Manfred Böhm, Vorsitzender der Moosinninger Country Gringos in Gringo City
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Willkommen heißen wird der Verein mit Vorsitzendem Manfred Böhm die ersten Gäste in ihrer neuen „Gringo City“ (Bild l.) beim 29. Countryfest am Samstag, 17. Juli. 

26 Monate Bau in Eigenregie: Westernstadt in Schnabelmoos fertig – Countryfest am 17. Juli

Gringo City wird eröffnet

  • Wolfgang Krzizok
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Nach gut zwei Jahren Bauzeit wird die kleine Westernstadt der Moosinninger Country Gringos mit dem 29. Countryfest am Samstag, 17. Juli, offiziell ihrer Bestimmung übergeben.

Moosinning - „Endlich können wir öffnen“, sagt Manfred Böhm und strahlt übers ganze Gesicht. Der Vorsitzende der Moosinninger Country Gringos steht mitten in Gringo City in Schnabelmoos und sagt stolz mit Blick auf die Westernstadt: „Das haben unsere Mitglieder alles in Eigenbau errichtet, Sommer wie Winter, jedes Wochenende, wenn es das Wetter zugelassen hat – Männer, Frauen und Kinder, alle haben wir eingespannt.“

Nach gut zwei Jahren Bauzeit wird die kleine Westernstadt mit dem 29. Countryfest am Samstag, 17. Juli, offiziell ihrer Bestimmung übergeben. „Nach eineinhalb Jahren ohne Veranstaltung freuen wir uns schon richtig drauf“, sagt Böhm. Und was er noch schmunzelnd feststellt: „Obwohl wir nur einen Schreiner und einen Elektriker im Team hatten und ansonsten nur Hobby-Handwerker, hat es keine Verletzungen gegeben.“ Einen lustigen Zwischenfall gab es jedoch, „als sich eine Frau beim Streichen einen halben Eimer blaue Farbe über den Kopf geschüttet hat“, erzählt er lachend.

1989 wurde der Verein gegründet

1989 wurden die Country Gringos gegründet, acht Jahre später wurde der Club, der mittlerweile 136 Mitglieder zählt, als gemeinnützig anerkannt. Das Vereinsheim, eine alte, umgebaute Scheune, stand und steht noch am Fasanenweg. „Der Wunsch nach einem eigenen Gelände war von Anfang an da“, erzählt Böhm. Mit den beiden Bürgermeistern Georg und Rudi Ways habe man immer wieder Termine gemacht und Grundstücke angeschaut. Richtig in Bewegung sei die Angelegenheit dann unter Bürgermeisterin Pamela Kruppa gekommen. Die Gemeinde Moosinning hat dann ein großes Gelände in Schnabelmoos gekauft und den Gringos zur Verfügung gestellt.

„Eigentlich hatten wir geplant, eine zweizeilige Westernstadt zu errichten“, erinnert sich der Vorsitzende. Dann aber fragte zunächst der Harley Club, dann die Torpedos an, und die Gringos traten an beide Moosinninger Vereine jeweils ein Stück ihres Geländes ab. Böhm lobt die „super Kooperation“ zwischen den Clubs. „Die Torpedos haben uns während der Bauzeit sogar mit Strom versorgt, weil wir ja noch keinen Anschluss hatten.“

In der respektablen Westernstadt steht eine Kirche, die bisher allerdings nur eine Kulissenblende ist.

Letztlich ist Gringo City dann einzeilig geworden. Los geht’s im Westen mit einem Lagerraum und einer Kirche, „die allerdings derzeit nur eine Blende ist“, sagt der Vorsitzende. Das größte Gebäude ist die Horseshoe-Bar, dort gibt es eher die harten Drinks, daran anschließend folgen die Bodega, wo Pizza verkauft wird, und die Kaffee-Bude. „Im Steakhouse daneben gibt es Klassiker wie Burger, Gegrilltes und Pommes“, erzählt Böhm. Im anschließenden Saloon befindet sich der Ausschank für die alkoholfreien Getränke und Biere. Das Ende bilden ein kleiner Friedhof und ein Gefängnis mit Galgen. „Das dient aber als Lager für Feuerholz“, meint Böhm und fügt lachend an – „noch, so lange alle brav sind“.

Auch einen Friedhof und Gefängnis mit Galgen gibt es.

Insgesamt 47 000 Euro habe der Bau summa summarum gekostet, inklusive der Anschlüsse für Strom, Wasser, Abwasser und so weiter, berichtet der Vorsitzende. Es habe keine festen Pläne gegeben. „Das haben wir quasi alles aus dem Kopf gebaut, und wir sind sehr stolz darauf, wie es geworden ist“, betont er. „Da steckt ganz viel Herzblut drin.“ So seien zum Beispiel zwei Geschwister, 10 und 16 Jahre alt, an 157 Tagen auf der Baustelle gewesen, hätten Holz geschliffen und Bretter gestrichen. Er, seine Frau und sein Vize Stefan Lösel hätten während den 26 Monaten Bauzeit sogar an 396 Tagen auf der Baustelle gewerkelt, stellt der Vorsitzende fest.

Das nächste Projekt steht schon in den Startlöchern

Umso mehr freuen sich die Mitglieder nun, dass es nach einem internen Helferfest mit Spanferkel an diesem Wochenende, das praktisch die Generalprobe für das große Countryfest ist, am nächsten Samstag endlich wieder richtig los geht, „denn letztlich sind wir auf die Einnahmen angewiesen“, weiß Böhm. In den letzten Jahren waren es stets zwei Höhepunkte, das Countryfest und das zweitägige Hautnah-Festival, bei dem mehrere Bands gespielt haben. Seit knapp zwei Jahren ging wegen Corona nichts mehr, und folglich fehlen diese Einnahmen. Was der Vorsitzende ganz toll findet: „Unsere Mitglieder haben zwischendurch immer wieder Geld gespendet.“ Jetzt aber kann endlich wieder gefeiert werden, wenn auch noch mit Einschränkungen.

Und was ist das nächste Projekt der Country Gringos? „Ein neues Vereinsheim wollen wir im hinteren Teil des Geländes errichten, das geht aber erst, wenn wieder Geld da ist“, erzählt Manfred Böhm. „Das hat aber keine Eile, und bis dahin bleibt unser altes Vereinsheim am Fasanenweg auf alle Fälle bestehen.“

Countryfest

Wegen Corona gibt es beim 29. Countryfest am Samstag, 17. Juli, kein Kinderprogramm, also kein Kinderschminken, kein Ponyreiten und keine Hüpfburg. „Das wird diesmal ein eher ruhiges Familienfest“, sagt Manfred Böhm, Vorsitzender der Gringos. Ganz so ruhig wird es allerdings nicht. Ab 12 Uhr ist Einlass, ab 13 Uhr gibt es Musik von den „Floyd Roses“, ab 15.15 Uhr spielen „The Open Range“. Von 17.15 bis 19.30 Uhr gehört die Bühne den Lokalmatadoren, den „Old Stable Gamblers“. Ab 20 Uhr unterhält die Münchner „Hee Haw Pickin’ Band“ die Gäste. Ende der Veranstaltung ist um Mitternacht. Da nur 250 Gäste gleichzeitig auf der Anlage sein dürfen, ist eine Reservierung unbedingt erforderlich. Dazu muss eine SMS an die Telefonnummer (01 70) 2 95 57 04 geschickt werden. Die Registrierung der Besucher erfolgt über Corona-Warn-App und Luca-App.

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