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Führen den SPD-Ortsverein Moosinning-Eichenried (v.l.): Richard Döllel, Vorsitzender Georg Nagler, Josef Romir, Maria Stangl, Edi Stadler und Norbert Prien.

SPD Moosinning-Eichenried 

„Bestimmte Dinge dümpeln vor sich hin“

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Entsetzen über das Abschneiden der AfD, Freude über den Zusammenhalt im Gemeinderat und Kritik an Bürgermeisterin Pamela Kruppa (CSU) prägten die Jahreshauptversammlung der SPD Moosinning-Eichenried.

MoosinningBeim Daimerwirt erklärte Vorsitzender Georg Nagler, dass den SPD-Ortsverein Moosinning-Eichenried der plötzliche Tod des Bundestagsabgeordneten Ewald Schurer, der sich besonders für die Ortsumfahrung eingesetzt habe, sehr getroffen habe.

Nagler blickte auch zurück auf das Jahr 2017 im Ortsverband. Die SPD habe viele Aktionen organisiert. Besonders die Feier zum 50-jährigen Bestehen sei „ein sehr schönes Fest“ gewesen. Auch der Diskussion um die Groko in Berlin hat sich der Ortsverein gestellt. „Hier haben wir uns sehr kontrovers auf hohem Niveau auseinandergesetzt.“ Vom Ergebnis der Bundestagswahl in der Gemeinde Moosinning sei er schockiert gewesen, bekannte Nagler: „Die Direktkandidatin der AfD hat mehr Stimmen gekriegt als Ewald Schurer. Das fand ich sehr schade. Und ich war überrascht, dass Moosinning die AfD-Hochburg in der Umgebung war mit ungefähr 17 Prozent.“ Warum? „Ich weiß es bis heute nicht.“ Der Fokus richte sich jetzt auf die Landtags- (2018), Europa- (2019) und Kommunalwahlen (2020).

Josef Romir berichtete als Fraktionssprecher aus dem Gemeinderat, sprach über Gewerbegebiete, das Einheimischenmodell, die bauliche Innenentwicklung und Optionsscheine. „Das Verfahren wird seit zwei Jahren von der Bürgermeisterin propagiert, passiert ist bis heute nichts.“

Ein großes Problem sei die Nutzungsuntersagung wegen Brandschutzmängeln durch das Landratsamt für das Sportcafé Riff am Freizeitgelände, die zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung führen könne.

Ortsumfahrung und Ortsdurchfahrt Eichenried waren weitere Themen – auch das geschlossene Eichenrieder Schulhaus und die komplette Verlagerung nach Moosinning. Dazu erklärte Nagler, von Beruf Realschullehrer, dass es sinnvoller gewesen sei, sich auf Moosinning zu konzentrieren. „Es war eine schwierige Entscheidung, aber letztlich haben pädagogische Fakten den Ausschlag gegeben.“ Romir rügte die Kritik, die aus den Reihen der Bürgerschaft Eichenried gekommen war, und Maria Stangl ergänzte: „Derjenige, der sich am meisten ereifert hat, schickt seine Kinder nach Ismaning auf die Montessori-Schule.“

Das Schulhaus sei ein polarisierendes Thema gewesen, gab Nagler zu, aber insgesamt „arbeitet der Gemeinderat sehr homogen, und alle ziehen an einem Strang“. Dass sich die Zusammenarbeit positiv entwickelt habe, betonte auch Romir: „Hardliner-Attacken sind wenig geworden.“ Vielleicht habe es auch an der krankheitsbedingten Abwesenheit von Bürgermeisterin Pamela Kruppa (CSU) gelegen. „Auch wenn der große Führer im Bett liegt, muss es weitergehen“, erklärte Romir mit einem Augenzwinkern. „Das hat uns über die Fraktionsgrenzen zusammengeschweißt.“ Er fügte aber an: „Bestimmte Dinge, die im Verantwortungsbereich der Bürgermeisterin liegen, dümpeln vor sich hin.“ Unter anderem sei bei der Sanierung der Ortsdurchfahrt von Eichenried offenbar einiges verschlafen worden.

In seiner Funktion als Kassier schilderte Romir, dass sich das Guthaben des Ortsvereins – 3600 Euro zum 1. Januar 2017 – zum Jahresende um 15,23 Euro verringert habe. Spenden seien existenziell, 600 Euro habe man vergangenes Jahr erhalten. „Wer Geld übrig hat, darf Tag und Nacht bei mir klingeln“, sagte Romir schmunzelnd. Da reckte ihm Ludwig Stoffel spontan einen 50-Euro-Schein entgegen und meinte: „Da, bevor ich dich in er Nacht rausläuten muss.“

SPD-Kreisvorsitzender Martin Kern leitete die Neuwahlen. Der Vorstand wurde bestätigt, nur Schriftführer Werner Köttner trat nicht mehr an. Sein Nachfolger ist Norbert Prien.

Der Vorstand:

Vorsitzender: Georg Nagler

Stellvertreter:Richard Döllel

Kassier: Josef Romir

Schriftführer: Norbert Prien

Beisitzer: Heiko Nadler, Josef Scharl, Rudi Ways

Revisoren:Edi Stadler, Maria Stangl.

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