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In diesem Ärztehaus an der Landgestütstraße in Erding befindet sich die Gemeinschaftspraxis, in der der Frauenarzt arbeitete, der am 4. Dezember seine Gattin ermordet haben soll. Tatort war das Reihenhaus im Stadtteil Pretzen.

Mord in Pretzen

Frauenarzt in U-Haft: Praxis steht zum Verkauf

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Erding – Der Praxisanteil des Frauenarztes, der im Verdacht steht, seine Frau ermordet zu haben, steht zum Verkauf. Derweil haben die Anwälte des Gynäkologen aus Pretzen ein zweite Haftbeschwerde eingelegt.

Prof. Dr. Michael B. (54) wird vorgeworfen, am 4. Dezember 2013 in seinem Reihenhaus in Pretzen seine Gattin Brigitte (60) erst geschlagen und dann erwürgt zu haben. Seit 5. Dezember sitzt der Ex-Chefarzt in Kliniken in Osnabrück und Bremen in Untersuchungshaft.

Seine Münchner Anwälte haben bereits Anfang Februar Haftbeschwerde beim Landgericht Landshut eingelegt. Strafverteidiger Maximilian Müller hält die Indizien für nicht ausreichend, den Arzt weiter im Gefängnis zu halten. Die Landshuter Strafkammer unter der Leitung von Gisela Geppert wies die Beschwerde einige Tage später zurück.

Nun hat die Verteidigung eine zweite Beschwerde eingelegt – beim Oberlandesgericht München (OLG) . Informationen unserer Redaktion und der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ) bestätigte Dr. Christoph Fellner, Sprecher des Landgerichts Landshut.

Die Staatsanwaltschaft Landshut wird nun die Akte B. der Staatsanwaltschaft am OLG vorlegen. Dessen Sprecherin Andrea Titz sagte der NOZ, dass es einige Zeit dauern werde, ehe sich die Kammer ein Bild gemacht habe.

Das Ärztehaus

Fellner erklärte, das OLG werde voraussichtlich nach Aktenlage entscheiden. „Die Kammer kann zwar neuerliche Ermittlungen in Auftrag geben, das ist aber eher die Ausnahme.“ Fellner hatte zwar zu einem früheren Zeitpunkt erklärt, dass die Entscheidung über die erste Haftbeschwerde knapp ausgefallen sei, „aber es gibt schon sehr klare Hinweise auf die Täterschaft von Michael B.“. Belege für den oft beschworenen unbekannten Mister X, der ins Haus eindringt, um die 54 Jahre alte Arztgattin zu töten, gebe es bislang nicht ansatzweise. „Und Richterin Geppert ist für ihre gewissenhafte Prüfung der Fakten bekannt“, so der Gerichtssprecher, der der Entscheidung des OLG aber nicht vorgreifen wolle.

Selbst wenn sich das Blatt doch noch zu Gunsten des Gynäkologen wenden sollte, gilt es mittlerweile als ausgeschlossen, dass B. seine Tätigkeit in Erding wieder aufnimmt. Sein Anteil an der Gemeinschaftspraxis an der Landgestütstraße steht zum Verkauf. In der Ausgabe der Münchner Ärztlichen Anzeigen 5/2014 ist der Praxisanteil ausgeschrieben.

Recherchen unserer Zeitung haben ergeben, dass die Familie des Tatverdächtigen und des Opfers dahinter stehen. Denn die Kassenärztliche Vereinigung, die das Recht hat, eine Lizenz nach einem halben Jahr ruhender ärztlicher Tätigkeit zurückzuholen, ist nach Angaben von Pressesprecherin Birgit Grain bislang nicht tätig geworden. Vermutlich geht es um viel Geld, denn alle laufenden Kosten des Praxisanteils von Michael B. müssen von der Familie des Tatverdächtigen getragen werden.

Der Münchner Praxis-Makler und betriebswirtschaftliche Ärzteberater, der im Inserat genannt ist, sagte lediglich, dass er den Auftrag habe, erste Sondierungen vorzunehmen. „Es gibt Anfragen, konkret ist aber nichts.“ Praxispartnerin Dr. Frauke Gilleßen, die mit der Tat in keinerlei Verbindung steht, wollte sich unter Hinweis auf die laufenden Ermittlungen nicht äußern. Ihre Sprechstunden gehen normal weiter.

Hans Moritz

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