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Rache ist süß: Tante Erna alias Manuela Baum (M., sitzend) lässt ihre gierige Verwandtschaft (v. l.) Hubert Scheckenhofer, Veronika Lachner, Renate Bichlmaier und Lisa Stadler für sich arbeiten.

Volksbühne Eichenried

Tante Erna und ihre furchtbare Bagasch

Die Volksbühne Eichenried führt das Stück „Ernas Erben erben“ auf. 

Eichenried Ein etwas anderes Stück hat sich die Volksbühne Eichenried für ihre Aufführungen im Stanglsaal ausgesucht. „Nehmen Sie es nicht zu ernst“, warnte Spielleiterin Daniela Krause zu Beginn. Der Inhalt von „Ernas Erben erben“ sei etwas ernster als in den sonst gewohnten urigen, bayerischen Stücken, schreibt der Verein in seinem Flyer.

Ursprünglich ist die Komödie von Brigitte Wiese und Patrick Siebler ein hochdeutsches Stück. Die Darsteller der Volksbühne Eichenried mussten also sozusagen die bayerische Übersetzung lernen, wie Vorsitzender Rudolf Simbeck verriet.

Zum Inhalt: Die alleinstehende Tante Erna (Manuela Baum) hat sich bei einem Sturz das Bein gebrochen. In ihrer misslichen Lage im Krankenhaus lernt sie ihre Verwandtschaft neu kennen. Erna erhält keine Anrufe, Krankenbesuche oder Genesungswünsche. Stattdessen sind die angeheirateten Neffen und Nichten gierig auf das Erbe. Jedoch befindet sich die Rentnerin zur Missgunst der Nachfahren auf dem Weg der Besserung und darf zurück nach Hause. Die Verwandtschaft schreckt aber nicht einmal vor hinterhältigen Mitteln zurück, um doch an Ernas Erbe zu kommen. Doch die Tante ist sehr gewieft.

Manuela Baum spielt die Rentnerin Erna sehr charmant, und man fühlt mit ihrem Ärger mit, als sie ihre Familienangehörigen durchschaut („furchtbare Bagasch – jeder ehrliche Einbrecher ist besser als die“). Tatsächlich hat sie eine bitterböse, scheinheilige Verwandtschaft. Trotzdem gelingt es, die ernsten Hintergründe in eine nette Komödie zu packen, und es gibt viel zu lachen. Das liegt auch an dem tollen Schauspielerstamm. Heuer stehen auffällig viele Jungschauspieler aus der Nachwuchsgruppe auf der Bühne, doch das Zusammenspiel mit den altbekannten Mimen funktioniert tadellos. Die Stamm-Darsteller Renate Bichlmaier (sehr amüsant als Rosa Gierig), Hubert Scheckenhofer als deren Mann Olaf, und Veronika Lachner als Ella, spielen hervorragend Ernas gierige Verwandtschaft. Ebenfalls zur Familie gehört Susi Raffzahn (Lisa Stadler), die ihren unterdrückten Mann Tim (Tobias Dreiseitel, beide aus der Jugendgruppe) fest im Griff hat.

Es gibt noch weitere Interessenten an Ernas Erbe. Der Pfarrer (Bastian Eibel) könnte Geld für die Orgel gebrauchen. Die russische Ärztin Dr. Popow (Kathrin Lehrhuber) wirbt für die Sammelaktion „Ärzte in Not“. Und ob es Ernas Krankenhaus-Geliebter Herbert (Jürgen Lehrhuber) ehrlich meint?

Viele Lacher erntete zudem Steffi Dobry als Ernas Putzkraft Maria mit vermeintlich italienischen Wurzeln. In weiteren Rollen zu sehen sind Laura Stadler als Ernas Nachbarin sowie Lisa Krause als Rechtsanwältin. Markus Ostermaier 

Bei den Aufführungen

am kommenden Freitag und Samstag gibt es keine nummerierten Tischplätze mehr. Es sind nur noch Karten für die seitlichen Plätze erhältlich. Schon nächste Woche ist im Stanglsaal wieder Theaterfieber angesagt. Die Bühnenflöhe spielen „Das Zauberkräutlein“. Der Eintritt ist frei.

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