„Traue dem Frieden nicht“: Bürgermeister Franz Hofstetter macht sich Sorgen. Foto: Lang

B15 neu: Die Angst des Bürgermeisters vor der Blechlawine

Taufkirchen - Neue Zahlen zur B15 neu gibt es zwar im Moment keine. Aber Taufkirchens Bürgermeister Franz Hofstetter hat „unwahrscheinlich Angst“. Angst, dass die B 15 neu jetzt doch Realität wird.

„Wenn die B 15 bis Landshut im Norden und bis kurz vor Rott am Inn im Süden ausgebaut wird und dazwischen nichts passiert, ist der Verkehrsinfarkt für Taufkirchen, Dorfen und St. Wolfgang vorprogrammiert. Denn der Verkehr dazwischen wird sich auf die B 15 alt schleichen und die A 94 noch weiteren Zufluss bringen“, vermutet Hofstetter.

Deshalb drängt er darauf und fordert, dass bei der Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplans die B 15 neu bis Haag in den vordringlichen Bedarf kommen muss. „Wir befürchten, dass die B 15 neu bis zur A 92 gebaut wird, weil bis dort die Planfeststellung abgeschlossen ist, dass der Anschluss bis zur A 92 hergestellt wird, und dass die Ost-Südumfahrung von Landshut in den vordringlichen Bedarf kommt“, sagte er in einem Pressegespräch im Taufkirchener Rathaus. Hofstetter sieht die Gefahr, dass der Verkehr durch diese Ost-Süd-Umfahrung dann auf der B 299 sowie der B 15 alt aufschlägt und dann der Verkehr auf beiden Bundesstraßen weitergeführt wird. „Ganz gleich, ob sie sagen, wir finden eine Lösung, ob es diese raumgeordnete Trasse oder die B 15 alt gibt, oder ob beide gemeldet werden,“ entscheidend sei, dass die B 15 neu südlich von Landshut in den weiteren Bedarf komme.

Vielleicht werde der neue Bundesverkehrswegeplan 2016 vom Bundestag beschlossen. „Aber 15 Jahre sind immer dazwischen, und diese 15 Jahre wirken sich dann auch darauf aus, wie bei uns der Verkehr ist“, erklärte Hofstetter weiter. Es sei immer das gleiche, langwierige Prozedere in Deutschland, was auch in Ordnung sei - auch mit Diskussionen und Bürgerbeteiligungen. Dadurch habe man aber auch immer eine Zeitverzögerung von mindestens 15 Jahren, laut seiner Erfahrung.

Glaube man den Prognosen und gehe von 30 000 bis 40 000 Autos mehr pro Tag auf der B 15 aus, könne man von 10 000 bis 15 000 Autos mehr in Taufkirchen ausgehen. „Vielleicht werden es auch noch mehr.“ Genaue Zahlen zur Verkehrsentwicklung lägen ihm nicht vor.

Deshalb plädiert Taufkirchens Bürgermeister dafür, dass die B 15 neu entweder bis zur A 92 gehen sollte, wo der Verkehr dann weiterlaufe, oder sie komme in den vordringlichen Bedarf bis nach Haag, fairerweise, betont er. Denn wenn sie nur bis zur A 94 laufe, dann sei St. Wolfgang außen vor.

Das jetzt schon katastrophale Verkehrsaufkommen in Dorfen, Taufkirchen und St. Wolfgang werde durch die Westtangente von Rosenheim zusätzlich verstärkt, befürchtet Hofstetter. Sie soll im nächsten Jahr kommen. „Alle reden sich leicht, jeder ist gegen die B 15“, meint er. Er gestehe auch jedem sein Recht zu. Aber mit dieser Abwehrhaltung werden „wir die Gelackmeierten sein in Taufkirchen und Dorfen. Diese Angst habe ich, dass wir vom Verkehr überrollt werden, zumindest für diesen Zeitraum.“ Auch in Erding und Moosinning sei nichts passiert, weil die Umfahrungen nicht in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen wurden.

Wenn die Ost-Süd-Umfahrung Landshut und die Westtangente Rosenheim kommen, werde der Verkehr einfach wesentlich mehr werden. „Wir müssen uns zu Wort melden“, fordert Hofstetter. Es werde zwar gesagt, es gebe die Lösung B 15 neu, „aber ich traue dem Frieden nicht“, wenn sie nicht in den vordringlichen Bedarf komme. Schließlich seien unwahrscheinlich viele Straßen gemeldet, die alle neutral bewertet werden, nach Kosten und Nutzen. Ergebnisse seien noch keine bekannt. Aber Hofstetter ist: überzeugt, „dass Landshut reinkommt, und wir haben dann den Dreck im Schachterl“.

Birgit Lang

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