Hans Moritz, Redaktionsleiter des Erdinger/Dorfener Anzeiger.

Kommentar zur Umweltkatastrophe in der Sempt

Wasserwirtschaftsamt muss Vertrauen zurückgewinnen

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Das Fischsterben in der Sempt durch einen Fehler des Wasserwirtschaftsamts ist schlimm genug. Die Folgen werden weit über das Ereignis an sich hinausreichen, meint Redaktionsleiter Hans Moritz in seinem Wochenendkommentar.

Das Wasserwirtschaftsamt München steht in Erding da wie ein begossener Pudel. Nach zwei kapitalen Fehlern tendiert das Vertrauen in die Behörde gegen Null. Leider zu recht. Der Zeitpunkt hätte schlechter nicht gewählt sein können.

Vor drei Jahren ist das Wasserwirtschaftsamt vom Hochwasser genauso überrascht worden wie die Bevölkerung. Die Warnungen kamen viel zu spät. Nicht einmal Experten hatten Erding als Überschwemmungsgebiet auf dem Schirm.

Damals war es zu viel Wasser. Der zweite kapitale Fehler wurde mit zu wenig Wasser begangen. Bei der Sanierung des Stadtwehrs wurde der Pegel der Sempt viel zu weit abgesenkt. Noch schlimmer: Niemand hatte im Blick, was im Unterlauf passiert. Die Folge: Der Fluss fiel nahezu trocken, unzählige Fische verendeten qualvoll.

Diese Umweltkatastrophe fällt genau in die Zeit, in der die Erdinger darauf warten, dass eben diese Behörde endlich ihr Hochwasserschutzkonzept vorlegt. Für April wurde die Studie versprochen. Nun ist es bald Juli. Angeblich geht es nur noch um eine Terminfindung mit den Kommunen vor Ort.

Selbst wenn Chefin Sylva Orlamünde und Sachgebietsleiter Josef Höschl die Karten endlich auf den Tisch legen, werden sie in sehr skeptische Gesichter blicken. Es ist zu viel Vertrauen verloren gegangen. Die zentrale Frage lautet: Wie zuverlässig sind Zahlen und Pläne einer Behörde, die sich gleich zweimal derart peinliche Pannen geleistet hat.

Dabei brauchen die anstehenden Verhandlungen ein Maximum an Vertrauen und Zuverlässigkeit. Auch der Hochwasserschutz für Erding wird viele Opfer erfordern – innerhalb der Stadt ebenso wie im Umland, vor allem in Wörth. Solche Vorhaben sind von Haus aus schwierig genug. Traurig, dass das Erdinger vorab unnötig belastet wurde.

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