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Wie ein Baum, der ein sicheres Heim bietet: Maria Stadlberger (im grünen Sessel) war Teil des Singspiels.

Verabschiedung von Rektorin Maria Stadlberger

„Unterrichten war ihr immer das Wichtigste“

Fast drei Jahrzehnte lang hat Maria Stadlberger an der Grundschule Moosinning gearbeitet, seit 2004 als Leiterin. Die Schulfamilie verabschiedete sie mit einer großen Feier in den Ruhestand.

Moosinning– Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verabschiedete die Moosinninger Schulfamilie Rektorin Maria Stadlberger in den Ruhestand. Einerseits freuten sich Kollegen und Schüler für die 64-Jährige, dass sie nun Freizeit gewinne, erklärte stellvertretende Schulleiterin Birgit Eichner. Andererseits gehe eine sehr geschätzte Kollegin verloren. Engagiert, offen und liebevoll im Umgang mit den Kindern, ausgeglichen, motivierend und stets umgeben von einer positiven Energie – mit diesen und weiteren Worten wurde die scheidende Rektorin bei der Abschiedsfeier in der Aula beschrieben.

Stadlberger sei zu einer Institution an der Schule geworden, betonte Schulrat Robert Leiter. In Moosinning sei sie stark verwurzelt. 1975 habe sie begonnen, als Lehrerin zu arbeiten. Bereits 1990 kam sie nach Moosinning. Ununterbrochen ist sie der Schulfamilie treu geblieben, ab 2003 als stellvertretende Schulleiterin, ein Jahr darauf als Konrektorin.

2010 wurde sie zur Schulleiterin befördert, 2012 schließlich zur Rektorin. Dabei habe sie lange mit sich gerungen, die Beförderung anzunehmen, erzählte Leiter. „Das Unterrichten war ihr immer das Wichtigste.“ Stadlberger werde bei den Kollegen vor allem wegen ihrer liebenswerten, loyalen Art in guter Erinnerung bleiben, vermutete er und ergänzte: „Sie war wie ein Apfelbaum, der reiche Früchte trägt.“

Leiter spielt damit auf das Singspiel an, das die Grundschüler für ihre Rektorin einstudiert hatten. Nach dem Lied „Jeder Mensch braucht ein Zuhause“ erzählten die Kinder, untermalt von Text- und Gesangspassagen, die Geschichte des Apfelbaums, der allen Tieren ein sicheres Heim bietet. Im Gegensatz zu den anderen Bäumen, die die Tiere abgewiesen haben, war der Apfelbaum nie allein.

Auch Stadlberger bekam eine Rolle zugeteilt. Sie durfte als Apfelbaum auf der Bühne Platz nehmen, denn für die Schüler sei sie stets wie dieser gewesen. Im Schulgarten soll stattdessen jedoch ein Haselnussbaum gepflanzt werden. „Ihre Nussecken werden schließlich ebenfalls unvergessen bleiben, und vielleicht kommt sie ab und zu vorbei, um nach dem Baum zu sehen“, meinte die stellvertretende Schulleiterin.

Nicht nur die Schüler verabschiedeten sich gebührend von ihrer Rektorin, auch das Lehrerkollegium hatte sich etwas einfallen lassen. Auf die Melodie von „Ich war noch niemals in New York“ sangen sie „Du bist früh morgens im Büro, gehst nicht nach Hause vor halb drei, läufst durch das Schulhaus, musst an allen Strängen ziehen“. Für ihre tatkräftige Unterstützung bedankte sich das Team der Grundschule mit einer Reise nach Berlin. Eicher betonte: „Du wirst uns sehr fehlen.“

Für die faire Zusammenarbeit bedankte sich auch Vize-Bürgermeister Manfred Lex. Stadlberger solle sich allem widmen, was bis jetzt zu kurz gekommen ist. „Sie haben ihr Klassenziel erreicht und treten in den verdienten Ruhestand ein. Als Schulnote wäre das ,Sehr gut‘“, scherzte er.

Das letzte Wort der Veranstaltung hatte Stadlberger selbst. Sie gab zu, dass das Halten von Reden nicht zu ihren Lieblingsbeschäftigungen gehörte. „Schon gar nicht meine Abschiedsrede“, ergänzte sie mit einem verschmitzten Lachen. Dennoch freue sie sich auf die kommenden Jahre. „Ich wurde oft gefragt, ob ich es ohne die Schule überhaupt aushalte. Das kann ich heute noch nicht beantworten, aber ich werde die Schule vermissen“, erklärte sie und versprach: „Wenn ich um 8 Uhr mit einer Tasse Kaffee gemütlich die Zeitung lese oder endlich das Buch, das bis jetzt ungelesen geblieben ist, werde ich an euch denken.“

Die 64-Jährige freut sich auf die freie Zeit mit ihrem Mann, in der sie vor allem mit dem Rad unterwegs sein möchte. Dennoch wird sie nicht vergessen, wieso sie sich für den Beruf der Lehrerin entschieden habe: „Jeder Tag bringt Überraschungen mit sich. Man kann Kinder ein Stück auf dem Lebensweg begleiten.“ Stadlberger sieht den Abschied als neuen Anfang. Sie bedankte sich für eine grandiose Feier. Ihr Nachfolger ist Markus Pfanzelt, der bisher Rektor an der Schule in Berglern war.

Julia Adam

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