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Von links nach rechts: Andreas Scheuer (CSU), Jost Lammers und Stefan Bögl am Flughafen München

„20 Jahre zurückversetzt in eine Zeitmaschine“

Flughafen München: CSU-Politiker steckt Hundertausende Euro in Mini-Transrapid

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Der Flughafen München soll eine Magnetschwebebahn bekommen - eine Sache ist dabei allerdings kein Thema.

  • Auf dem Flughafen München hat man beschwerliche Wege zurückzulegen.
  • Airport-Chef Lammers will deshalb eine Magnetschwebebahn einführen.
  • Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) verspricht sich viel von der Technik.

München - Bereit zum Abheben? Noch nicht ganz – aber erste Details zum Plan einer Magnetschwebebahn am Münchner Flughafen gibt’s trotzdem schon. Gestern gaben das Verkehrsministerium, der Flughafen und die Baufirma Bögl Einblicke. Der neue Flughafenchef Jost Lammers macht sich intensive Gedanken um den Verkehr am Airport – gerade die Wege auf dem Gelände selbst sind beschwerlich. Busse und Pkw kurven hin und her, als Fußgänger kommt man kaum über die Verbindungsstraßen.

Flughafen München:

Das soll sich ändern – mit einer Entwicklung aus der Oberpfalz. Der Baukonzern Max Bögl hat auf seinem Firmengelände in Sengenthal eine Magnetschwebebahn. Aufsichtsratschef Johann Bögl preist die schlicht „Transport System Bögl“ (TSB) genannte Bahn als „serienreifes System“. Neuerdings wurde in Chengdu/China eine 3,5 Kilometer lange Strecke gebaut. Sie soll Ende März eröffnet werden.

Nun soll so eine Strecke auch bei München verwirklicht werden. Flughafenchef Lammers glaubt, bei 40.000 Beschäftigten und 500 Firmen auf dem Gelände habe ein neues Verkehrssystem Sinn, etwa um vom neuen LabCampus zu den Terminals zu pendeln. Letztlich könne er sich eine ovale Rundstrecke vorstellen. Geprüft werden nur Fahrwege auf dem Flughafengelände – kein Thema sei die Anbindung ins Umland.

Andreas Scheuer (CSU) am Flughafen München:

Das Bundesverkehrsministerium finanziert die Studie mit einem sechsstelligen Betrag – und Minister Andreas Scheuer (CSU) knüpft daran große Hoffnungen. Wer jetzt glaube, er sei mit dem Thema Transrapid „20 Jahre zurückversetzt in eine Zeitmaschine“, der irre, sagte Scheuer. In etwa einem Jahr soll die Machbarkeitsstudie vorliegen. 

Stichwort: Firma Max Bögl

Ihr Kerngeschäft ist Bauen: unter anderem auch eine Schwebebahn-Strecke in China (siehe Animation unten). Seit zehn Jahren beschäftigt sich die Firmengruppe Max Bögl mit der Magnetschwebebahn. Hintergrund: Bögl war damals im Konsortium mit Siemens und Thyssen, um den Transrapid fahrfähig zu machen. Der Plan zerschlug sich. Doch er gab nicht auf, entwickelte selbst ein System. Seine Bahn ist nur 150 km/h schnell – nicht 500 km/h wie einst der Transrapid. Das Prinzip ist aber ähnlich: Die Bahn schwebt sieben Millimeter über einer Betonkonstruktion.

Dirk Walter

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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