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Nest auf dem Gasthaus Pfanzelt

Störche – die Stars der Geislinger Vogelwelt

Das Storchennest auf dem Schornstein des Gasthauses Pfanzelt in Langengeisling hat viele Fans – vor allem heuer, wenn darin fünf Junge aufgezogen werden. Unter den Beobachtern ist seit über zwei Jahrzehnten Elfriede Ludwig. Sie erzählt von ihren gefiederten Nachbarn.

Langengeisling – Es klappert wieder auf dem Schornstein des Gasthauses Pfanzelt in Langengeisling. Fünf Jungstörche leben heuer in dem ausladenden Nest, das täglich von Schaulustigen, Vogelkundlern und Fotografen beobachtet wird. Seit 23 Jahren hat es auch Elfriede Ludwig (63) ständig im Blick. Sie beobachtet und fotografiert die Weißstörche, denen nachgesagt wird, dass sie Frühlingsboten und Glücksbringer sind.

Die Langengeislingerin und ihr Ehemann Franz (74) dokumentieren seit 2012 Jahr für Jahr die Langengeislinger Störche. Sie vermuten, dass das jetzige Storchenpaar schon längere Zeit immer wieder zu dem Nest auf dem Schornstein des Gasthauses zurückkehrt. Das ist auch das Faszinierende für Elfriede Ludwig, „dass sie immer wieder ans selbe Nest zurückkommen“ – obwohl sie dafür „wahnsinnige Reisen“ unternehmen müssen.

Das sei auf die „Treue zum Horst“ zurückzuführen, erläutert Richard Straub (66) vom Landesbund für Vogelschutz (LBV). Seit 30 Jahren ist er für den LBV in Teilen Bayerns tätig und beschäftigt sich auch mit den Störchen im Landkreis. Heuer sei das erste Tier bereits im März eingetroffen. Seit Anfang Mai könne man die fünf Jungstörche sehen. Mittlerweile seien diese schon „propper und auch schon ziemlich oft allein“, erzählt Elfriede Ludwig. Denn der Hunger der Störche will gestillt werden: „Die Elterntiere müssen ordentlich Nahrung heranbringen.“ Sie habe schon oft beobachten können, wie sie abwechselnd Futter zum Nest brachten.

Die Langengeislingerin erzählt, dass sie bei den Störchen auch unterscheiden könne, wenn es sich um „freudiges Geklapper“ oder Feindabwehr handelt. Denn es würden auch viele Fremdstörche vorbeischauen, die es zu vertreiben gelte.

Auch die Nachbarschaft erkundigt sich bei den beiden Urgeislingern über die Störche: „Ich werde öfters gefragt, ob sie schon da sind und ob schon Junge zu sehen sind.“

Spektakel: 24 Vögelauf Durchreise

Bezüglich des Interesses an den Großvögeln fügt sie an: „Ich glaube, es geht vielen so wie uns.“

Ein Spektakel im vergangenen Jahr seien 24 durchreisende Störche gewesen. Diese machten auf dem Dach auf der Langengeislinger Kirche Rast – und auch auf dem Gotteshaus in Langenpreising. „Da kamen viele vorbei, um sich das anzuschauen“, erinnert sich Elfriede Ludwig.

Laut dem Landesbund für Vogelschutz beginnt die Brutzeit der Störche Anfang April und geht bis Mitte Juni. Meistens werden zwei bis vier Junge innerhalb von 30 bis 34 Tagen ausgebrütet. Die Langengeislinger Störche waren allerdings nicht nur in diesem Jahr überdurchschnittlich fruchtbar. Ludwig erinnert sich, dass das Storchenpaar auch 2016 fünf Jungtiere ausgebrütet hat.

Straub pflichtet bei, dass es sich bei den Störchen um „erfahrene Eltern“ handeln müsse. Er sieht den Landkreis Erding für die Tiere als geeignet, denn „große, weite Flächen liebt der Storch“. Nach Angaben des Experten hat es eine Zeit gegeben, in der der Landkreis um die 20 Storchenpaare gezählt habe.

Heute seien es mittlerweile neben dem Paar in Langengeisling nur noch zwei weitere in Sonnendorf (Gemeinde Wörth) und Dorfen. Dies habe unter anderem mit dem Maisanbau zu tun. „Dafür wurden viele für den Storch wertvolle Mooswiesen geopfert“, so Straub.

„Für die Nahrung wäre es gut, wenn es regnet“, meint er. Denn abwechslungsreiches Futter sei für die Entwicklung und das Fortbestehen der Jungen von großer Bedeutung. Doch auf die jungen Störche lauern auch Gefahren. So sterben laut LBV in Bayern über die Hälfte aller Weißstörche durch Zusammenstöße mit Stromleitungen und andere Stromschläge. Beim Nachwuchs kommen so zehn Prozent im ersten Lebensjahr um. Ludwig bestätigt, dass auch sie einen solchen Vorfall mitbekommen habe. km

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