Ehrung im heimischen Pflanzenparadies: Gregor „Greg“ Webersberger (2. v. r.) ist Neuchings Geschichtsexperte, Geburtstagsjubilar und neuer Bürgermedaillenträger. Altbürgermeister Hans Peis (r.) nahm die Ehrung vor, Rathauschef Thomas Bartl (l.) gratulierte mit einem Geschenkkorb. Mit dem Jubilar freuen sich (v. l.) Enkelin Jennifer, Tochter Christine (mit Timmi auf dem Arm), Schwiegersohn Thomas, Tochter Silvia, Ehefrau Irmgard.
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Ehrung im heimischen Pflanzenparadies: Gregor „Greg“ Webersberger (2. v. r.) ist Neuchings Geschichtsexperte, Geburtstagsjubilar und neuer Bürgermedaillenträger. Altbürgermeister Hans Peis (r.) nahm die Ehrung vor, Rathauschef Thomas Bartl (l.) gratulierte mit ei nem Geschenkkorb. Mit dem Jubilar freuen sich (v. l.) Enkelin Jennifer, Tochter Christine (mit Timmi auf dem Arm), Schwiegersohn Thomas, Tochter Silvia, Ehefrau Irmgard.

Bürgermedaille für Gregor „Greg“ Webersberger

Der Neuchinger Geschichtsforscher

  • vonDaniela Oldach
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Für seine Verdienste hat der Neuchinger Geschichtsforscher Gregor „Greg“ Webersberger die Bürgermedaille der Gemeinde erhalten.

Niederneuching – Die Geschichte Neuchings ist das Steckenpferd von Gregor Webersberger. Seit seinem Ruhestand vor 20 Jahren hat er unzählige Stunden im Staatsarchiv verbracht, in mühevoller Kleinarbeit Liegenschaftsbücher abgeschrieben und wertvolle Informationen zusammengetragen. Die Haus- und Hofchronik, die zum 1250-jährigen Jubiläum der Gemeinde 2022 erscheinen soll, wird sein ganzer Stolz sein. Aber auch bei der SpVgg Neuching, der Krieger- und Soldatenkameradschaft Oberneuching und beim Schnupferclub ist der Greg, wie er seit seiner Kindheit genannt wird, nicht wegzudenken. Jetzt gab es gleich zwei Gründe für ihn zu feiern: seinen 80. Geburtstag und die Auszeichnung mit der Bürgermedaille für seine Verdienste rund um die Kommune.

Der 80. Geburtstag als Anlass zur Ehrung

Eigentlich hätte Webersberger schon in der Bürgerversammlung Ende April geehrt werden sollen. Doch diese war wegen der Corona-Pandemie entfallen. Webersbergers 80. Wiegenfest war nun ein schöner Anlass, die Auszeichnung nachzuholen. Altbürgermeister Hans Peis nahm die Ehrung vor, Rathauschef Thomas Bartl gratulierte mit einem Geschenkkorb. Gemeinsam mit der Familie wurde im Garten der Webersbergers – natürlich mit dem entsprechenden Abstand – gefeiert. „Schreiben’s nicht so viel über mich. Lieber über die Geschichte. Das ist viel interessanter“, sagt der Jubilar bescheiden.

„Das ist schon eine Sucht“, verrät er über seine unermüdliche Recherchearbeit. Sämtliche alte Schriftstücke, die in den Archiven schlummern, sind in der alten Schrift verfasst worden. „Die Grundbegriffe der alten Schrift hat mir meine Mama Rosalia noch beigebracht“, erinnert er sich.

Als jüngstes von sechs Kindern wuchs Webersberger außerhalb von Niederneuching in der Nähe des Hartlweihers auf. „Der Hartlweiher ist nach meinem Vater Leonhard, also Hartl, benannt“, verrät Geschichtsfan Webersberger, der sich noch an viele strenge Winter erinnern kann. „Wir sind oft bis zum Bauch im Schnee eingesunken, wenn wir in die Schule gegangen sind“, sagt er, und seine beiden Schwestern Anna und Rosa nicken zustimmend. Der verstorbene Finsinger Ehrenbürger und langjährige Erdinger-Anzeiger-Mitarbeiter Hans Janz war übrigens Webersbergers Lehrer von der ersten bis zur vierten Klasse. Später wurde Webersberger Bankangestellter.

Auf der Busfahrt Richtung München landete er seinen unbezahlbaren Haupttreffer, denn die hübsche Irmgard war ebenfalls ein regelmäßiger Fahrgast. Zuerst hielt er ihr einen Sitzplatz frei, später verabredete man sich zum Tanz. Und 1964 wurde schließlich geheiratet. Ein Jahr später begann der Hausbau in Niederneuching. Webersbergers mittlerweile verstorbene Brüder haben ihn dabei tatkräftig unterstützt. Er selbst war zu dieser Zeit noch bei der Bundeswehr, werkelte aber in jeder freien Minute und am Wochenende am entstehenden Eigenheim. „Ich war bei der Bundeswehr im Stab. Und da ich gut Schreibmaschine und Steno konnte, habe ich öfter mal das Vorzimmer vertreten“, sagt er.

Viele Stunden in Recherchearbeit gesteckt

Diese Kenntnisse kommen Webersberger natürlich auch bei seiner Recherchearbeit zu Gute. „Wir haben unser gesamtes Pfarrarchiv fotografiert und dokumentiert“, verrät er. Das älteste Schriftstück resultiert aus dem Jahr 1406. Weit über 100 verschiedene Schriften hat er dabei entziffert. „Wenn man die Dateien am PC vergrößert, wird oftmals erst einiges wieder lesbar“, sagt er. Viele Stunden zu nächtlicher Zeit hat er mit dieser Arbeit schon verbracht. Apropos Arbeit: Der eigene Wurzgarten samt Gewächshäusern und die zahlreichen Pflanzen benötigen ebenfalls viel Aufmerksamkeit. „Jetzt bin ich in erster Linie Gärtner“, sagt Webersberger lachend. Mit dem Gemüse versorgt er auch seine beiden Töchter Christine und Silvia samt ihren Familien. Beim Feiern waren auch Schwiegersohn Thomas und Enkelin Jennifer dabei. Und ein besonderer Gast, der Webersberger ebenfalls sehr am Herzen liegt, ist der Chihuahua Timmi, der liebevoll „Timmi-Burli“ gerufen wird.

do

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