Fassungslosigkeit und Unverständnis herrschte phasenweise im Moosinninger Bauausschuss, als es um den Tekturplan zum Neubau eines Ersatzhauses mit zwei Wohneinheiten an der Brennermühlstraße in Eichenried ging. Am Ende einer langen Diskussion wurde er mit knapper Mehrheit genehmigt (Symbolbild).
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Fassungslosigkeit und Unverständnis herrschte phasenweise im Moosinninger Bauausschuss, als es um den Tekturplan zum Neubau eines Ersatzhauses mit zwei Wohneinheiten an der Brennermühlstraße in Eichenried ging. Am Ende einer langen Diskussion wurde er mit knapper Mehrheit genehmigt (Symbolbild).

Bauherr in Eichenried ignoriert Vorschriften – Sechs Jahre später muss nachgebessert werden

Zwei Wohnungen genehmigt, vier gebaut

  • Wolfgang Krzizok
    vonWolfgang Krzizok
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Fassungslosigkeit und Unverständnis herrschte phasenweise im Moosinninger Bauausschuss, als es um den Tekturplan zum Neubau eines Ersatzhauses mit zwei Wohneinheiten an der Brennermühlstraße in Eichenried ging. Am Ende einer langen Diskussion wurde er mit knapper Mehrheit genehmigt.

Moosinning – Bereits im Jahr 2013 war das Bauvorhaben im Außenbereich genehmigt worden. Vergangenes Jahr hat das Landratsamt aber festgestellt, dass von der genehmigten Planung deutlich abgewichen worden war. So ist statt dem Zwei- ein Vierfamilienhaus errichtet worden, mit einer durchgehenden statt einer verspringenden Außenfassade im Südwesten. Im Bereich der genehmigten Wintergärten wurde eine Dachterrasse gebaut, außerdem durchgehende Balkone an der Südfassade. Auch bei den Garagen beziehungsweise Stellplätzen wurde der Bauplan nicht eingehalten: Die südliche Garage hatte man um 90 Grad gedreht, in der nördlichen vier statt drei Stellplätzen ausgeführt – mit abweichenden Außenmaßen.

Im September 2020 hatte der Bauherr einen neuen Plan vorgelegt, in dem die beiden zusätzlichen Wohneinheiten wieder zurückgebaut sind. Der Bauausschuss hatte jedoch sein Einvernehmen versagt, zudem hatte das Landratsamt gerügt, dass gegen Naturschutzbelange verstoßen worden sei.

Im Vergleich zum ersten Tekturplan sind vom Bauherrn nun einige Änderungen eingebaut worden. Unter anderem sollen statt der beiden Nebeneingangstüren Terrassentüren mit einem französischen Balkon entstehen. Zusätzlich werden unter anderem diverse Bäume und Sträucher angepflanzt und 25 Nistkästen angebracht.

„Warum haben die sich nicht an den ursprünglichen Plan gehalten?“, meinte Anneliese Ways (SPD, parteifrei) in der Sitzung kopfschüttelnd. Ihr Fraktionskollege Richard Döllel fragte verwundert: „Wie macht man aus einem Vierfamilien- ein Zweifamilienhaus?“ Er bezweifelte, dass es nun tatsächlich ein Zweifamilienhaus wird, und stellte verärgert fest: „Das kann man nicht durchgehen lassen.“

Das Landratsamt werde den Rückbau hoffentlich kontrollieren, meinte Werner Fleischer (BE). „Die zwei Eingangstüren mit französischem Balkon stoßen mir sauer auf“, warf Marietta Burger-Braun (CSU) ein. „Das sind Eingangstüren und sonst nichts. Das gehört zugemauert.“ Ähnlich äußerte sich Manfred Lex (CSU). Ein französischer Balkon sei nur „mit vier Schrauben befestigt“ und schnell abgeschraubt. „Ich würde als Bedingung sagen: Türen raus, Fenster rein“, forderte Lex. „Die zwei Wohneinheiten sollten eindeutig sein.“

Christian Weigand vom Bauamt versuchte zu beschwichtigen. „Wenn jemand schwarz gebaut hat, dann sollte man ihm auch die Chance geben, den Fehler zu heilen“, meinte er. „Jetzt liegt ein Plan mit zwei Wohneinheiten vor, alle Auflagen sind erfüllt, also besteht kein Grund mehr, das Einvernehmen zu verweigern.“ Auch den Bedenken hinsichtlich der Eingangstüren nahm er den Wind aus den Segeln. „Wenn einer dann beispielsweise eine Haustür, eine Balkontür und einen Kellerabgang hat, unterstelle ich dem dann, dass er drei Wohneinheiten hat?“, fragte Weigand.

Sebastian Weinzierl (SPD, parteifrei) sagte, er sei „skeptisch, dass die umweltrechtlichen Auflagen eingehalten werden. Ob die Nistkästen in ein paar Jahren noch da sind, ist fraglich.“

Bürgermeister Georg Nagler (SPD) beendete schließlich die Diskussion. Man könne noch lange Mutmaßungen anstellen, „aber wir müssen Stand heute abstimmen“. Mit 6:5-Stimmen wurde schließlich zugestimmt.

wk

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