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Planer Helmuth Ammerl, Stefan Otzmann vom Straßenbauamt, Landrat Martin Bayerstorfer und Bürgermeister Max Gotz.

Nordumfahrung: Stadtrat macht den Weg frei

 Erding - Nach dem Kreistag hat am Mittwoch auch der Stadtrat der Nordumfahrung von Erding Grünes Licht gegeben. Der Planungsauftrag erging mit 23:17 Stimmen erwartet knapp. Der Bau der ED99 gilt nun jedoch als sehr wahrscheinlich.

Über drei Stunden diskutierten die Stadträte am Mittwochabend in der Sondersitzung, an der Stefan Otzmann vom Straßenbauamt Freising, Planer Helmuth Ammerl und zeitweise auch Landrat Martin Bayerstorfer teilnahmen. Schon früh zeichnete sich - erwartungsgemäß - eine Mehrheit für den Planungsauftrag der Nordumfahrung auf der stadtnahen Süd-2-Trasse bei Langengeisling/Altham sowie der Nordanbindung via Neue Römerstraße sowie Stichstraße vom Kronthaler Weiher ab. Klar war aber auch: Es würde knapp werden. CSU und SPD sowie Inge Sporrer (REP) stimmten dafür, UWE, Erding Jetzt, Grüne, ÖDP und der parteilose Harald Ebert dagegen. Die Parteifreien hätten bei einer nördlicheren Variante (Mitte-Trasse) ebenfalls mit Ja gestimmt, wie deren Sprecher mehrfach betonten.

Zuvor hatte vor allem Bürgermeister Max Gotz (CSU) für das 45-Millionen-Euro-Projekt geworben. “Der Verkehr stellt unstrittig eine der größten Herausforderungen in Erding dar. Er ist längst in Bereiche vorgedrungen, die dafür nie vorgesehen waren.” Nun gehe es darum, Antworten auf diese Blechlawine zu finden. Gotz sagte, für ihn sei es keine Frage, dass der Verkehr weiter zunehme, immerhin sagten sämtliche seriösen Studien der Kreisstadt bis 2025 ein Bevölkerungswachstum von bis zu 16 Prozent voraus.

Bereits vor Jahren habe der Stadtrat per Trassenvermerk im Flächennutzungsplan die Absicht erklärt, die Nordumfahrung zu bauen. Mehrmals, so der Bürgermeister weiter, habe sich die Stadtpolitik zu der Umgehung bekannt. Von der würden zahlreiche Bereiche der Kreisstadt profitieren. Gotz nannte die Taufkirchener Siedlung, die Reihenhaussiedlung Ost an der B388, die Freisinger Siedlung mit der Johann-Sebastian-Bach-Straße, die Anton-Bruckner-Straße, den Ortsteil Eichenkofen sowie sämtliche Ost-West-Verbindungen.

Weiter erinnerte Gotz daran, dass die Nordanbindung zwischen Erding und der ED99, die Parallele zur Alten Römerstraße, nicht nur eine Absichtserklärung sei. Seit bekannt ist, dass der Fliegerhorst aufgelöst wird, “habe ich mehrere sehr konkrete Gespräche mit der Bundesgesellschaft geführt, die für den Verkauf der Flächen zuständig ist”. Es bestehe die große Chance, die so genannte Neue Römerstraße auf dem Militärgelände auf bestehenden (!) Fahrbahnen zu realisieren.

Zur Finanzierung sagte der Rathauschef, dass an der Stadt maximal zehn Prozent der Kosten hängen blieben. Der Staat habe die Höchstförderung zugesagt. Weitere Mittel kämen vom Flughafen, deren Anteil umso höher ausfalle, wenn die dritte Startbahn gebaut wird. Er erinnerte daran, “dass wir vor zehn Jahren an einem Punkt waren, wo die Stadt die Nordumfahrung komplett selbst zu zahlen bereit war”.

Eindringlich appellierte Gotz an die Stadträte, auf die ED99 einzuschwenken. “Hier haben wir die Chance, das Heft in die Hand zu nehmen und selbst etwas gegen den Verkehr zu unternehmen.” Nach jahrelangen Versprechungen sei das Ja zum Bau für ihn “auch eine Frage der Glaubwürdigkeit”.

Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) erinnerte an die Zusage der Regierung, 70 Prozent der Kosten zu übernehmen. Diese sei die höchste Fördermöglichkeit. Hinzu kämen die Mittel aus dem Umlandfonds des Flughafens. Auf die zweite Umweltverträglichkeitsprüfung für die Mitte-Trasse habe man verzichtet, weil die Wirtschaftslichkeitsberechnung dieser Variante niemals eine Förderung in Gang setzen werde. Die Trasse Süd 2 sei klar im Vorteil. “Nur sie hat eine Chance”, so der Landrat. “Für mich steht fest: Entweder kommt diese Trasse, oder die Nordumfahrung kommt für lange Zeit gar nicht. Ich sehe keine Alternative.”

Otzmann und Ammerl erläuterten nach dem Kreistag auch dem Stadtrat ihre Wirtschaftslichkeitsberechnung, die wasserdicht sei. Die Mitte-Trasse falle mit einem Nutzen-Kosten-Faktor von 0,28 klar durch, während die Südlösung mit 1,48 förderfähig sei. Diese Trasse sei mit 8,96 Kilometern die kürzeste und biete die höchste Entlastung Erdings.

Hans Moritz

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