Der Sandplatz für die Kinder wird verlegt. Das ist Teil des Sicherheitskonzepts, das der Bauausschuss vor Ort bei eisigen Temperaturen beraten hat.
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Der Sandplatz für die Kinder wird verlegt. Das ist Teil des Sicherheitskonzepts, das der Bauausschuss - mit coronakonformen Abständen - vor Ort bei eisigen Temperaturen beraten hat.

Sandbereich verlegen, Einstiege sperren: Bauausschuss berät Konzept für den Lüßer Weiher

Damit der Badespaß sicherer wird

Sandplatz wird verlegt, Einstiege gesperrt, Pfosten statt Beschilderung: Der Neuchinger Gemeinderat hat sich mit dem Sicherheitskonzept für den Lüßer Weiher befasst.

Lüß – Es war keine Sitzung des Bauausschusses, sondern eine „Stehung“ – und das bei lausigen Temperaturen. Das Sicherheitskonzept rund um den Lüßer Weiher wurde bei einem Ortstermin so weit vorberaten, dass die Badesaison als gesichert gelten kann, wenn der Gemeinderat den jeweils einstimmigen Empfehlungsbeschlüssen des Ausschusses folgt. Dessen mitglieder hatten sich trotz eisiger Temperaturen eine ganze Stunde Zeit genommen und vor Ort auch Ratschläge von Rechtsanwalt Georg Krafft angehört.

Erster Brennpunkt: Der Sandspielplatz direkt am Wasser. Er muss vom Ufer weg verlegt werden. Das ist, wie Krafft erläuterte, der „unmittelbare Kinder- und Familienbereich“, doch in seiner bestehenden Form nicht DIN-konform. Demnach dürfte nach dem Ufer das tiefe Wasser nicht so plötzlich beginnen. Ein Gefälle von 1:10 über zehn Meter wäre vertretbar, aber schon nach sechs Metern beginnt das Wasser plötzlich tiefer zu werden. Eine „Vor-Ort-Warnung“ vor wechselnder Wassertiefe muss auch sein.

Dass die Kinder gern am Wasser spielen, ist zwar bekannt und wurde von den zehn Ausschussmitgliedern auch verstanden, aber es ist eben nicht unproblematisch. Der Bauhof füllt den Sandbereich jährlich mit drei bis vier Kubikmetern Sand auf. Was von dort verschwindet, wird von den Kindern ins Wasser verschleppt. Jetzt beschloss das Gremium, dass der Sandbereich drei Meter vom Ufer abgerückt wird. Die allgemeinen Warnhinweise an den Eingangsbereichen werden durch Schilder, die vor einer plötzlichen Wassertiefenänderung warnen, ergänzt.

Grundsätzlich sah der Rechtsanwalt das Problem, dass sich immer dann, wenn an einem Natursee wie in Lüß der Eindruck einer offiziellen Badeanstalt verfestigt wird, auch die Erwartungshaltung der Nutzer ändert. Darum hielt er nichts von einer Bojenkette zur Abgrenzung des Bereichs, wo das Wasser plötzlich tiefer wird.

Vor der gleichen Fragestellung stand das Gremium keine 30 Meter weiter bei den Einstiegen. Die Steine, die hier zutage treten, können nicht bleiben. Denn in dem Augenblick, in dem sie mit Algen überwuchert werden, werden die richtig glitschig. Aber die Steine schützen das Ufer auch vor Erosion und sind darum notwendig.

Der Ausschuss erarbeitete schließlich unter dem Vorsitz von Bürgermeister Thomas Bartl (CSU) einen Kompromiss: Eine Bucht zum Einstieg bleibt erhalten und wird entsprechend ausgeformt, die anderen Bereiche werden als Einstiege gesperrt, indem die dort ohnehin bereits vorhandene Bepflanzung verdichtet wird. Markus Hermansdorfer (WGN) schlug hierzu vor, bestimmte Gräser zu verwenden, die sich nicht ausweiten. Eine Beschneidung des Liegebereichs wollte der Ausschuss nämlich vermeiden. Der Bereich soll nach einem Vorschlag Hermansdorfers, der auch Vorsitzender des Sportfischervereins Neuching ist und daher das Gewässer perfekt kennt, durch Bänke aufgewertet werden.

Zwei Leitern mit rutschfestem Belag sollen dem Beschluss zufolge installiert werden, die bestehende Treppe kommt weg. Letzter Punkt: Die Schranke, die ihre Funktion nicht mehr erfüllt, weil sie krumm geworden ist. Ein Ersatz scheidet nach Beratung mit dem Anwalt aus: Der Weg gegenüber vom Gebäude entlang des Sees ist ein Rettungsweg. Er gehört zum Badebereich, und muss also auch von Autos frei gehalten werden.

An die Wirksamkeit einer Beschilderung wollte kein Bürgervertreter recht glauben, also wurde einstimmig beschlossen, Pfosten zu setzen, die mit einem Schlüssel, den jeder Rettungswagen an Bord hat, aber auch vom Bauhof für Mäharbeiten entfernt werden können. Der Gemeinderat bekommt das Paket jetzt so auf den Tisch.

Klaus Kuhn

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