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Abschied für „Mr. Flughafen“: Markus Söder mit Michael Kerkloh (r.) und dessen Nachfolger Jost Lammers. 

Michael Kerkloh verabschiedet

Flughafen München: Chef-Nachfolger Lammers eingeführt - er macht eine interessante Ankündigung

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Die Verabschiedung des Managers des Flughafen München Michael Kerkloh glich einem Staatsakt. Sein Nachfolger Jost Lammers machte eine interessante Ankündigung.

  • Der bisherige Flughafen-Chef Michael Kerkloh wurde in München gebührend verabschiedet.
  • Sein Nachfolger Jost Lammers ist bereits seit Anfang Januar im Einsatz - und setzt auf Ausbau.
  • Die dritte Startbahn erwähnte Lammers bei der Veranstaltung allerdings nicht explizit.

München – Michael Kerkloh hat in seiner 17-jährigen Amtszeit als Chef der Flughafen München AG (FMG) fünf Aufsichtsratschefs erlebt – und alle waren sie nun zur Verabschiedung in die Allerheiligen-Hofkirche der Münchner Residenz gekommen: Von Kurt Faltlhauser bis zum aktuellen Chef der Aufsichtsräte, Finanzminister Albert Füracker. Nicht alle durften reden, aber wer es tat, suchte nach einem Superlativ, möglichst einen, den der Vorredner noch nicht benutzt hatte, um das Wirken Kerklohs zu würdigen. Da ging „eine Ära zu Ende“ (Füracker), da wurde Kerkloh zum „Mr. Flughafen“ ernannt, der „Raketentreibstoff im Blut hat“ (Ministerpräsident Markus Söder*) und da musste selbst der dem Flughafen-Ausbau eher kritisch eingestellte Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger eingestehen: „Am Flughafen ist der Empfang erstklassig.“

Flughafen München: Kerkloh war seit 2002 Chef und verbuchte in seiner Amtszeit einige Erfolge

Seit 2002 war Kerkloh Vorsitzender der Geschäftsführung, wie seine Funktion offiziell heißt. In der Amtszeit des gebürtigen Westfalen, der damals vom Flughafen Hamburg geholt worden war, stieg die Zahl der Passagiere von 23 Millionen auf 48 Millionen, wurden das Terminal 2 und der Satellit gebaut sowie mit der Lufthansa eine strategische Partnerschaft geschlossen. Kerkloh vergaß in seiner Rede aber auch „zwei große Rückschläge“ nicht – die Absage an eine Transrapid-Strecke von München zum Flughafen („das haben wir wirklich verpasst“) und den verhinderten Bau der 3. Startbahn. Er dankte explizit seinen Mitarbeitern und namentlich seiner Frau Priscilla, seiner Chefsekretärin und seinem langjährigen Fahrer. Die Arbeit am Flughafen, so Kerkloh, war„ein großes Lebensglück“.

Bis auf Wirtschaftsminister Aiwanger („es gibt Kehrseiten der Medaille“) stellte niemand in Zweifel, dass die Luftfahrt und der Flughafen München weiter boomen werden. Ministerpräsident Söder gab sogar – nur halb im Scherz – das „sportliche Ziel“ auf, den Flughafen Frankfurt (derzeit 70 Millionen Fluggäste, 100 000 Flugbewegungen mehr als in München) einzuholen. Auch für Lufthansa-Chef Carsten Spohr, einem der Gratulanten und mit Kerkloh per Du, gibt es keine ernsthafte Prognose, die das Wachstum in Zweifel zieht.

Flughafen München: Neuer Chef ist Jost Lammers - er setzt auf Wachstum am Flughafen und in der Region

Der neue Chef am Flughafen, Jost Lammers, wurde vom Flughafen Budapest geholt. Er ist erst seit Anfang Januar im Amt, machte aber gleich klar, dass er an Kerklohs Wachstumskurs anknüpfen will. Die 3. Startbahn* erwähnte er nicht explizit, betonte jedoch, er sei für eine „bedarfsgerechte Weiterentwicklung der Infrastruktur“ sowohl am Flughafen als auch in der Region. Hoffnung setze er auf eine Dekarbonisierung des Luftverkehrs, also auf CO2-neutrales Fliegen durch synthetische Treibstoffe. Auch ein Fernbahnanschluss sei wichtig. Dazu hat das bayerische Verkehrsministerium eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. „Ich finde es sehr gut, das auf die Tagesordnung zu setzen“, lobte Lammers.

Auch Freisings Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher war zum Empfang gekommen. Ein Auftaktgespräch mit Lammers werde er bald führen. Bei der 3. Startbahnhabe er wenig Hoffnung auf einen Kurswechsel. „Unsere Haltung ist unbeirrt, ich fürchte, die vom Flughafen auch.“

Auch interessant: Eine brisante Entdeckung im Koffer einer Reisenden* sorgte kürzlich am Flughafen München für Aufruhr.

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen Digital Redaktionsnetzwerks.

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