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Kein Wasser: Die Gfällach führt immer wieder zu wenig Wasser. Die Bewohner wie Fische und Krebse verenden. 

Wasserstreit um die Gfällach

Moosinning kündigt beim Bund Naturschutz

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Die Gemeinde Moosinning hat ihre Mitgliedschaft beim Bund Naturschutz gekündigt. Hintergrund ist der Streit um die Gfällach.

Moosinning – Es war nur ein kleiner Punkt in der Moosinninger Jahresrechnung 2017, doch daran entzündete sich eine heftige Debatte. Im Mittelpunkt stand der Bund Naturschutz. Die Gemeinde Moosinning wird die Mitgliedschaft bei der Organisation kündigen. „Jahresrechnung 2017; Ergebnis der örtlichen Rechnungsprüfung“ lautete der Tagesordnungspunkt in der Gemeinderatssitzung. Eigentlich eine Routineangelegenheit.

Bürgermeisterin Pamela Kruppa (CSU) übergab das Wort gleich an Josef Romir (SPD), den Vorsitzenden des Rechnungsprüfungsausschusses. Nach dessen allgemeinen, kurzen Ausführungen wollte seine Fraktionskollegin Anneliese Ways wissen, wieso die Gemeinde die Mitgliedschaft beim Bund Naturschutz kündigen werde.

„So lange uns der Bund Naturschutz mit dem Wasser bescheißt, kriegt er keine Spende mehr von uns“, erklärte Romir und ergänzte: „Ich weiß, dass das jetzt relativ flapsig formuliert war.“ Der SPD-Fraktionssprecher legte dann aber noch mal nach. „Wir bemühen uns, dass wir von Finsing Wasser bekommen, der Bund Naturschutz schreibt, dass ihm hundert Prozent zustehen, und wir sollen zahlen.“

Damit spielte Romir auf den schon lange dauernden Wasserstreit mit dem Bund Naturschutz im Bereich der Gfällach an. Da der Bach auf einer Länge von zwei Kilometern immer wieder austrocknet, zahlt Moosinning an die Gemeinde Finsing, damit diese der Gfällach Wasser aus dem Viertelbach zuführt (wir berichteten). Allerdings „verschluckt“ das dortige Schutzgebiet, das vom Bund Naturschutz betreut wird, das meiste Wasser, sodass die Gfällach nach wie vor viel zu wenig Wasser führt.

„Ich weiß nichts Vernünftiges, was die vom Bund Naturschutz bisher gemacht haben“, schimpfte Helmut Scherzl (BE). „Die Gfällach ist so etwas Herrliches, und das arbeiten die auf.“ Widerspruch erntete er von Richard Döllel. „Der Bund Naturschutz hat seine volle Berechtigung, ich ziehe meinen Hut vor dem, was die so allgemein machen“, so der SPD-Gemeinderat. „Ich rede ja hier von der Gemeinde und nicht vom ganzen Landkreis“, sagte Scherzl genervt.

Georg Humplmair (BB) setzte noch einen drauf, empfahl süffisant: „Wenn der Herr Döllel meint, dass der Bund Naturschutz so wichtig ist, dann soll halt er die 70 Euro Mitgliedsbeitrag übernehmen.“ Döllel blaffte zurück: „Kein Problem, werde ich vielleicht machen.“ Die Jahresrechnung wurde einstimmig genehmigt.

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