Spielten 2019 im Kinocafé Taufkirchen (v. l.): Otto Hohentanner, Jürgen Weingärtner, Sylvie Seizinger, Walter Köstlmeier, Walter Ruckdeschel, Ingo Scheibner und Ingrid Gerbl.
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Spielten 2019 im Kinocafé Taufkirchen (v. l.): Otto Hohentanner, Jürgen Weingärtner, Sylvie Seizinger, Walter Köstlmeier, Walter Ruckdeschel, Ingo Scheibner und Ingrid Gerbl.

d’Heftl präsentieren ihre neue CD, die eigentlich nicht geplant war

Musikalische Kollateralschäden

Früher hießen sie 1000 Heftl, jetzt sind sie nur noch d‘Heftl.

Landkreis – Sie passt in keine Schublade und spielt ihren eigenen, unverkennbaren Sound: die Band d’Heftl. Jetzt ist ihre neue CD mit dem Titel „Kollateralschäden“ erschienen.

Provokativ? Ohne Frage. Überraschen wird dies die Fans der Band eher nicht, deren Mitglieder in Niederloh, Grünbach, Edling, Velden und Dorfen beheimatet sind. Schon immer setzt sie sich mit dem, was in unserer Welt gerade geschieht, auseinander, und genau das spiegeln die Musikstücke der siebenköpfigen Band wider, politischer und utopischer denn je.

Die Texte mit Titeln wie „Human Resources“, „Die Zentralbank“, „Gender“, „Cyperjunkie“ oder „Drohnen“ sprechen für sich. Mit ihren Inhalten legen d‘Heftl den Finger direkt in die Wunde. „Wir sind kein menschlicher Rohstoff. Wir haben Gedanken und fühlen Schmerz. Wir existieren durch andere Menschen. Nur Geld allein kauft kein Herz“. Das sind Zeilen aus dem Song „Human Resources“, in dem die Band den Wert des Menschen besingt.

Gekonnt halten die sieben Musiker ihren Fans in knapp 60 hörenswerten Minuten den Spiegel der Gesellschaft vor Augen und instrumentalisieren besonders gerne Widersprüche, wie etwa eine Kriegsführung mit Drohnen. So heißt auch der Song.

„Wir machen diese Texte, um etwas zu bewegen“, erklärt Gitarrist Otto Hohentanner, „und zeigen damit auch unsere persönliche Befindlichkeit“. Jeder aus der Band schreibt an den Texten mit oder bringt musikalischen Ideen ein: ob Jürgen Weingärtner, als Meister des Rhythmusgefühls am Bass, Walter Ruckdeschel (Saxofone, Percussion) oder Ingo Scheibner an der Gitarre, der Glenn Tipton ersetzt, wie im CD-Booklet zu lesen ist. Ein versteckter Hinweis auf seine Parkinson Erkrankung, den Hohentanner nicht scheut.

Manche der Stücke tragen etwas stärker die Handschrift einzelner Bandmitglieder. So hat Ingrid Gerbl (Akkordeon, Keyboard, Gesang) den Text zu „Human Resources“ geschrieben, Sylvie Seizinger (Gesang) zeichnet für eine textliche Neuauflage von „Aujourd‘hui“ verantwortlich, Walter Köstlmeier (Drums, Gesang), kreierte „Drohnen“, während „Spätes Glück“ über das das Altern in Würde einer von Hohentanners Lieblingstiteln ist.

D’Heftl sind älter geworden und kommen miteinander mittlerweile auf mehr als 360 Jahre. Geplant war die neue CD anfangs nicht. Die Idee war, einzig zur Freude der Bandmitglieder die Musik festzuhalten, die sich über die Jahre in regelmäßigen Proben entwickelt hat. Aufgenommen wurden die Musikstücke zwischen Januar und Dezember 2020. Herausgekommen ist eine tolle CD, die die Band dem Andenken an Michi Roß gewidmet hat. Zu kaufen ist sie im Dorfner Buchladen, zu bestellen über die Webseite 1000Heftl.jimdofree.com. Der nächste Liveauftritt findet vorauasichtlich am 24. Juli auf Sinnflut statt. CLAUDIA KRUPPA

Claudia Kruppa

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