

Ein Meer voller Lebensfreude

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Blütenpracht, soweit das Auge reicht: Der Eichenrieder Hans Fuchs hat aus seinem Heim ein blühendes Paradies gemacht. Frühjahr für Frühjahr pflanzt der 77-Jährige, der seit einem Unfall vor 40 Jahren im Rollstuhl sitzt, hunderte Petunien und Geranien ein.

Eichenried– Es ist ein einziges Blütenmeer, in das Hans Fuchs sein Zuhause jedes Jahr verwandelt. Wohin man blickt: An allen Ecken und Enden leuchten prächtige Blumen in kräftigen Farben. „Das ist mein Reich, hier fühle ich mich wohl“, erzählt der 77-jährige Eichenrieder mit dem grünen Daumen.

In der Gemeinde Moosinning ist das Fuchs’sche Anwesen bekannt für seinen üppigen Blumenschmuck. Jetzt hat das kleine Paradies an der Birkenstraße ein noch viel größeres Publikum bekommen: Während der Sperrung der B 388 zwischen Moosinning und Eichenried haben viele Autofahrer die Birkenstraße als Umleitungsstrecke genutzt. So sind die Blumen des Ehepaars Fuchs in den vergangenen Wochen zu einem beliebten Fotomotiv geworden.

„Man glaubt gar nicht, wie viele Leute während der Umleitung hier waren, die vorher noch nie vorbeigefahren sind“, sagt Fuchs. „Die Leute sind stehen geblieben, haben geschaut oder Fotos gemacht. Einmal ist sogar eine Frau mit dem Auto in den Hof gefahren, mit dem Geldbeutel in der Hand ausgestiegen und wollte Blumen kaufen“, erzählt er lachend. Sie dachte, Fuchs betreibe eine Gärtnerei, derart professionell sieht sein Blumenmeer aus.

So wunderschön das Hobby des 77-Jährigen ist, so tragisch ist der Anlass, der ihn einst zum Garteln gebracht hat. Genau 40 Jahre ist es heuer her, dass Fuchs mit seinem Motorrad schwer verunglückte. Lange Zeit musste er im Krankenhaus verbringen, verlor unter anderem sein linkes Bein – nicht aber seinen Lebensmut. Dabei halfen und helfen ihm auch seine Blumen, denn erst nachdem er wieder daheim war, entwickelte der Rollstuhlfahrer seine Leidenschaft dafür. „Das ist seitdem mein großes Hobby“, erzählt der ehemalige Landwirt, der nach dem Unfall seine Landwirtschaft – eine Bullenmast mit rund 120 Tieren – aufgeben musste. Mit seinem Handicap hat er sich arrangiert. „Aufgeben kam für mich nie in Frage“, sagt er.

Die Arbeit für sein Blütenmeer beginnt für Fuchs im Frühjahr, um den 1. Mai, wenn er die neuen Gewächse kauft und einpflanzt. „Das mache ich alles selbst, da lasse ich niemand anderen hin“, sagt der Hobby-Gärtner stolz, denn er hat wegen des Unfalls nur noch seine linke Hand zur Verfügung. Einige Tage braucht er dafür, immerhin gilt es, 120 Ampeln und 20 Kästen neu zu bestücken. Rund 250 Pflanzen benötigt Fuchs dafür, hauptsächlich Petunien, aber auch einige Geranien.

Die Farben sind bunt gemischt, aber zusammenpassen muss das Ensemble schon. „Darauf lege ich Wert. Daher muss manchmal auch eine Pflanze umgehängt werden“, erzählt Fuchs, der viel Unterstützung von seiner Frau Manuela bekommt.

Sie hat auch geholfen, eine besondere Bewässerungsanlage umzusetzen, die Fuchs entworfen hat, um die Pflege dieser gigantischen Menge an Pflanzen bewerkstelligen zu können. Aus handelsüblichen Gartenschläuchen, die über den Pflanzen befestigt sind, hat er eine Art Sprinkleranlage gebastelt. So können alle Blumen mit Wasser versorgt werden.

Ansonsten brauchen sie nicht allzu viel Pflege, sagt Fuchs. Hin und wieder müsse er einzelne Blumen ersetzen, und Blattläuse seien manchmal eine echte Plage. Da habe er schon unzählige Hausmittelchen ausprobiert. Doch einen Geheimtipp, warum seine Blumen derart prächtig gedeihen, hat Fuchs nicht. Durch Ausprobieren über Jahrzehnte habe er für sich die ideale Art und Menge von Dünger, Wasser und Erde herausgefunden.

Fuchs hofft, dass er sich noch bis Ende Oktober an der bunten Pracht erfreuen kann. Dann plant er schon seine nächste Pflanzaktion.

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