Linke-Abgeordnete Lay fordert mehr Radwege an Bundesstraßen
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Obwohl eine Autofahrerin sehr vorsichtig in eine Kreuzung eingefahren ist, hat sie einen Radfahrer übersehen (Symbolbild).

Obwohl Autofahrerin vorsichtig in Kreuzung fährt, übersieht sie Münchner – Richterin stellt Verfahren ein

Radfahrer braust wie aus dem Nichts heran

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Dass Unfälle auch dann nicht ausgeschlossen werden können, wenn sich Autofahrer absolut korrekt und vorsichtig verhalten, beweist ein Prozess am Amtsgericht Erding. Das Verfahren wurde eingestellt.

Moosinning/Erding – Eine 43 Jahre alte Dorfenerin hatte gegen einen Strafbefehl Beschwerde eingelegt, den sie nach einem Unfall am 17. Juli in Moosinning erhalten hatte. Staatsanwältin Oksana Walger hielt der Mutter vor, einem Mountainbiker auf der T-Kreuzung der Ismaninger Straße mit der Eicherloher Straße die Vorfahrt genommen zu haben. Der 60-Jährige stieß gegen die Front des Autos und schlug in der Windschutzscheibe ein. Sogar das Armaturenbrett brach dabei.

Die 43-Jährige erklärte, sie quere die Kreuzung dreimal wöchentlich und wisse, wie schwer einsehbar sie wegen einer Hecke sei. „Ich habe erst angehalten, in den Verkehrsspiegel geschaut und mich dann in die Straße getastet.“ Erst im letzten Sekundenbruchteil habe sie den Radler wahrgenommen. Da sei es schon zu spät gewesen. Später hatte sich herausgestellt, dass der Spiegel die letzten zehn Meter vor der Mündung gar nicht zeigt.

Der Radler bestätigte die vorsichtige Fahrweise der Frau und erklärte, er selbst sei mit 30 Kilometern pro Stunde recht zügig unterwegs gewesen. Der Münchner erklärte auch, dass sich die Unfallgegnerin danach ihm gegenüber sehr hilfsbereit gezeigt habe. Er habe kein Strafverfolgungsinteresse, obwohl er eine schwere Schulterverletzung davon getragen habe, deren Folgen ihn wohl für immer begleiten werden. Die Abwicklung des Schadens läuft derzeit über die Versicherung.

Verteidiger Wolfgang Stinglwagner strebte die Einstellung des Verfahrens an, weil seine Mandantin nichts falsch gemacht habe. Er zitierte die Straßenverkehrsordnung, die ein Hineintasten in den Verkehr bei fehlender Sicht erlaube.

Die Staatsanwältin wollte die Einstellung mit einer Geldauflage verbinden, verzichtete dann aber darauf. Auch Richterin Michaela Wawerla pochte nicht darauf. Vielleicht geht die Gemeinde nun die Kreuzung an – mit der Heckenschere.  

ham

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