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Ernennungsurkunden für die Herren, Blumen für die Damen: Bürgermeisterin Pamela Kruppa (M.) dankte ihrem Vorgänger Rudi Ways, dessen Gattin Leni Ways sowie Karin und Georg Ways (v. l.). 

Stehempfang im Moosinninger Rathaus

Zwei Brüder, zwei Parteien, ein Amt: Georg und Rudi Ways werden zu Moosinninger Altbürgermeistern ernannt

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Man hat’s nicht leicht als jüngerer Bruder. Das musste Rudi Ways feststellen, der lange Zeit im Schatten seines großen Bruders Georg stand. Jetzt sind die beiden bei einem Stehempfang im Moosinninger Rathaus zu Altbürgermeistern ernannt worden.

Moosinning– Georg Ways (80) saß seit Anfang der 1970er Jahre für die CSU im Gemeinderat und war von 1990 bis 1996 Bürgermeister. Rudi Ways (77) folgte ihm als SPD-Bürgermeister nach und war von 1996 bis 2008 Gemeindechef. „Bürgermeister ist kein Job wie jeder andere“, sagte die amtierende Bürgermeisterin Pamela Kruppa (CSU) in ihrer Ansprache. Man sei 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, 52 Wochen im Jahr rund um die Uhr immer einsatzbereit. Ein Bürgermeister sei unter anderem „Feuerwehrler, Manager, Chef, Psychologe, Arbeiter, Organisator – also Mädchen für alles“. Man müsse zu seiner Meinung stehen, „auch wenn Gegenwind in Sturm ausartet“.

Vieles hätten die Ways-Brüder auf den Weg gebracht, betonte Kruppa und blickte zurück auf die Anfänge von Georg Ways, der damals noch als ehrenamtlicher Bürgermeister tätig war. „Jeder von ihnen geleistete Beitrag für die Gemeinde war von großer Bedeutung“, fasste die Gemeindechefin zusammen. „Danke für euer Engagement, euren Einsatz und euer Herzblut. Ihr bekommt den Titel Altbürgermeister zurecht.“

Dieser Titel sei nicht selbstverständlich, meinte anschließend Landrat Martin Bayerstorfer. Er bezeichnete die Ways-Brüder als „kommunalpolitische Urgesteine im Landkreis Erding“. Gemeinsam seien die beiden 70 Jahre kommunalpolitisch im Einsatz gewesen. Er sei selbst zwölf Jahre Bürgermeister gewesen, erinnerte Bayerstorfer. Dieses Amt – in Hohenpolding – war für ihn „eine der schönsten und spannendsten Zeiten“ in seiner politischen Laufbahn. „Der Bürgermeister ist der erste Diener des Staates“, stellte der Landrat fest. Und: „Das Gesetz brechen darf man nicht, aber man darf es biegen, bis es kracht.“

Ein Bürgermeister sei „Ansprechpartner und Anwalt für die Bürger“. Sein Großvater sei Bürgermeister der damals noch selbstständigen Gemeinde Sulding gewesen, die Kanzlei war im Haus daheim. „Ab und zu durfte ich zum Opa vor und miterleben, wie wichtig es war, die Leute anzuhören und zu versuchen, ihnen zu helfen.“ Bayerstorfer dankte allen, die sich für kommunalpolitische Ämter zur Verfügung stellen und besonders den Ways-Brüdern, die ihr Amt „mit unglaublich viel Leidenschaft und Engagement ausgefüllt haben“.

„Diesen Titel wollen wir all jenen widmen, die sich durch ehrenamtliche Tätigkeit verdient gemacht haben“, sagte Georg Ways in seiner Dankesrede. Er betrachte die Ernennung „als Zeichen der Anerkennung und Wertschätzung“. Sein Bruder und er hätten sich immer gefragt: „Was können wir für die Gemeinde tun?“ Er wünschte dem künftigen Bürgermeister und den Gemeinderäten „eine gute Hand, dass die Gemeinde lebens- und liebenswert bleibt“. Er versprach – und da nahm er Kruppa mit ins Boot: „Wir drei werden die Entwicklung der Gemeinde verfolgen.“

Rudi Ways erzählte, dass sein Bruder schon 1972 im Gemeinderat gewesen sei und er 1978 erstmals kandidiert habe. Damals habe es aber noch die Regelung gegeben, dass bei nahen Verwandten nur einer im Gemeinderat sitzen dürfe. Obwohl er auf der SPD-Liste stets die meisten Stimmen hatte, „war ich 1978, 1984 und 1990 jeweils zweiter Sieger“. Und schmunzelnd fügte er an: „1996 bist du endlich zurückgetreten, und dann bin ich Bürgermeister geworden.“ Sie seien oft gefragt worden: „Wie könnt ihr euch vertragen, einer bei der CSU, der andere bei der SPD?“ Bis auf ein paar Ereignisse hätten sie sich aber immer gut verstanden. Auch wenn sich der kleine Bruder lange in Geduld hatte üben müssen.

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