Die Ortsdurchfahrt Eichenried, hier kurz vor der Einmündung in die Gfällachstraße
+
Die Ortsdurchfahrt Eichenried, hier kurz vor der Einmündung in die Gfällachstraße, wird ab kommendem Jahr saniert. Archivfoto.

Sanierung der Ortsdurchfahrt Eichenried startet – Neubau am Sportgelände auf der Agenda

Moosinning: Vorfreude auf die „zweitbeste Lösung“

  • Wolfgang Krzizok
    vonWolfgang Krzizok
    schließen

Statt einer Bürgerversammlung gibt es in Moosinning heuer eine Online-Präsentation. Darin berichtet Bürgermeister Nagler über das Jahr 2020 und die kommende Projekte.

Moosinning – Die Gemeinde Moosinning hatte ihre Bürgerversammlung eigentlich auf den 25. November terminiert. Sie musste jedoch – wie überall – wegen Corona ausfallen. „Das finde ich echt schade“, sagt Bürgermeister Georg Nagler (SPD), für den es eine Premiere gewesen wäre.

Die Gemeinde hat nun auf ihrer Homepage den Vortrag, den der Bürgermeister halten wollte, in Form einer Präsentation veröffentlicht, „die gut angekommen ist, wir haben ein sehr positives Feedback erhalten“. Man habe sie deshalb auch ausführlicher gemacht, auf über 50 Seiten. Darin schaut Nagler auch nach vorne ins Jahr 2021.

Ortsdurchfahrt Eichenried

Im Frühjahr startet der „lang ersehnte“ Ausbau der Ortsdurchfahrt Eichenried vom Vierergraben bis zur Gfällachstraße auf rund einem Kilometer. Dabei wird die komplette Fahrbahn erneuert, stellenweise der Gehweg verbreitert und eine zusätzliche Bedarfsampel für Fußgänger errichtet. Zwei Buswartehäuschen werden erneuert beziehungsweise verlegt, erneuert werden auch das Brückenbauwerk über die Gfällach sowie die gesamte Entwässerung im Verlauf der Straße.

„Das ist der größte Brocken im kommenden Jahr“ sagt Nagler. Er freue sich darauf, „auch wenn es nur die zweitbeste Lösung ist“, wie er zugibt. „Die Diskussion über einen gemeinsamen Geh- und Radweg durch ganz Eichenried kann ich nachvollziehen.“ Da nicht alle dafür erforderlichen Grundstücke erworben werden konnten, sei ein kompletter Weg nicht möglich.

Die ersten Planungen für dieses Projekt stammen aus dem Jahr 2007. Am 4. Juni 2019 hat der Gemeinderat die Variante beschlossen, die von März bis November 2021 realisiert werden soll. „Ich bin froh, dass das Konzept jetzt so umgesetzt werden kann“, sagt Nagler, „denn die Straße ist einfach schlecht“. Nicht nur die Oberfläche sei kaputt, auch der Unterbau. Und so werde die Gelegenheit genutzt, um auch Leitungen für Wasser, Abwasser und Strom zu erneuern, außerdem werden Glasfaserkabel verlegt.

Voraussichtlich im März 2021 wird mit der Erneuerung des Brückenbauwerks mit einer Totalsperrung der Straße begonnen. Die Bauzeit hier wird insgesamt neun Monate betragen. „Das ist dringend erforderlich, die Brücke ist von 1954“, sagt Nagler.

Man sei bestrebt, den Gehweg in Zukunft zu erweitern. „Deshalb wird der Weg auch gepflastert und nicht asphaltiert“, sagt der Bürgermeister. „Außerdem schaut es schöner aus und ist praktischer.“ Mehrkosten: rund 80 000 Euro.

Die Kosten für die gesamte Maßnahme belaufen sich auf rund 3,6 Millionen Euro, wovon der Bund 2,2 Millionen Euro übernimmt, die Gemeinde 1,4 Millionen Euro. Aus den zuwendungsfähigen Kosten von 760 000 Euro errechnet sich der Förderbetrag. Anfang 2021 sollen die Eichenrieder Bürger umfangreich über die Maßnahme informiert werden.

Ortsumfahrung Moosinning

Die Ortsumfahrung Moosinning ist nach wie vor im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans eingestuft. Das Staatliche Bauamt Freising als Maßnahmenträger wird 2021 die Planung der Umfahrung ausschreiben und vergeben. „Was schön ist, dass der Prozess jetzt endlich startet“, sagt Nagler, der aber weiß: „Es ist ein langer Weg.“

Multifunktionsbau am Sportgelände

Seit ein paar Jahren steht der Bau eines Multifunktionsgebäudes auf dem Moosinninger Sportgelände auf der Agenda der Gemeinde. „Im Juli 2020 haben wir alle zusammengeholt, um eine fundierte Planung und eine greifbare Kostenschätzung zu bekommen“, berichtet Nagler. Dazu müssen folgende Fragen/Kosten geklärt werden: Bodengutachten, um Kosten etwa für Abdichtungen, Versickerungen et cetera festzulegen, Bestandsvermessung zur Klärung der Feuerwehrzufahrt, Erweiterung für Umgriffe im Bebauungsplan (Zufahrt Feuerwehr, Parkplätze), Lüftungsanlage, Heizung, Nutzung des Kiosks und des Raums im Obergeschoss.

Ziel ist es, die kompletten Kosten inklusive Einbauten, Anschlusskosten und Honorare zu ermitteln, damit ein Bruttogesamtbetrag im Haushalt vorgesehen werden kann. „Wir hatten vergangenes Jahr eine Deckelung auf zwei Millionen Euro beschlossen“, erinnert Nagler an die ausführlichen Diskussionen. „Wir haben alles untersuchen lassen, bekommen in der Januar-Sitzung des Gemeinderats eine detaillierte Kostenaufstellung, und dann werden wir sehen, wo die Reise hingehen wird.“

Umgestaltung Sonnenstraße

„Die Sonnenstraße ist in einem relativ schlechten Zustand, außerdem ist der Gehweg stark beschädigt“, erklärt Nagler. Der Abwasserzweckverband Erdinger Moos plane, dort den Abwasserkanal zu sanieren. Die Gemeinde werde daher die Gelegenheit nutzen, die Sonnenstraße umzugestalten mit dem Ziel, den Verkehr durch bauliche Maßnahmen zu verlangsamen. „Wir haben das mit Bürgerbeteiligung gemacht“, betont Nagler, „und die Anlieger haben sich für die Variante zwei entschieden“: Es soll eine geregelte Parksituation hergestellt werden. Dazu entstehen auf beiden Seiten Längsparker. Die Fahrbahn wird auf 4,75 Meter eingeengt, um den Verkehr zu beruhigen.

Digitalisierung in der Gemeinde

Der Gemeinderat hat 2017 beschlossen, sich am Förderprogramm zur Unterstützung des Breitbandausbaus in der Bundesrepublik Deutschland zu beteiligen. Durch den geplanten Ausbau werden 100 Prozent der unterversorgten Anschlüsse (aktuell weniger als 30 Mbit/s) mit mindestens 50 Mbit/s versorgt. Die Leitungen werden von den Verteilerkästen bis zur Grundstücksgrenze verlegt. Für den Hausanschluss ist der jeweilige Grundstücksbesitzer selbst verantwortlich. Die Anzahl von Anschlüssen, bei denen nach dem Ausbau 100 Mbit/s oder mehr möglich sind, sollte größer als 80 Prozent sein.

„Eine erste Ausschreibung der Maßnahme im Jahr 2018 hat ergeben, dass die Kosten rund eine Million Euro über den Schätzkosten lagen, weshalb der Gemeinderat damals beschlossen hat, die Maßnahme erneut auszuschreiben“, erzählt Nagler.

Am 2. März 2020 hat der Freistaat Bayern die sogenannte Gigabitrichtlinie verabschiedet. Demnach sollen Übertragungsraten von 1 Gbit/s für gewerbliche und 200 Mbit/s für private Anschlüsse ermöglicht werden. Förderfähig sind gewerbliche Anschlüsse, soweit noch nicht mit mindestens 200 Mbit/s im Down- und Upload versorgt, und private Anschlüsse, soweit noch nicht mit mindestens 100 Mbit/s im Download versorgt. „Wir prüfen gerade, ob es sinnvoll ist, vom aktuellen Breitbandförderprogramm des Bundes auf die Gigabitrichtlinie umzusteigen“, erklärt Nagler. „Eine Entscheidung sollte im kommenden Frühjahr fallen.“

Wolfgang Krzizok

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare