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Mähgut und Gartenabfälle, aber auch Töpfe und Tüten aus Plastik werden im Eichenrieder Wald entsorgt.

Waldstück bei Eichenried 

Illegale Grünabfälle im Landschaftsschutzgebiet

Durch Zufall hat eine Gemeindebürgerin haufenweise abgeladene Grünabfälle im Eichenrieder Wald, der im Landschaftsschutzgebiet liegt, bemerkt. Seit einem Jahr versucht sie nun, das illegale Abladen der Abfälle in der Natur zu stoppen. Bislang ohne Erfolg.

Eichenried– Fast täglich ist die Frau, die anonym bleiben möchte, in dem Eichenrieder Waldstück bei der Kirche unterwegs – ob beim Spazieren oder Joggen. „Der Wald ist idyllisch. Im Frühjahr ist oft alles weiß, weil hier so viele Buschwindröschen wachsen“, erzählt sie im Gespräch mit der Heimatzeitung.

Seit rund einem Jahr jedoch sieht sie die Natur in Gefahr. Zufällig habe sie im Juli 2016 einen großen Haufen Grünabfälle am Waldrand in Richtung Anemonenweg und Pfarrer-Forster-Straße entdeckt. Grünabschnitte, kranke Topfpflanzen, alte Christbäume, gemähtes Gras – alles Mögliche werde dort illegal entsorgt.

Eine rund 50 Meter lange und drei Meter breite Schneise aus Grünabfällen zieht sich mittlerweile durch den Wald. Der größte Teil der Abfallstraße wird inzwischen von Brennnesseln überdeckt, die frischeren Haufen sind noch deutlich zu erkennen. Darunter befinden sich neben pflanzlichen Abfällen auch Blumentöpfe aus Plastik und Reste von Mülltüten. Eine Gefährdung für die Natur, wie die Bürgerin betont. Sie ist sich sicher, dass vor allem zahlreiche Bewohner der anliegenden Straßen ihre Abfälle dort entsorgen. „Das ist natürlich praktisch, wenn man das Zeug nur kurz über die Straße tragen muss. Das hat einer angefangen, und jetzt machen das immer mehr.“

Zwar vermutet sie keine Böswilligkeit der Täter, ärgerlich findet sie die Situation dennoch. „Viele denken wahrscheinlich gar nicht über die Folgen nach. Die glauben, dass natürliche Abfälle problemlos in der Natur entsorgt werden können. Das stimmt allerdings nicht.“ So bestehe beispielsweise die Gefahr, Pflanzenkrankheiten im Wald zu verbreiten. „Das hier ist nicht umsonst ein Landschaftsschutzgebiet“, ärgert sich die Bürgerin.

Seit ihrer Entdeckung versucht sie, das Abladen der Abfälle zu stoppen. Bislang erfolglos. „Ich habe die Gemeinde darum gebeten, eine Aufklärung im Mitteilungsblatt zu veröffentlichen“, erzählt sie. Daraus sei lediglich ein allgemeiner Hinweis entstanden, der aussage, dass an Waldrändern und Bächen kein Müll abgeladen werden dürfe. „Von der betroffenen Stelle wurde nichts erwähnt, weil man den Anwohnern, die damit nichts zu tun haben, nicht auf den Schlips treten wollte“, bedauert die Frau.

Auch sie selbst hat bereits die Initiative ergriffen und ein Hinweisschild angebracht. „Das haben die einfach in die Büsche geworfen“, erzählt die Eichenriederin. Zudem hat sie sich bereits 2016 ans Landratsamt gewendet. „Da wurde abgewartet, da das eigentlich Sache des Waldbesitzers ist. Aber der ist auch nicht so naturbegeistert“, meint sie und stellt klar: „Ich hoffe, dass das bald aufhört. Ansonsten werde ich bei der Polizei Anzeige gegen Unbekannt erstatten.“

Inzwischen ist auch das Landratsamt tätig geworden. Am heutigen Dienstag soll, so Pressesprecherin Claudia Fiebrandt-Kirmeyer, eine Ortsbegehung stattfinden.

Julia Adam

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