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Tobias (25) nach Festival vermisst: Nun gibt es traurige Gewissheit

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Von: Timo Aichele

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Fast vier Tage war Tobias D. (25) verschwunden. Zuletzt wurde er am Freitagabend auf der Brass Wiesn in Eching gesehen. Seine Freundin Anna L. und viele Freiwillige suchten nach dem Eichenrieder.

Update vom 10. August, 8.25 Uhr: Die Suche hat ein tragisches Ende genommen. Der vermisste Tobias wurde tot im Echinger See gefunden.

Eching/Eichenried – Die Suche nach Tobias D. wird immer verzweifelter. „Ich habe unheimlich Angst, dass er irgendwo liegt und um sein Leben kämpft“, sagt seine Freundin Anna L. am Montagvormittag mit Tränen in der Stimme. Die 21-Jährige ist rund um die Uhr aktiv, teilt Fotos und Suchaufrufe in den Sozialen Medien. Am Montag ist sie mit einer Gruppe von bis zu 200 Freiwilligen in Eching im Kreis Freising unterwegs, um den 25-Jährigen aus Eichenried zu finden.

25-Jähriger nach Brass Wiesn vermisst: Freundin rund um die Uhr aktiv

Ihre Hoffnung: Vielleicht hat er sich nach dem Abbruch des Brass Wiesn Festivals wegen Unwetters in einen Unterschlupf gerettet. „Vielleicht kommt er einfach irgendwo nicht mehr heraus und kann nicht auf sich aufmerksam machen.“ Also trafen sich Verwandte, Bekannte, Freunde und viele Menschen, die über soziale Netzwerke darauf aufmerksam geworden waren, am Montag in Eching. Ausgangspunkt war der dortige Maibaum, wo junge Erwachsene Handzettel verteilten und die Kontaktdaten der Helfer ausgetauscht wurden.

Das ganze Wochenende über hatten zuvor die Polizei und Rettungskräfte gesucht. Hubschrauber waren im Einsatz, Suchhunde und die Wasserwacht. „Den See können wir ziemlich ausschließen“, teilt Erster Polizeihauptkommissar Michael Ertl auf Nachfrage mit. Die Taucher der Wasserwacht wüssten genau, wonach sie suchen müssen, erklärte der Leiter der Polizeiinspektion Neufahrn.

Vermisstensuche bei Eching
Der vermisste Tobias D. ist tot. ©  Wilms/PI

Tobias (25) nach Brass Wiesn vermisst: Social-Media-Accounts laufen über vor Anteilnahme

Die Social-Media-Accounts von Anna L. laufen über – so viel Anteilnahme und so viele Tipps, die bisher noch zu nichts geführt haben. Die 21-Jährige selbst postet unablässig auf Instagram und Facebook Fotos ihres Liebsten und Updates von der Suche.

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Demnach hat sich der Festival-Gänger mit rotem gemustertem Hawaii-Hemd und Lederhosen zuletzt um 22.50 am Bierzelt der Brass Wiesn ein Bier gekauft. Da war er schon ziemlich betrunken. Kurz darauf wurde aufgrund des Unwetters das Gelände geräumt. Ein Ordner hat ihn stark alkoholisiert am Eingang des Campingplatzes gesehen. Die beiden Freunde, mit denen der Eichenrieder auf dem Festival war, hatten ihn schon zuvor in der Menge verloren. „Sein Handy-Akku war ab etwa 22.30 Uhr leer“, erzählt Anna L. im Gespräch mit unserer Zeitung.

Zudem war der 25-Jährige am Freitagabend verletzt. Er hatte Schürfwunden an den Armen. „Wie schwer die Verletzungen waren, ist unklar“, schreibt L. auf Facebook. Sie glaubt, dass er sich auf den Heimweg nach Eichenried machen wollte, eventuell mit S-Bahn, Taxi oder per Anhalter. „Vielleicht hat er sich aber auch einen Unterschlupf gesucht“, schreibt L..

Suche nach vermisstem Tobias: Suchhundestaffel erfolglos - Freundin appelliert an Anwohner

Zweimal war die Suchhundestaffel I.H.V. unterwegs Zwei Fährten wurden gefunden. „Die erste Spur endet ziemlich abrupt an der Straße hinter dem Campingplatz“, erzählt die verzweifelte Freundin des Vermissten. Vielleicht sei Tobias dort ja in ein Auto gestiegen. An dieser Stelle wurde abgebrochen.

Eine weitere Spur habe „eine klare Tendenz Richtung Stadt Eching gezeigt“, berichtet L. auf Facebook. Deswegen appelliert sie an alle Anwohner, die Augen offen zu halten und Garagen, Scheunen oder ähnliches zu überprüfen, wo sich der angetrunkene Festival-Gast vor dem Unwetters geschützt haben könnte.

„Ich appelliere auch an Leute, die eventuell irgendwelche Konsequenzen fürchten, sich bei mir zu melden“, sagt Anna L. tapfer. „Vielleicht ist Tobi ja irgendwo reingeraten – auch wenn ihm das gar nicht ähnlich sieht“, spekuliert sie – denkbar wären ein Unfall oder eine Schlägerei.

Die 21-Jährige hofft so sehr, dass sich die richtige Person meldet, die einen entscheidenden Tipp geben kann. Die Anteilnahme sei so überwältigend – „auch wenn das alles noch nicht so richtig zu mir durchdringt“. Die Hinweise sind besser eher allgemein – wie Handyortung oder Überlegungen, welchen Weg der 25-Jährige genommen haben könnte.

Zu Fuß wären es mindestens 15 Kilometer nach Eichenried, kräftig und voll orientiert in mehr als drei Stunden zu schaffen. Dabei hätte ihn sein Freundin auch abgeholt. Sie saß am Freitagabend zuhause in der gemeinsamen Wohnung in Eichenried. „Er hat mir noch geschrieben, dass er Sehnsucht nach mir hat. Ich habe geantwortet: Ich hol dich ab.“ Doch dann brach der Kontakt ab – und die Tage der grauenhaften Ungewissheit begannen.

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