Der Schirmherr der Theatertage: Bruno Jonas. awe

Nachwuchstalente auf der Bühne

Erding - Zum 28. Mal finden seit gestern die Theatertage der bayerischen Realschulen statt. Dieses Mal an der Herzog-Tassilo-Realschule in Erding

250 Realschüler aus ganz Bayern campieren derzeit in der Herzog-Tassilo-Realschule in Erding. Denn hier wurden gestern die 28. Realschultheatertage eröffnet, und drei Tage lang dreht sich alles nur um das Theater spielen. Als Schirmherrn konnte der Organisator, Englisch- und Geschichtslehrer Michael Deppisch, einen ganz Besonderen gewinnen: Kabarettist Bruno Jonas.

Veranstalter ist die Fördergemeinschaft Schultheater an Realschulen in Bayern (FSR). Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, Lehrer für das Theater zu begeistern und fortzubilden. Höhepunkt jedes Jahres seien die Theatertage, wie Vorsitzende Cornelia Kolb-Knauer in der Pressekonferenz sagte. „Die Kinder werden sich immer und ewig daran erinnern“, begründete Zweite Vorsitzende Sabine Schmid den Wert der Veranstaltung für die Schüler.

Aber die Theatertage bedeuten für die Kinder und Jugendlichen auch viel Arbeit. Zum einen führen die sieben bayerischen Schultheatergruppen je ein Stück auf, zum anderen haben sie selbst einen Beobachtungsauftrag. „Sie machen sich Notizen zur Aufführung einer anderen Gruppe“, erklärt Schmid. Dabei achten sie auf Requisiten, Sprache, Ausdruck und vieles mehr. Bei einer moderierten Besprechung werden die Ergebnisse dann ausgewertet.

Sowohl Landrat Martin Bayerstorfer als auch Schulleiter Michael Altmann zeigten sich bei der Eröffnungsveranstaltung stolz darüber, dass die Theatertage in Erding stattfinden. Deppisch, der selbst im Vorstand der FSR tätig ist, hatte die Herzog-Tassilo-Realschule als Gastgeber beworben, und den Zuschlag bekommen. Die Kriterien seien hierbei, „was Schüler und Schule leisten können“, sagte Schmid.

Welche Gruppen teilnehmen dürfen, entscheidet eine Jury der FSR. „Wichtig ist, dass das Handwerk erkennbar ist“, erklärt Schmid. Interessant sei, dass sich hauptsächlich Schulen aus Ober- und Niederbayern melden, meinte Kolb-Knauer, die sich außerdem froh zeigte, dass Jonas als Zugpferd für Sponsoren fungiere. „Schließlich verschlingt das Festival zwischen 15 000 und 20 000 Euro.“ Denn es müsse sich um die Bühnen, Technik, Catering und Werbung gekümmert werden. „Leider war der Speckgürtel Münchens ziemlich abgemagert“, meinte Kolb-Kauer.

Dass gerade Bruno Jonas als Schirmherr gewonnen werden konnte, ist ebenfalls Deppisch zu verdanken. Er hatte bei dem Kabarettisten einen Schreibkurs für Lehrer belegt und nicht lange gezögert, ihn zu fragen. Für Bruno Jonas ist es die erste Schirmherrschaft. Die sieht er als „theologische Aufgabe“. Gebe er seinen Segen doch schon vorneweg. Wie wichtig Theater für das Leben sei, erläuterte er in seiner Ansprache. Gehe es im Theater und in der Natur doch immer ums Täuschen: bei Blumen, Insekten, Terroristen, Hochstaplern, aber auch bei Lehrern und Politikern.

Bereits bei der Eröffnung zeigten die Gastgeber aus Erding gestern, welches Talent in ihnen steckt. Zwischen den Grußworten von Altmann, Bayerstorfer, Staatssekretär Bernd Sibler und Schirmherr Jonas führten die Schüler Schwarzes Theater, eine Hip-Hip-Choreographie, Ballett sowie Musikeinlagen und einen Sketch à la Karl Valentin auf.

Andrea Wengel

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