Wünsche für Radwegeverbindungen können die Neuchinger äußern – einer von vielen Themenbereichen. 
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Wünsche für Radwegeverbindungen können die Neuchinger äußern – einer von vielen Themenbereichen. 

Gemeinde startet Umfrage

Bei Neuchings Zukunft reden die Bürger mit

  • vonDaniela Oldach
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Die Neuchinger sollen bei der zukünftigen Gestaltung ihrer Gemeinde mitreden. Die Gemeinde startet deshalb im Rahmen der Neuaufstellung des Flächennutzungsplans eine Umfrage.

Neuching – Wie wünschen sich die Neuchinger, dass sich ihre Gemeinde entwickelt? Mit was sind sie zufrieden, und wo besteht Handlungsbedarf? Dies und noch viel mehr soll mit einer Bürgerumfrage eruiert werden, die im Rahmen der Neuaufstellung des Flächennutzungsplans (FNP) an den Start geht. Hier haben die Neuchinger das Wort, um ihre Kommune aktiv mitzugestalten.

In der Gemeinderatssitzung im Alten Wirt stellte Luisa Becker-Nickels vom Planungsverband München den Online-Fragenkatalog an die Neuchinger vor. Aufgeteilt in 25 Kategorien, gibt es Fragen zu nahezu allen Lebensbereichen. Gestartet wird „soft“ mit der Angabe des Lieblingsplatzes in der Gemeinde. Zudem kann jeweils ein Marker auf einer virtuellen Karte gesetzt und mit weiteren Informationen oder Begründungen versehen werden.

Aktive Angabe sind bei Wohngebieten möglich

Auch die Konfliktpunkte sollen herausgefunden werden. Hier kann man angeben, was einen stört. Wertvolle Erkenntnisse verspricht sich Becker-Nickels auch von den Angaben der Bürger zur zukünftigen Siedlungsentwicklung. Ist den Neuchingern der Erhalt der dörflichen Struktur und des ländlichen Charakters wichtig? Und spielt auch innovativer Wohnungsbau, beispielsweise durch eine energetische Bauweise, eine Rolle? Bei diesen Fragen gibt es drei Antwortmöglichkeiten: Ich stimme zu, ich stimme nicht zu, oder es ist mir egal.

Aktive Angaben können bei der Frage gemacht werden, wo sich die Neuchinger zukünftige Wohngebiete vorstellen können – ebenfalls inklusive Markierung auf einer Karte. Ein weiteres Schwerpunkt-Thema ist der Verkehr/Radverkehr. Mittels einer Linie können hier schon virtuelle Radwegeverbindungen auf einer interaktiven Karte eingezeichnet werden. Auch die Zufriedenheit mit dem ÖPNV-Angebot wird abgefragt, ebenso Fußwegeverbindungen.

Reicht die Nahversorgung aus?

Der Bereich Arbeit und Versorgung soll ebenfalls intensiv beleuchtet werden. Wo können Gewerbegebiete ausgewiesen werden? Welche Einkaufsmöglichkeiten werden neben den Nahversorgern noch gewünscht? Eine wichtige Rolle spielen die Betreuungsmöglichkeiten für kleine und ältere Neuchinger. Was wird hier zusätzlich gewünscht? Die Ankreuzmöglichkeiten reichen von der Hausaufgaben- oder Seniorenbetreuung bis hin zum Pflegeheim.

Die derzeitige Freizeitgestaltung in der Gemeinde inklusive der gewünschten Angebotserweiterung spielt bei der Umfrage ebenso eine Rolle wie die Bereiche Kultur und Brauchtum sowie Klimaschutz.

Die Daten werden anonymisiert erhoben

Alle Daten werden anonymisiert erhoben. Die Ausfülldauer des Online-Fragebogens beträgt zwischen 20 und 30 Minuten. „Wie ist denn sichergestellt, dass eine Person nur einmal teilnimmt?“, wollte Dritter Bürgermeister Manfred Mittermaier (FWG) wissen. „Jede Umfrage, an der einer mehrfach teilnehmen kann, ist für die Tonne. Wenn ich Interesse an einem Thema habe, nehme ich mir ein paar Stunden Zeit“, ergänzte er. Bisher sei Becker-Nickels erst ein Fall bekannt, bei dem einmal die Antworten kopiert worden seien. Das sei in Taufkirchen gewesen. Zudem gebe es die Möglichkeit, mit Passwörtern zu arbeiten. Hierzu gab es bisher aber noch keine Nachfrage. „Ich habe das Vertrauen in unsere Bürger, dass nicht einer zehnmal ausfüllt“, sagte Vize-Bürgermeister Martin Bichlmaier (SPD).

Auch in Papierform gibt‘s die Umfrage

„Wie erreicht aber die Papierform die Bürger?“, wollte Markus Reicheneder (FWG) wissen. Dazu soll es einen Hinweis im Amtsblatt geben, dass es im Rathaus entsprechende Bögen zum Ausfüllen gibt. Bei Bedarf soll Hilfestellung beim Ausfüllen geleistet werden.

Ebenfalls im Amtsblatt ist ein Aufruf an die Grundstückseigentümer geplant, der Gemeinde mit einem Antrag zu melden, ob ihre Flächen dort aufgenommen werden sollen – beispielsweise, wenn sich Bauland entwickeln soll, oder wenn sie für Gestaltungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen.

Der FNP schafft die Grundlage für die Zielsetzung der Kommune für die kommenden 15 Jahre. Start der Fragebogenaktion ist voraussichtlich im August. Dann gibt es drei Monate Zeit. Im Januar geht der Gemeinderat mit den Erkenntnissen in Klausur, später wird ein Leitbild entwickelt.

Daniela Oldach

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