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Bei bestem Wetter wurde am Kirchplatz in Oberneuching die 125-Jahr-Feier der Krieger- und Soldatenkameradschaft mit einem Gottesdienst gefeiert.

125 Jahre Krieger- und Soldatenkameradschaft Oberneuching

Nur noch ein Kriegsteilnehmer lebt

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Die Krieger- und Soldatenkameradschaft Oberneuching hat 125-jähriges Bestehen gefeiert. „Die Feier war schön, aber es wurden auch Erinnerungen wach“, sagte Kaspar Hainz (93), der einzige noch lebende Oberneuchinger Kriegsteilnehmer des Zweiten Weltkriegs.

Oberneuching– Kaiserwetter war bei der 125-Jahr-Feier der Krieger- und Soldatenkameradschaft Oberneuching geboten. Mit einem Gottesdienst am Kirchplatz und einem Festabend beim Alten Wirt feierte der Verein am Samstag seinen 125. Geburtstag. Dabei gab es auch berührende Momente. Als sich beim Gottesdienst am Kriegerdenkmal die Fahnen zu Ehren der gefallenen und vermissten Kameraden senkten und Pfarrer Michael Bayer bewegende Worte sprach, verdrückte so mancher Gast eine Träne – und daran war nicht die Sonne schuld.

Ein besonderer Gast war Kaspar Hainz. Der 93-Jährige ist der einzige noch lebende Oberneuchinger Kriegsteilnehmer des Zweiten Weltkriegs. „Die Feier war schön, aber es wurden auch Erinnerungen wach. Die einprägenden Dinge kommen da schon wieder hoch“, gab Hainz ehrlich zu. Am 22. April 1943 hatte er seinen 17. Geburtstag. „Und da war schon bekannt, dass die Einberufung zum Reichsarbeitsdienst erfolgt“, blickte Hainz zurück. Akribisch hat er seine Stationen aufgeschrieben. Sie haben sich auch ins Gedächtnis eingebrannt.

Vorsitzender Helmuth Schleier (r.) ehrte (vorne, v. l.) Maria Vilgertshofer, Kaspar Hainz, Erika Hermansdorfer, Amalie Vilgertshofer, Josef Kressirer (hinten, 2. v. l.) und Robert Burgmair (hinten, M.). Pfarrer Michael Bayer (hinten, l.) und Bürgermeister Hans Peis gratulierten.

An den Flughäfen in Neubiberg und Riem, der ebenfalls zum Militärflughafen umfunktioniert worden war, war er im Einsatz. Es folgte die Ausbildung in Augsburg und später die Gefangenschaft in Frankreich. Während des Kriegs war er auch im bewaffneten Spähtrupp im Einsatz. „Ich musste Patronenkästen für Maschinengewehre schleppen“, erzählte der Oberneuchinger, der während der Gefangenschaft in großen Lagern im Einsatz war. Am 1. Februar 1946 wurde er aus der Gefangenschaft entlassen. „Dann war die unerfreuliche Lebenszeit vorbei“, sagte er. Bei der Wiedergründung des Vereins war Hainz selbst aktiv. „Da hab’ ich auch mitgeschmatzt“, meinte das jetzige Ehrenmitglied schmunzelnd.

Zum ersten Mal wurde ein Gottesdienst am neu gestalteten Kirchplatz gefeiert, musikalisch umrahmt von Mitgliedern der Chöre aus Oberneuching und Ottenhofen sowie Musikern der Finsinger Blaskapelle. Die Mikrofonprobleme kommentierte Pfarrer Bayer schmunzelnd mit „Tonstörung. Die Predigt fällt aus.“ Soweit kam es dann aber nicht. „Wenn ein Verein in Oberneuching feiert, dann sind alle da“, freute sich Bayer und erinnerte an die Kameraden, die vor 125 Jahren den Verein einst ins Leben gerufen hatten.

Auf einem ellenlangen Papier hatte er festgehalten, welche Kriege und Schlachten das 19. Jahrhundert bestimmt hatten. „Sich auszutauschen, was ihnen auf der Seele liegt“, sei laut Pfarrer Bayer die Motivation der Gründungsmitglieder gewesen. Kuriosum: „In Treue fest“ war in dieser Zeit der Wahlspruch des Königreichs Bayern. Einen entsprechenden Helm mit dieser Aufschrift hatte Mesner Albert Kressirer in der Oberneuchinger Sakristei ausgegraben.

Die Ehre erwiesen den Kriegern auch die Ortsvereine aus Ober- und Niederneuching. Gemeinsam zogen die Fahnenabordnungen mit einem Festzug zum Alten Wirt. Vorsitzender Helmuth Schleier ließ die Geschichte des Vereins Revue passieren. „Die Ehe mit Niederneuching hat genau die Silberhochzeit erlebt“, so Schleier. Dann spalteten sich die Niederneuchinger ab und gründeten einen eigenen Verein.

Mit dem Vereinszeichen in Silber wurde Josef Kressirer für 40-jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet. Die bronzene Ehrung bekam Robert Burgmair für 25 Jahre. Ein besonderes Dankeschön richtete Schleier an ein engagiertes Damentrio: Maria Vilgertshofer ist seit 1981 Fahnenmutter, Amalie Vilgertshofer seit vielen Jahren treue Sammlerin für die Kriegsgräberfürsorge und Erika Hermansdorfer pflegt bereits seit 20 Jahren unentgeltlich das Kriegerdenkmal.

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