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Bartl will ins Bürgermeister-Nationalteam

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Fünf sportliche Bürgermeister: Der Neuchinger Thomas Bartl (2. v. r.) mit seinen Amts- und Fußballkollegen (v. l.) Stefan Heinlein (Markt Pressig), Nico Dittmann (Thalheim im Erzgebirge), Daniel Retsch (Weisenbach) und Jonas Korell (Ottrau) beim Trainingslager in Bad Mergentheim.
Fünf sportliche Bürgermeister: Der Neuchinger Thomas Bartl (2. v. r.) mit seinen Amts- und Fußballkollegen (v. l.) Stefan Heinlein (Markt Pressig), Nico Dittmann (Thalheim im Erzgebirge), Daniel Retsch (Weisenbach) und Jonas Korell (Ottrau) beim Trainingslager in Bad Mergentheim. © privat

Neuching - Neuchings Bürgermeister Thomas Bartl will in die Fußball-Nationalmannschaft. Ein erstes Trainingslager mit Amtskollegen hat er bereits absolviert. im Frühjahr fällt die Entscheidung.

Sportkleidung statt Anzug, Fußballplatz statt Schreibtisch: Das war das Motto einiger Bürgermeister aus ganz Deutschland, darunter der Neuchinger Thomas Bartl. Diesen sportlichen Einsatz hatten sie trotzdem ihrem Beruf zu verdanken. Es handelte sich nämlich um ein Trainingslager der Deutschen Fußballnationalmannschaft der Bürgermeister (DFNB). Bartl war als einziger Vertreter Oberbayerns dabei.

Der 31-Jährige ist seit Mai 2020 im Amt und entdeckte bereits als Kind seine Liebe zum Fußball. Einige Jahre spielte er bei der SpVgg Neuching, hörte aber in der D-Jugend auf. Bartl widmete sich fortan seiner zweiten sportliche Leidenschaft, der er bis heute nachgeht: dem Tennis. Vor sechs Jahren kehrte der Niederneuchinger auf den Fußballplatz zurück, weil es in seinem Heimatverein personelle Engpässe gab. Seither spielt er als linker Verteidiger in der zweiten Mannschaft.

Durch sein politisches Engagement ist es nicht immer leicht, sich dafür Zeit zu nehmen. „Ich versuche auf jeden Fall, so oft wie möglich zu trainieren, mindestens einmal pro Woche. Aber es geht wegen Abendterminen nicht immer. Beispielsweise sind am Dienstagabend oft Gemeinderatssitzungen“, erklärt Bartl. Andererseits brauche er den sportlichen Ausgleich zum Beruf. Im Winter geht er zudem oft joggen.

Dass es auch eine Fußballmannschaft für Bürgermeister gibt, war Bartl gar nicht bekannt – bis in einem TV- und Internet-Beitrag die DFNB beworben wurde. Dort kommen Bürgermeister aus ganz Deutschland zusammen, um gemeinsam Fußball zu spielen. Regelmäßig gibt es auch Benefizveranstaltungen, wie beispielsweise ein Spiel im August zugunsten von Hochwasseropfern. Mehrmals im Jahr trifft sich die DFNB und reist auch mal zu eigenen Europameisterschaften. Dort spielt die Mannschaft auf dem Kleinfeld gegen andere Bürgermeister-Nationalteams. Solche gibt es laut Bartl beispielsweise auch in Italien, Österreich oder Polen. Die DFNB war aber auch schon in Südafrika oder im russischen Sotschi.

Neuchings Rathauschef erfuhr von der Nationalmannschaft durch Bekannte. „Sie meinten ‚du bist jung und ein Bürgermeister, das wär doch was für dich’“, erinnert sich Bartl schmunzelnd. Der 31-Jährige kontaktierte die DFNB – mit Erfolg. Bartl wurde zum viertägigen Trainingslager in Bad Mergentheim (Baden-Württemberg) eingeladen. Über 20 Amtskollegen nahmen daran teil. Neben zwei Franken war Bartl einer von drei Bayern.

Er war „vom hohen fußballerischen Niveau“ seiner Amtskollegen beeindruckt. Alle Altersgruppen waren vertreten, manche hatten sogar schon in der zweiten Bundesliga, Ober- oder Bezirksliga gespielt. „Das Trainingslager war top, wir hatten viel Spaß. Das ist in einer guten Mannschaft ja auch sehr wichtig“, sagt Bartl. Sportlich maß man sich in einem Testspiel mit dem Team eines Sportbekleidungsherstellers – und verlor 1:7. „Es war trotzdem eine tolle Sache und faszinierend, mal in offizieller Mission den Adler auf der Brust tragen zu dürfen“, erzählt Bartl mit Blick auf sein weißes Fußballtrikot mit der Nummer 13.

Noch ist er nicht offizielles Mitglied des DFNB. Wie bei einer Castingshow sei er nun im Recall, also in der zweiten Testrunde, erklärt Bartl. Im März oder April soll es ein weiteres Trainingslager geben. Bis dahin sollen sich die Bürgermeister fit halten. 2022 steht nämlich auch die Europameisterschaft in der Slowakei an. „Da hätte ich Lust darauf“, sagt Bartl. „Das ist ja echt eine spannende Sache, und man kommt auch mit früheren Europameistern in Kontakt. Und das Schöne ist, dass man auch als Botschafter für den guten Zweck unterwegs ist.“ MARKUS OSTERMAIER

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