Jacken und Turnbeutel sind in einer Kindertagesstätte an einer Garderobe zu sehen.
+
Die Gemeinde Neuching sucht für den Neubau des Kinderhauses einen Architekten. Die Ausschreibung erfolgt europaweit (Symbolbild).

Neuching startet europaweite Ausschreibung – Gremium befasst sich mit Bewerbern

Architekt fürs Kinderhaus gesucht

  • vonDaniela Oldach
    schließen

Die Gemeinde Neuching sucht für den Neubau des Kinderhauses einen Architekten. Die Ausschreibung erfolgt europaweit.

Neuching – Plant ein portugiesisches, ein spanisches oder etwa ein griechisches Architekturbüro das Neuchinger Kinderhaus? Möglich wäre das, denn die Ausschreibung zur Objektplanung des Neubaus für die kleinsten Neuchinger muss europaweit erfolgen. Doch so eine Auslandsbewerbung ist graue Theorie, meinte Johann Kellerer, der die Gemeinde Neuching bei der Ausschreibung des sogenannten VgV-Verfahrens zur Seite steht.

In der Gemeinderatssitzung stellte der Berater die Auswahlkriterien vor. Europaweit muss ausgeschrieben werden, wenn bei einer Sachplanung die Summe von 214 000 Euro überschritten wird. Wird dies nicht gemacht, gibt es keine Fördermittel. Kellerer habe ein ähnliches Projekt in Fürstenfeldbruck betreut. Dort hätten sich 15 Architekten beworben, „die alle aus dem S-Bahn-Bereich München stammen. Die Gefahr, dass einer aus Berlin oder Portugal kommt, sehe ich nicht so“, meinte er.

Ausgeschrieben werden die Leistungen ab der Vorentwurfsplanung, also aufbauend auf der Entwurfsplanung, die Alexander Pfletscher erstellt hat. Pfletscher vom Münchner Architekturbüro PSA Pfletscher und Steffan plant den Neubau der Sporthalle und hat außerdem die Vorentwurfsplanung für das Kinderhaus mit acht Gruppenräumen im ersten Bauabschnitt angefertigt.

Jeder Bewerber muss außerdem eine Haftpflichtversicherung nachweisen, die eine Schadenssumme von jeweils zwei Millionen Euro bei Personen- und Sachschäden beinhaltet.

Für Diskussionsbedarf sorgte im Gremium die Bewertung der Bewerbungen. Soll dies nur auf dem Papier geschehen, oder sollen sich die Büros im Gemeinderat selbst vorstellen? Vize-Bürgermeister Martin Bichlmaier (SPD), der die Sitzung leitete, regte an, dies auf die nächste Tagesordnung zu setzen. Kellerer ergänzte, dass ein Büro zum Zug kommen sollte, bei dem auch die Geschäftsleitung sehr schnell greifbar sei. Hinzu komme, dass entsprechende Qualifikationen und die Berufserfahrung des Projektleiters nachgewiesen werden müssten und auch ein Bauleiter die Baustelle betreuen solle. Auch sollen die jeweiligen Bewerber die Umsetzung des Rahmenterminplans einschätzen.

„Ich bin für die Entscheidung vom Papier“, bezog Bichlmaier zur Entscheidungssituation Stellung. Anderer Meinung war Robert Riexinger (CSU): „Ich schaue mir die Leute lieber an.“ Dieser Argumentation schloss sich 3. Bürgermeister Manfred Mittermaier (FWG) an.

Martin Bauer (CSU) und Markus Reicheneder (FWG) möchten ein Gremium, das sich mit der Vorstellung der Bewerber befasst. Dies wurde schließlich so beschlossen. Diesem gehören dann Bürgermeister Thomas Bartl (CSU) sowie von jeder Fraktion ein Vertreter an. Der gesamte Gemeinderat wird aber zu den Treffen eingeladen. Eine Vorauswertung macht Kellerer.

„Müssen wir die Bausumme gleich festlegen?“, wollte Ratsmitglied Christian Steiner (WGN) wissen. „Das hätte bei Schritt eins erfolgen müssen. Jetzt wird es schwerer“, antwortete Kellerer. Aber „derjenige, der jetzt den Auftrag kriegt, macht die Kostenberechnung“, führte er aus.

Bichlmaier hatte noch eine andere Idee. Er plädierte bei der Ausschreibung für einen Passus, mit dem die Bewerber aufgefordert werden, Möglichkeiten für eine eventuelle Kostenreduzierung aufzuzeigen. „Wenn wir das Pfennigfuchsen anfangen, dann darennen wir uns“, meinte hingegen Otto Hainz (SPD) und wünschte sich „schon einen guten Planer“.

Mittermaier hingegen sieht das anders. „Architekten sind für mich alle Künstler. Auch ein Planer soll sich Gedanken über die Kosten machen“, meinte er. Schließlich einigte sich das Gremium einstimmig darauf, dass in der Ausschreibung der jeweilige Projektleiter seine Erfahrung bezüglich Kostenplanung angeben muss. Der nächste Schritt ist nun die Bekanntmachung im Amtsblatt der EU.

Nach dem Eingang der Bewerbungen wird laut Kellerer mit drei bis sechs Büros verhandelt. Wichtig sei vor allem, dass der Zeitplan eingehalten werde: Das neue Kinderhaus soll im September 2023 an den Start gehen. Laut Bauamtschef Erhard Huber bekommt die Gemeinde pro geplantem Hortplatz (75) zusätzliche 6000 Euro Fördermittel. Dies ist aber nur gültig, wenn die Baufertigstellung bis Ende 2023 erfolge.

do

Auch interessant

Kommentare