Schulhaus Eichenried 

Gemeinde prüft Alternative zum Umbau

Im Moosinninger Gemeinderat herrscht nach wie vor Uneinigkeit darüber, ob das ausgelagerte Schulhaus in Eichenried erhalten bleiben soll. Und das, obwohl erst 2016 der entsprechende Beschluss dafür gefasst worden war.

Moosinning– Für hitzige Diskussionen sorgte der Sachstandsbericht zum Umbau des Schulhauses in Eichenried zu einer Offenen Ganztagsschule in der Sitzung des Moosinninger Gemeinderats am Dienstagabend. Wie berichtet, hatte die Debatte, die eigentlich längst als abgeschlossen galt, vor einigen Wochen neuen Schwung bekommen.

Bei einer Ortsbegehung hatte sich herausgestellt, dass die Sanierung deutlich teurer als die geplanten 500 000 Euro wird. Um das Gebäude in den nächsten 30 Jahren optimal nutzen zu können, müsse man mit Kosten von rund zwei Millionen Euro rechnen. Etwa die Hälfte davon müsste die Gemeinde tragen, den Rest übernimmt der Freistaat. Für viele Gemeinderäte eine zu hohe Investition. Sie wollen sich erneut Gedanken darüber machen, ob das Schulhaus erhalten werden soll oder ob stattdessen Klassenräume in Moosinning angebaut werden.

Eine unverständliche Entscheidung für die Bürgerschaft Eichenried (BE), die deshalb eine Unterschriftenaktion für den Erhalt des Schulhauses initiiert hat. Unter ihren Gemeinderatskollegen stoßen Werner Fleischer, Helmut Scherzl, Leonhard Brenninger und Hubert Scherzl damit wiederum auf Unverständnis, wie in der Sitzung deutlich wurde.

Noch in seiner Einführung zum entsprechenden Tagesordnungspunkt betonte der stellvertretende Bürgermeister Manfred Lex (CSU), der die Sitzung leitete, dass es an dieser Stelle lediglich darum gehe, bereits erbrachte planerische Leistungen abrechnen zu können und eine alternative Kostenschätzung für einen möglichen Anbau an die Grundschule Moosinning in Auftrag zu geben.

„Wir haben dem Beschluss damals zugestimmt, allerdings wurde mit deutlich geringeren Kosten gerechnet. Das hat sich inzwischen geändert. Ich habe dann schon ein Verständnisproblem, wenn gleich eine Unterschriftenaktion gestartet wird“, betonte Lex. Er appellierte an die Gemeinderäte, die Vor- und Nachteile nüchtern abzuwägen. „Wir sollten uns dafür die Zeit nehmen, denn es wird ein tragbares Konzept benötigt. Eine Entscheidung werden wir heute sowieso nicht treffen.“ Für die BE war dies eine unverständliche Aussage.

„Wir möchten lediglich die Meinung der Bürger wissen. Diese Abfrage war zweifellos notwendig, und das Ergebnis spricht eindeutig für das Schulhaus“, betonte Fraktionsvorsitzender Fleischer, der die erneute Diskussion nicht nachvollziehen konnte: „Wir haben diesen Beschluss, und daran muss man sich eben halten.“ Man sei sich einig gewesen, ein zukunftsfähiges Konzept im Fokus zu behalten und die Kosten dafür zweitrangig zu behandeln. „Jetzt will davon plötzlich niemand mehr etwas wissen“, ärgerte er sich im späteren Gespräch mit der Heimatzeitung.

Ihm sei klar, dass man die Kosten im Auge behalten müsse, allerdings mahnte er, nicht an der falschen Stelle zu sparen. „Für den FC Moosinning geben wir beispielsweise mehr als 100 000 Euro für vorübergehende Containerkabinen aus. Das ist natürlich notwendig, allerdings sollte man dann auch nicht bei so wichtigen Dingen wie der Schule sparen.“ Vielmehr solle man sich Gedanken darüber machen, ob eine weitere Kostenschätzung hinausgeworfenes Geld sei.

„Irgendwann muss auch mal Schluss sein. Die Eltern brauchen endlich Sicherheit“, betonte er in der Sitzung und erntete Applaus aus dem restlos besetzten Zuschauerbereich. Anders sahen das die restlichen Gemeinderäte. „Bei einem solchen Betrag muss es erlaubt sein, dass wir eine Alternative anschauen“, sagte Lex. Für die Vertreter der BE gibt es dennoch keinen Grund, eine weitere Kostenschätzung in Auftrag zu geben. Sie stimmten geschlossen gegen eine alternative Schätzung – die restlichen Ratsmitglieder dafür.

Julia Adam

Rubriklistenbild: © Julia Adam

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Das neue Wiesnmadl kommt aus Landersdorf
Der absolut letzte Höhepunktbeim 141. Dorfener Volksfest war am Sonntagabend die Wahl des neuen Wiesnmadls für 2018.
Das neue Wiesnmadl kommt aus Landersdorf
Familiär, feucht-fröhlich, friedlich
Keinen Zwischenfall meldete die Polizei während des gesamten 141. Dorfener Volksfestes. Zehn Tage wurde gemütlich, auch ausgelassen, feucht-fröhlich und vor allem …
Familiär, feucht-fröhlich, friedlich
Neubaugebiet birgt reichlich Zündstoff
Äußerst hitzig könnte es heute Abend vor der Sitzung des Taufkirchener Bauausschusses zugehen, denn um 17.30 Uhr ist ein Ortstermin anberaumt.
Neubaugebiet birgt reichlich Zündstoff
„Man wird härter im Nehmen“
2014 waren die Kommunalwahlen – Zeit für eine Zwischenbilanz.
„Man wird härter im Nehmen“

Kommentare