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Georg Maurer † Der Reithofener und SPD-Gemeinderat verstarb im Alter von 69 Jahren. 

Nachruf: Georg Maurer 

Stets engagiert, aber nicht immer bequem

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Eineinhalb Jahre lang hat Georg Maurer aus Reithofen gegen den Krebs gekämpft. Nun hat der 69-Jährige, der für die SPD im Pastettener Gemeinderat saß, diesen Kampf verloren.

Reithofen– Georg Maurer hatte sich vieles für seine Rente vorgenommen. Er wollte als frisch gewählter Gemeinderat in Pastetten seine Ideen einbringen, hatte gerade den Segelschein in der Tasche, und das erste Enkelkind kam zur Welt. Doch im Herbst 2015 erkrankte der Reithofener an Krebs. Eineinhalb Jahre lang dauerte sein Kampf gegen die tückische Krankheit; ein Kampf, den er mit 69 Jahren verlor.

Geboren wurde Georg Maurer am 8. Mai 1947 in Reithofen – in seinem Elternhaus, dem Mesner-Anwesen gleich östlich vom Kirchhof. Sein beruflicher Werdegang war vielschichtig: Er erlernte das Fernmeldehandwerk und war bei der Bundesmarine, schulte zum Techniker um und entschied sich noch im Alter von 49 Jahren zur Selbstständigkeit. Maurer gründete ein erfolgreiches Softwarevertriebsunternehmen, das er bis zur Rente zuhause in Reithofen führte.

Dort lebte er mit seiner Frau Elisabeth und Sohn Immanuel mit Familie. Er interessierte sich für Sozialpolitik, für Fotografie und fürs Segeln. Maurer war Inhaber der Zertifikate für Binnen- und See-Sportschifffahrt sowie für die Küstenschifffahrt. Weitere Scheine für die große Fahrt sowie für Funk und Radar holte er als Rentner nach. Nur wenige Monate vor seiner Erkrankung erfüllte er sich noch einen ganz großen Traum: Maurer ging auf ganz großen Segeltörn auf dem Atlantik, unter anderem zu den Azoren. „Das war schon immer sein Wunsch“, erzählt seine Frau Elisabeth.

Daneben war Maurer sehr engagiert – er war beim örtlichen Schützenverein, bei der Feuerwehr und beim Gartenbauverein, zudem beim Volksbund für Kriegsgräberfürsorge und beim Deutschen Seenotrettungsdienst.

Auch dem Bund sozialdemokratischer Kommunalpolitiker trat der Reithofener bei, war er doch schon seit 1973 bei der SPD. Kommunalpolitisch in Erscheinung getreten ist er aber erst bei den Wahlen im Jahr 2014. Er hatte die Initiative ergriffen, die rote Liste wieder zu beleben, nachdem sie die vorangegangenen sechs Jahre geruht hatte.

Auch wenn die Stimmen für den Posten des Bürgermeisters von Pastetten nicht gereicht haben: Den Sprung in den Gemeinderat schaffte der damals 66-Jährige. Er widmete sich den Asylbewerbern in der Gemeinde mit viel Hingabe. Im Gremium zählten auch die Feuerwehren zu seinen kommunalpolitischen Schwerpunkten. Und er wollte mithelfen, „die unsichtbare Mauer zwischen der West- und Ost-Hälfte der Gemeinde abzubauen“, wie es Maurer anlässlich seiner Bürgermeister-Kandidatur selbst formuliert hatte. In die Debatten brachte er sich stets konstruktiv und nicht immer für jedermann bequem ein, stand dabei aber immer zu seiner Meinung.

Kurz nach der Kommunalwahl wurde Maurer zudem zum Vorsitzenden des SPD-Ortsvereins Buch-Forstern-Pastetten gewählt – ein Amt, das er wegen seiner Krankheit im vorigen Sommer abgab, aber stellvertretender Vorsitzender blieb. Auch sein Engagement im Kreisvorstand der SPD schraubte Maurer seiner Gesundheit zu Liebe zurück. „Wir empfanden seine Arbeit als Beisitzer stets als sehr wertvoll“, sagt Kreisvorsitzender Martin Kern.

Die Trauerfeier mit anschließender Beerdigung ist am heutigen Dienstag um 14 Uhr in Reithofen.

Von Vroni Macht

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