So wie 2019, so soll es auch 2020 wieder einen Christkindlmarkt in Neuching geben – wenn es Corona zulässt.
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So wie 2019, so soll es auch 2020 wieder einen Christkindlmarkt in Neuching geben – wenn es Corona zulässt.

Bürgermeister spricht mit den Standlbetreibern

Neuching plant Christkindlkmarkt

Wie sehr soll Corona das gesellschaftliche Leben beeinflussen?

Oberneuching – Der Neuchinger Gemeinderat ist sich uneins, was den Christkindlmarkt angeht. Zum einen wäre eine vorweihnachtliche Zusammenkunft zwar schön, doch ist das Risiko nicht zu groß? Bürgermeister Thomas Bartl (CSU) stellte in der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend im Gasthaus Alter Wirt dies zur Diskussion. Eine endgültige Entscheidung wurde noch nicht getroffen.

Der Neuchinger Christkindlmarkt findet jährlich im Wechsel in Nieder- und in Oberneuching statt. Turnusgemäß würde heuer am Samstag, 5. Dezember, und Sonntag, 6. Dezember, in Oberneuching gefeiert. Hier könne man laut Rathauschef Bartl neben dem Fixlmoar-Hof zudem noch auf das Areal rund um den Rathaus-Parkplatz ausweichen, den ganzen Veranstaltungsort entzerren und damit auch die Christkindlmarkt-Standl in ausreichendem Abstand platzieren. „Was meint ihr?“, fragte er in die Runde der Gemeinderäte.

„Ich sehe es kritisch, den Christkindlmarkt heuer zu machen“, eröffnete Markus Sedlmeir (ÜWG) die Diskussion. Wie aufwändig derzeit die Durchführung einer Veranstaltung ist, habe er selbst beim 7Open-Air mit Matthias Keller am vergangenen Samstag erlebt. „Wir hätten ein Riesenproblem, wenn was ist“, meinte Sedlmeir.

Gänzlich anders sieht es Markus Reicheneder (FWG). „Wenn Interesse da ist, würde ich den Markt machen“, sagte er und bezog sich dabei auf die Standbetreiber. Diese werden laut Bartl am Dienstag, 29. September, zu einer Besprechung mit ihm zusammenkommen. Dann werde eruiert, wie die Meinung und Stimmungslage der Beteiligten ist. Sollte ein Markt zustande kommen, gibt es laut Bartl natürlich ein entsprechendes, gefordertes Hygienekonzept. Und auch ohne Ordnungsdienst werde es wohl nicht gehen, um eine eventuelle Personenobergrenze von derzeit 200 Menschen nicht zu überschreiten.

„Die Standbetreiber können sich wunderbar dran halten“, meinte Markus Hermansdorfer (WGN), aber für die Besucher sei es natürlich eine herbe Einschränkung. „Man muss zukünftig mit der Krankheit leben. Das wird nächstes Jahr nicht anders“, meldete sich Beatrix Ertl (CSU) zu Wort und plädierte für eine Durchführung des Marktes. „Man kann nicht alles absagen. Wir sollten schon mal planen“, sagte Markus Lanzl (FWG). Man wisse ja nicht, wie sich die Fallzahlen entwickeln. „Im Notfall kann man noch absagen“, ergänzte er. Auch Christian Steiner (WGN) meinte, man solle prüfen, ob man den Markt durchführen könne. „Ich bin für einen offensiven Umgang“, sagte er.

Sedlmeir hakte nach, wie es denn beispielsweise beim Glühweinausschank funktioniere. Muss nach jeder Tasse desinfiziert werden? Und wird dann mit Handschuhen gearbeitet? Diese und viele weitere Fragen gelte es zu klären. Vize-Bürgermeister Martin Bichlmaier (SPD) schlug noch vor, den Markt eventuell früher zu schließen. „Der Alkohol ist das Problem“, meinte er, denn bei einem geselligen Zusammenstehen könnten dann Abstandsregeln schnell in Vergessenheit geraten.

Nach dem Treffen mit den Standbetreibern wird der Gemeinderat eine Entscheidung treffen, ob der Christkindlmarkt organisiert wird oder nicht.

DANIELA OLDACH

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